„Abscheuliches Verbrechen“ in Schweden

Live-Vergewaltigung auf Facebook: Zeugen gesucht

Stockholm - In Schweden sollen drei Männer eine Frau vergewaltigt und die Tat live bei Facebook gestreamt haben. Die Männer sind in U-Haft, die Polizei sucht weiter nach Beweismaterial.

Im Fall einer Vergewaltigung, die live bei Facebook gezeigt worden sein soll, wendet sich die Polizei im schwedischen Uppsala an Zeugen. „Wir haben eine Menge Video- und Bildmaterial bekommen, aber es zeigt nicht die eigentliche Tat“, sagte Polizeisprecherin Lisa Sannervik der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag.

Zeugin ruft Polizei - die stürmt Wohnung

Die Polizei war am Sonntagmorgen von Internetnutzern alarmiert worden. Sie gaben an, in einer geschlossenen Gruppe bei Facebook die Übertragung einer Vergewaltigung zu sehen. Eine 21-jährige Zeugin sagte der Tageszeitung "Expressen", sie habe beobachtet, wie der 24-Jährige der Frau die Kleider vom Leibe riss, bevor er sie vergewaltigte. Eine 22-Jährige aus Stockholm erzählte der schwedischen Zeitung „Aftonbladet“, sie habe gesehen, wie zwei Männer eine Frau auf ein Bett gedrückt hätten. Viele User hätten die Szene kommentiert. Die Zeugin schätzte, dass rund 200 Mitglieder der Gruppe die Übertragung gesehen hätten.

Die Polizei stürmte die Wohnung und stoppte die Übertragung. Drei Männer zwischen 18 und 24 Jahren wurden festgenommen. Ihnen droht Strafverfolgung wegen gemeinschaftlicher Vergewaltigung und wegen Verletzung der Persönlichkeitsrechte.

Die Frau wurde ins Krankenhaus gebracht, um Beweise zu sichern. Wie die Männer in die Wohnung gekommen waren und ob sich die mutmaßlichen Täter und das Opfer kannten, wollte die Polizei aus ermittlungstechnischen Gründen nicht sagen.

Polizei sucht nach weiteren Zeugen

In schwedischen Medien waren Teile der Aufzeichnungen zu sehen, auf denen einer der Angreifer einen Revolver hielt. Das Video als Ganzes wurde gelöscht. 

Am Montag forderte die Polizei die Öffentlichkeit auf, das Video von der Vergewaltigung nicht in den sozialen Medien zu verbreiten, sondern an die Ermittler zu übergeben. Facebook teilte dem schwedische Fernsehen SVT mit, dass man die Tat verurteile und mit der Polizei zusammenarbeite.

dpa/afp

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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