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Von Rülpsen bis rosa Augen: Studien weisen auf ungewöhnliche Corona-Symptome hin

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Von: Jakob Koch

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Nach fast zwei Jahren Corona-Pandemie haben Wissenschaftler mittlerweile eine Reihe an Spätfolgen einer Covid-Infektion beobachtet. Doch einige Symptome sind alles andere als gewöhnlich.

München - Erschöpfung, Atemnot, Gelenk- und Brustschmerzen, Husten oder Geruchsverlust gehören zu den gängigsten Symptomen, über die manche Covid-Kranke noch Wochen später klagen. Fest steht: Das Coronavirus greift nicht nur die Lunge an, sondern auch andere Organe und Nerven. Es gibt Berichte von Patienten, die lange nach einer Infektion am Guillain-Barré-Syndrom leiden, einer entzündlichen Nervenerkrankung mit Muskellähmungen. Weitere Studien förderten mitunter bizarre Symptome zu Tage:

Corona-Langzeitfolgen: Durchfall, Rülpsen und Inkontinenz

Laut einer Studie, die in der renommierten medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht wurde, traten bei fast der Hälfte der untersuchten Personen magenbezogene Probleme auf, jeder Zehnte musste öfter rülpsen als vor der Corona-Infektion. Diese Beobachtung bestätigte kürzlich auch die australische Influencerin Olivia Molly Rogers aus Melbourne: In einer Instagram-Story berichtete sie ihren Anhängern: „Ich habe das unerwartetste und irgendwie lustige Corona-Symptom überhaupt. Ich kann nicht mehr aufhören zu rülpsen!“, sagte die 29-Jährige.

Eine britische Studie (ZOE Covid) ergab zudem, dass Durchfall ebenfalls eine Spätfolge von Corona sein kann - die Wahrscheinlichkeit steigt mit dem Alter. Knapp 30 Prozent der untersuchten Erwachsenen über 35 Jahren waren betroffen. Ebenfalls eine Erkenntnis: Das Coronavirus kann einen stärkeren Blasendruck zur Folge haben. Das haben Wissenschaftler der US-Universität Beaumont School of Medicine in Michigan in einer Untersuchung herausgefunden. Von 65 entlassenen Patienten hatten 45 neue oder schlimmere Blasenprobleme - die meisten von ihnen waren älter als 60 Jahre.

Rosa Augen bei Corona-Infizierten

Eine weitere Studie hat sich mit den Auswirkungen einer Corona-Infektion auf die Augen befasst. Sie stammt aus dem Fachjournal „BMJ Open Ophthalmology“. Dabei wurden 83 Infizierte untersucht: 17 Prozent gaben an, juckende Augen wahrzunehmen. 16 Prozent hatten sogar wunde Augen. In einer weiteren Studie des King‘s-College gab knapp 15 Prozent an, rosa Augen zu haben - also eine Bindehautentzündung. Eine ähnliche Anzahl hatte blutunterlaufene Augen.

Covid-Erkrankte berichten von Problemen im Schlafzimmer

Ebenfalls in einer Studie vom King‘s College wurden die Auswirkungen auf die körperlichen Triebe des Menschen untersucht. Demnach gaben knapp 15 Prozent der Männer und acht Prozent der Frauen an, unter funktionalen Störungen zu leiden. Experte Frank Sommer von der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit dazu der Apothekenumschau: „Nicht nur ich beobachte neu aufgetretene erektile Dysfunktionen bei Patienten, die zuvor an Covid-19 erkrankt waren. Auch einige Studien konnten diesen Zusammenhang zeigen.“ Er berichtet, dass bei niedrigem Testosteronspiegel im Laufe der Zeit „der Anteil der glatten Muskulatur leicht abnimmt“.

Wut und Aggression: Corona wirkt sich auf Gefühle aus

Nach einer Corona-Infektion berichten Betroffene von Auswirkungen auf die Psyche - unklar ist hingegen unter Forschern, ob dies unmittelbar eine Folge der Erkrankung ist oder der Pandemie an sich ist. In der Studie des Londoner King‘s College berichtete ein Viertel der Befragten von gesteigerter Wut, knapp sieben Prozent von mehr Aggressionen. Mehr als die Hälfte sagte, dass sie leichter reizbar seien, als vor der Corona-Erkrankung. (jkk mit dpa)

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