Loveparade: So gedenkt Deutschland den Toten

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Mit einem ökumenischen Gottesdienst gedenken Duisburg und der Rest der Republik am Samstag der 21 Loveparade-Toten. Bis zu hunderttausend Menschen werden erwartet.

Duisburg - Mit einem ökumenischen Gottesdienst gedenken Duisburg und der Rest der Republik am Samstag der 21 Loveparade-Toten. Bis zu hunderttausend Menschen werden erwartet.

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Zehntausende zur Trauerfeier erwartet

Erst läuten die Totenglocken, eine Viertelstunde lang. Dann steht das Leiden der Toten und Verletzten der Loveparade und ihrer Angehörigen im Mittelpunkt. Die Trauerfeier in der Duisburger Salvatorkirche solle Trost spenden, sagte der evangelische Oberkirchenrat Klaus Eberl am Freitag. Die gotische Kirche hat nur 500 Plätze und ist weitgehend reserviert für Angehörige, Verletzte und Rettungskräfte. Die zentrale Gedenkfeier wird als ökumenischer Gottesdienst ausgerichtet und in 14 Kirchen und die MSV-Arena übertragen. “Es ist Ziel, dass die Angehörigen abgeschirmt werden“, sagte Eberl, die Kirche wurde als geschützter Raum gewählt. In Duisburg würden am Samstag zwischen zehntausend und hunderttausend Menschen erwartet.

Bilder: Trauer um die Toten der Loveparade

Die Trauer manifestiert sich auf vielerlei Art: Am Unglückort, dem etwa 100 Meter langen Tunnel, hat jemand ein Kreuz und einen Grabstein aus Eis aufgestellt. © dpa
Um das Kunstwerk herum wächst ein Meer aus Kerzen und Blumen. © dpa
Noch in der Nacht nach der Massenpanik kamen die ersten Trauernden, um Kerzen aufzustellen. © dpa
Inmitten der Lichter findet man immer wieder persönliche Botschaften. © dpa
Inmitten der Lichter findet man immer wieder persönliche Botschaften. © dpa
Inmitten der Lichter findet man immer wieder persönliche Botschaften. © dpa
Auch die Wut und der Zorn der Trauernden findet Platz auf Plakaten zwischen Blumen und Kerzen. © dpa
Für viele ist der Tunnel Ort für persönliche Trauer und kurzes Innehalten. © dpa
Auf einem Plakat können Trauernde unterschreiben und kurze Botschaften hinterlassen. © dpa
Ein Mädchen nutzt diese Möglichkeit. © dpa
Die Trauernden suchen Halt untereinander. © dpa
Manche verweilen im Gebet. © dpa
Andere lassen ihren Tränen freien lauf. © dpa
Auch im Regen harren sie noch vor den Blumen und Kerzen aus. © dpa
Die Stadt Duisburg hat ein Kondolenzbuch zur Verfügung gestellt. © dpa
Loveparade
Warum? © dpa
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Das ist die meistgestellte Frage auf den handgeschriebenen Zetteln. © dpa
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Vor dem Tunnel, der zur Todesfalle wurde: Trauer um die Toten der Loveparade. © dpa
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Ein junger Mann nimmt Plakate ab, die für Veranstaltungen der Loveparade werben. © dpa
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Anwohner haben am Sonntagmorgen vor der Einfahrt zum Gelände der Loveparade Kerzen in die Fenster gestellt. © dpa
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Trauer um die Toten der Loveparade. © dpa
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Trauer um die Toten der Loveparade. © dpa
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Trauer um die Toten der Loveparade. © dpa
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Trauer um die Toten der Loveparade. © dpa
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Trauer um die Toten der Loveparade. © dpa
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Trauer um die Toten der Loveparade. © dpa
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Trauer um die Toten der Loveparade. © dpa
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Trauer um die Toten der Loveparade. © dpa
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Trauer um die Toten der Loveparade. © dpa
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Trauer um die Toten der Loveparade. © dpa
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Trauer um die Toten der Loveparade. © dpa

Nach einer Massenpanik auf der Loveparade am vergangenen Samstag waren 21 Besucher gestorben, Hunderte wurden verletzt. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) wird im Anschluss an den Gottesdienst Worte des Gedenkens sprechen. Erwartet werden die Spitzen des Staates mit Bundespräsident Christian Wulff, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU). Die seit dem Unglück in Nordrhein-Westfalen angeordnete Trauerbeflaggung dauert bis einschließlich Samstag an. Geleitet wird der Gottesdienst von den ranghöchsten Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche in der Region, Präses Nikolaus Schneider und dem Essener Bischof Franz-Josef Overbeck.

An der Gestaltung sind auch Einsatzkräfte der Rettungsdienste und der Polizei beteiligt: “Ein Arzt wird die Fürbitten für die Verletzten sprechen, ein Betreuer der Angehörigen für die Verstorbenen“, kündigte Pfarrer Joachim Müller-Lange an. Er hatte an dem Katastrophentag die Notfall-Seelsorge am Unfallort geleitet. Auch die unzähligen Trauerbekundungen vom Unfallort, wo seit Tagen ein Meer von Kerzen, unzählige Blumengebinde und ein Kondolenzbuch ausliegen, werden in die offizielle Trauerfeier eingebunden. Denn am Morgen, gegen 9.30 Uhr, startet vom Unglücksort eine Kerzenprozession in den Gedenkgottesdienst und zum Fußballstadion. “Damit auch dort das Licht des Tunnels brennt, sagte der Notfall-Seelsorger.

Bilder: Massenpanik auf der Loveparade

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Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © ap
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Viele Besucher der Loveparade können noch gar nicht fassen, was gerade passiert ist. © ap
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In diesem Tunnel... © ap
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...trafen die Besucher, die das Gelände verließen, auf die,... © dpa
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...die gerade angekommen waren, um mitzufeiern.  © dpa
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Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © ap
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Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © ap
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Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © ap
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Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © ap
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Teilnehmer der Loveparade kümmern sich um einen kollabierten Mann. © ap
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Eine verletzte Frau wird auf einer Bahre abtransportiert. © dpa
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Ein Krankenwagen vor einem Sanitätszelt am Rande des Festgeländes. © dpa
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Am Rand des Geländes stehen Krankenwagen und Sanitätszelte. © dpa
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Rettungshubschrauber landeten auf der Autobahnbrücke. © dpa
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Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © ap
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Teilnehmer der Loveparade kümmern sich um Verletzte. © ap
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Menschen stehen unter Schock, brechen weinend zusammen. © ap
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Teilnehmer der Loveparade versuchen, das abgesperrte Festival-Gelände zu verlassen. © ap
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Teilnehmer der Loveparade versuchen, das abgesperrte Festival-Gelände zu verlassen. © ap
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Teilnehmer der Loveparade versuchen, das abgesperrte Festival-Gelände zu verlassen. © ap
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Teilnehmer der Loveparade versuchen, das abgesperrte Festival-Gelände zu verlassen. © ap
Loveparade
Teilnehmer der Loveparade versuchen, das abgesperrte Festival-Gelände zu verlassen. © ap
Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © dpa
Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © ap
Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © dpa
Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © dpa
Loveparade
Die Toten wurden mit Laken abgedeckt. © dpa

Auch in der Sportarena wird gebetet und gesungen. Der Duisburger Stadtdechant Bernhard Lücking ist mit einem evangelischen Pfarrer vor Ort. Mitten auf dem Feld werden Altar und Kreuz aufgebaut. “Dort ist nicht Public Viewing, dort ist Gottesdienst“, kündigte der Pfarrer aus der Duisburger Innenstadt an. Ein Pendelbus bringt Trauergäste, die nicht mehr in die Salvatorkirche kommen können, zum Stadion. Die Feier wird live im Fernsehprogramm von ARD und WDR übertragen. Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU), gegen den wegen der Katastrophe Rücktrittsforderungen erhoben werden, kommt nicht zu der Veranstaltung. Die Stadt wird nach Angaben einer Sprecherin von drei Bürgermeistern und dem Stadtdirektor vertreten. Nach dem Unglückstag am vergangenen Samstag empören sich viele Duisburger über das Verhalten ihrer Stadtspitze. Dem Veranstalter werden gravierende Mängel bei der Organisation vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung gegen unbekannt.

dpa

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