Mitarbeiter wehrt sich gegen Verbot

Beten verboten: Gläubiger Mitarbeiter verklagt Firma - das Unternehmen nennt einen Grund

Ein Mitarbeiter eines Industrieunternehmens wehrt sich gegen ein Bet-Verbot im Heizungskeller. (Symbolbild). 
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Ein Mitarbeiter eines Industrieunternehmens wehrt sich gegen ein Bet-Verbot im Heizungskeller. (Symbolbild). 

Ein Unternehmen hat einem streng gläubigen Muslim verboten, seine Tätigkeit täglich bis zu fünfmal zu unterbrechen, um zu beten. Der Mann klagt - doch das Unternehmen nennt einen Grund.

Lüdenscheid – Ein Maschineneinrichter hat ein Unternehmen aus Lüdenscheid (NRW) verklagt, das ihm die fünfminütigen bezahlten Arbeitsunterbrechungen verwehrt. Als Kämpfer für die Religionsfreiheit am Arbeitsplatz steigt der Hagener Rechtsanwalt Ingo Theissen-Graf Schweinitz in den Ring: Auch ein Wirtschaftsbetrieb sei kein religionsfreier Raum, an dem man die Religion „an der Eintrittspforte des Unternehmens abgibt“, so der Jurist. Der aktuelle Rechtsstreit hat eine Vorgeschichte. Seit 2013 arbeitet der fromme Mann bei der Firma, die an dem Standort 70 Mitarbeiter beschäftigt, berichtet come-on.de*. 

Es sei ihm stets gestattet worden, seine rituellen Gebete während der Arbeitszeit in der Abgeschiedenheit eines Heizungsraums durchzuführen, argumentiert der Rechtsanwalt. Doch nach zwei Abmahnungen wegen angeblicher Verfehlungen sei seinem Mandanten 2019 gekündigt worden. Der klagte auf Weiterbeschäftigung. 

Nach einem gerichtlichen Vergleich durfte der Kläger zwar in der Firma bleiben. Die Erlaubnis, seinen Arbeitsplatz für Gebete zu verlassen, widerrief die Unternehmensleitung jedoch. Laura-Michelle Körner, Rechtsanwältin des Arbeitgeberverbandes, begründet das Verbot vor dem Arbeitsgericht mit technischen Problemen. Bei einer Betriebsbegehung habe die Feuerwehr den Gebetsteppich des gläubigen Mitarbeiters im Heizungsraum entdeckt – und moniert, dort dürften keine brennbaren Stoffe gelagert werden. Wie der Richter den Rechtsstreit zu lösen versucht, finden Sie bei unseren Kollegen von come-on.de*.

*come-on.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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