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Nach Tod von George Floyd: Polizist drückt schwarzen Mann brutal zu Boden - Video zeigt erschreckenden Polizeieinsatz

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Von: Luisa Billmayer

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Zwei Londoner Polizisten haben einen Schwarzen Mann gewaltsam festgenommen.
Zwei Londoner Polizisten haben einen Schwarzen Mann gewaltsam festgenommen. © Screenshot: Twitter/@mshafiquk

Nachdem zwei Londoner Polizisten einen schwarzen Mann gewaltsam festgenommen haben, hat die Behörde Konsequenzen gezogen. Ein Video zeigt die erschreckende Szene.

London - Weil er einen schwarzen Mann in London gewaltsam festgenommen hat, wurde ein Londoner Polizist vom Dienst suspendiert. Der stellvertretende Londoner Polizeipräsident Steve House erklärte, der Beamte habe Techniken angewendet, die „nicht in der Polizeiausbildung gelehrt werden“.

Stattdessen scheint es, als hätte sich der Beamte an seinem amerikanischen Kollegen orientiert, der George Floyd* zu Boden gedrückt hatte. Der US-amerikanische Polizist* tötete den schwarzen Mann dabei. Während er am Boden kauerte, bat Floyd die Beamten mit den Worten „I can‘t breath“ ihn loszulassen.

Erinnert an George Floyd: Londoner Polizist drückt Schwarzen Mann zu Boden

Von dem Vorfall in London kursierte ein Video im Internet. Es zeigt, wie zwei britische Polizisten den Mann am Boden halten. Einer der Beamten drückte sein Knie auf Hals und Nacken des Festgenommenen. Dieser rief mehrmals: „Runter von meinem Hals!“ Kurz darauf brachten die Polizisten den Mann in eine Sitzposition.

Der Vorfall ereignete sich den Angaben zufolge am Donnerstag im Norden Londons. Demnach nahmen die Beamten den Mann wegen einer Schlägerei und illegalen Waffenbesitzes fest. Inzwischen sei der Mann ärztlich untersucht worden, erklärte die Polizei. Er bleibe vorerst in Polizeigewahrsam.

Parallelen zu George Floyd: Polizist von Dienst suspendiert

House bezeichnete die Aufnahmen als „extrem verstörend“. Ein Beamter sei suspendiert worden, ein weiterer sei aus dem operativen Dienst abgezogen worden. Ob auch er freigestellt wird, werde derzeit geprüft. Die unabhängige Polizeiaufsichtsbehörde IOPC sei in den Fall eingeschaltet worden, erklärte House.

Der Tod George Floyds hatte weltweit Anti-Rassismus-Proteste ausgelöst. Auch in Großbritannien gibt es im Zuge der Black-Lives-Matter-Bewegung* seit Wochen Demonstrationen. Die Forderungen der Bewegung richten sich inzwischen nicht mehr nur gegen rassistisch motivierte Polizeigewalt, sondern gegen strukturellen Rassismus in staatlichen Institutionen und der Gesellschaft insgesamt.

Video: Trump nicht erfreut: Black Lives Matter vor seiner Haustür

Zunehmend fordern die Aktivisten zudem eine Auseinandersetzung mit der britischen Sklaverei-Geschichte sowie die Entfernung von Denkmälern, die mit der kolonialen Vergangenheit des Vereinigten Königreichs in Verbindung stehen. Mancherorts ersetzten die Aktivisten Statuen von Sklavenhändlern eigenmächtig mit eigenen Skulpturen.

Auch ein Fall aus Brasilien erinnert an den Tod von George Floyd. Ein brutaler Polizeieinsatz gegen eine schwarze Frau empörte das Land. (lb mit AFP) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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