Literatur-Nobelpreisträgerin wurde 94

Schriftstellerin Doris Lessing gestorben

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Doris Lessing starb mit 94 Jahren

London - Sie zählte zu den großen Literaten ihrer Zeit. Mehr als 60 Bücher über Kolonialismus, Afrika, Terrorismus und Frauen ließ sie zurück. Nun ist Doris Lessing in London gestorben.

Die britische Schriftstellerin Doris Lessing, eine ständig warnende und kritische Beobachterin des 20. Jahrhunderts, ist tot. Sie starb nach Angaben ihrer Familie vom Sonntag im Alter von 94 Jahren in London. Die in ihren jungen Jahren stark politisch engagierte Lessing war 2007 mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet worden. Ihr großer literarischer Durchbruch kam mit dem Roman „Das Goldene Notizbuch“. Der HarperCollins-Verlag in London beschrieb Lessing und ihr Werk am Sonntag als ein „Geschenk an die Weltliteratur. Sie war eine der Größten ihrer Generation.“.

Bis ins hohe Alter sei Lessing „Visionär“ geblieben, sagte Nicholas Pearson von HarperCollins. „Sie blieb ein unruhiger Geist, neugierig und für jeden eine Inspiration.“ Lessing wurde im Oktober 1919 im heutigen Iran geboren. Ihre Eltern zogen sechs Jahre später in das damalige Süd-Rhodesien, dem heutigen Simbabwe. Afrika ist Hauptthema ihrer ersten Werke. Auch Feminismus, Politik, Terrorismus und Science Fiction bestimmten ihr Werk. Das „Goldene Notizbuch“ (1962) wurde - gegen ihren Willen - zur Bibel des Feminismus. „Bewegungen lehne ich strikt ab“, sagte Lessing dazu.

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Dennoch war sie bis zum sowjetischen Einmarsch in Ungarn 1956 Mitglied der Kommunistischen Partei Großbritanniens. Sie war seinerzeit die einzige politische Herberge für Intellektuelle, argumentierte Lessing. Ihr Romanzyklus „Martha Quest“ befasst sich denn auch mit der Verantwortung des Einzelnen in der Gesellschaft.

In den 90er Jahren veröffentlichte Lessing ihre Autobiografie in zwei Bänden. Als „Ersatz“ für einen dritten Band, so Lessing, fasste sie ihre Lehren, Bekanntschaften und Erfahrungen aus den 1960er Jahren in dem Roman „Ein süßer Traum“ zusammen. Es folgten die Bücher „Ein Kind der Liebe„, „Die Kluft“ und „Alfred und Emily.“ In den letzten Jahren war es still um sie geworden.

dpa

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