Nicht der erste seiner Art

Ungewöhnliches Tier in Londoner Themse entdeckt - trauriges Schicksal nach spektakulärem Fund

Ein Zwergwal wird in der Nähe der Schleuse Teddington Lock von Rettungskräften eingefangen
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Londoner Einsatzkräfte hatten es mit einem ungewöhnlichen Fall zu tun.

Ungewöhnlicher Besuch in London. In einer Schleuse der Themse war ein meterlanger Meeresbewohner entdeckt worden. Nun ist das Tier tot.

London - In der britischen Metopole London sorgte am Wochenende ein ungewöhnliches Tier für Aufsehen. In einer Schleuse war plötzlich ein vier Meter langer Minkwal beobachtet worden. Er beschäftigte die britische Hauptstadt tagelang. Trotz mehrtätigem Einsatz konnte ihm allerdings nicht mehr geholfen werden.

London: 50 Kilometer von offener See entfernt - Minkwal verirrt sich in Themse

Im Südwesten von London wurde der Wal am Sonntag (9. Mai) entdeckt. An der Teddington-Schleuse im Bezirk Richmond hatte er eine Weile still im Wasser getrieben. Die Schleuse ist die am weitesten flussabwärts gelegene, an der noch die Nordsee-Gezeiten zu spüren sind. Um von der Themsemündung dorthin zu gelangen, muss der Wal auch durch die Innenstadt entlang des Parlaments und des berühmten Tower geschwommen sein. Die Bevölkerung Londons dürfte daher nicht schlecht gestaunt haben ob der ungewöhnlichen Gesellschaft. Schnell kursierten Fotos auf Twitter, Instagram oder Snapchat.

Wie das Tier dorthin gelangte, ist nach wie vor unklar. Möglicherweise folgte es Fischen aus der Nordsee in den Fluss und verirrte sich. Minkwale, eine Gattung der Furchenwale, sind in allen Weltmeeren beheimatet und kommen am häufigsten im Atlantik und Pazifik vor. Bis zur offenen See sind es von der Schleuse aus allerdings knapp 50 Kilometer.

Der Minkwal in der Nähe der Teddington Schleuse in der Themse. Er hatte sich dahin verirrt.

London: Verirrter Minkwal in Themse von Zoo-Mitarbeitern eingeschläfert

Frühzeitig wurde sich um die Rettung des überraschenden Besuchs gekümmert. Eine stundenlange Rettungsaktion am Sonntag wurde von hunderten Schaulustigen begleitet, brachte jedoch keinen Erfolg. Der junge Minkwal konnte den Rettern entkommen. Der Wal rutschte aus einer Sicherungsleine und schwamm schließlich flussaufwärts anstatt in Richtung Meer. Am Montagnachmittag war er dadurch noch ein Stück weiterer in die Stadt gedrungen.

Die Rettung des Wales hatte hohe Priorität, denn das Tier befand sich in einem äußerst schlechten Gesundheitszustand, war stark unterernährt. Möglicherweise, weil das junge Tier seine Mutter verloren hatte. Da dem Wal letztlich nicht mehr geholfen werden konnte, wurde er von Spezialisten des Londoner Zoos mit einem Betäubungsmittel eingeschläfert. „Wir können bestätigen, dass der Zwergwal in Teddington Lock menschlich eingeschläfert wurde, nachdem das Tier auf dem nahe gelegenen Damm gestrandet war“, schrieb die Hilfsorganisation British Divers Marine Life Rescue am Montagabend auf ihrer Facebook-Seite.

London: Minkwal nicht der erste Wal in der Themse - „River Thames Whale“ konnte auch nicht geholfen werden

Eine Rückkehr ins offene Meer hätte das junge Tier wohl nicht überlebt, hieß es. Eine Untersuchung nach der Einschläferung soll nun Aufschluss darüber geben, weshalb sich der Gesundheitszustand des Wals so rapide verschlechterte.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich ein Wal in die Londoner Themse verirrt. Berühmt wurde auf den Namen Willy getaufte „River Thames Whale“, ein Entenwal, der im Januar 2006 in dem Fluss gesichtet wurde, aber nicht lebend gerettet werden konnte. Es war das ertse Mal seit 1913 das diese Spezies in der Themse gesichtet wurde. Sein natürliches Habitat liegt im Norden Großbritanniens, an den Küsten Schottlands und Nordirlands. 2019 wurden innerhalb kurzer Zeit gleich zwei tote Wale in der Themse entdeckt, allerdings deutlich näher an der Mündung. (as/dpa)

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