Anschuldigungen und Prozesse

Fall Maddie McCann: Die Chronologie einer schmutzigen Schlammschlacht seit 2007

Vermisste Madeleine McCann (Maddie)
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Die vermisste Madeleine McCann (Maddie).

Im Fall Maddie McCann ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig einen dringend tatverdächtigen Sexualstraftäter. Die mutmaßliche Entführung des kleinen Mädchens ging als riesige Schlammschlacht in die Kriminalgeschichte ein.

  • Fall Madeleine McCann: Ein Sexualstraftäter aus Deutschland steht unter Mordverdacht.
  • Der Fall Maddie ging in die Kriminalgeschichte ein - gegenseitige Anschuldigungen zwischen Portugal und England.
  • Kate und Gerry McCann lieferten sich eine juristische Schlammschlacht mit dem Chefermittler - eine Chronologie der Ereignisse.

München/Braunschweig - Der Fall Maddie ist plötzlich wieder präsent. 

Nach einem Bericht der TV-Sendung Aktenzeichen XY...ungelöst! (ZDF) steht ein deutscher Sexualstraftäter unter dringendem Mordverdacht.Er wurde bereits in Bayern verurteilt.

Fall Maddie: Ein Auf und Ab für die Eltern Kate und Gerry McCann

Die Eltern Kate und Gerry McCann des mutmaßlich entführten englischen Mädchens haben neue Hoffnung - und Jahre des Auf und Abs bei der Suche nach ihrer Tochter hinter sich. Eine Chronologie.

  • 3. Mai 2007: Die kleine Maddie (3) verschwindet aus einer Ferienanlage in Praia da Luz an der portugiesischen Algarveküste, während ihre Eltern unweit mit Freunden beim Essen sind.
  • 30. Mai 2007: Kate und Gerry McCann erbitten sich Beistand vom Papst. Der Fall wird immer populärer.
  • September 2007: Kate und Gerry McCann sind Verdächtige der portugiesischen Polizei und werden auf offener Straße von Schaulustigen beschimpft und ausgepfiffen, als sie zu Vernehmungen gefahren werden. Beide dürfen das Land nicht verlassen und nicht nach England zurückkehren. In einem Leihwagen von Kate McCann hatten Ermittler zuvor Blutspuren entdeckt. Solidarität weicht Misstrauen.

Fall Maddie: Eltern Kate und Gerry McCann unter Verdacht

  • Oktober 2007: Chefermittler Gonçalo Amaral wettert gegen die britischen Behörden, die Eltern als mögliche Täter eines Gewaltverbrechens auszuschließen - und wird kurz darauf entlassen.
  • März 2008: Mehrere britische Boulevardzeitungen, die über die Verdächtigungen gegen Kate und Gerry McCann berichtet hatten, entschuldigen sich öffentlich und müssen hohe Entschädigungen zahlen.
  • Juli 2008: Die portugiesische Polizei kommt nach fast einem Jahr zu dem Schluss, dass die Blutspuren im Leihwagen von Kate McCann nicht ihrer Tochter Maddie zugeordnet werden können. Die Eltern werden nicht mehr verdächtigt - die Kritik an den Ermittlungsbehörden wächst.
Kate und Gerry McCann zeigen in Berlin bei einer Pressekonferenz ein Foto ihrer Tochter Madeleine (Archivfoto vom 06.06.2007)

Fall Maddie: Zwist zwischen Ermittler Amaral und Kate sowie Gerry McCann

  • 2009 bis 2016: Im Fall Maddie liefern sich die Eltern von Madeleine McCann eine regelrechte juristische Schlammschlacht mit dem ehemaligen Chefermittler Amaral. Sie reichen eine Verleumdungsklage gegen den Ex-Polizeichef ein, weil dieser in einem Buch seine These von der möglichen Schuld der Eltern erörtert hatte. Schließlich verlieren Kate und Gerry McCann den Schadensersatzprozess vor dem Obersten Gericht in Lissabon.
  • März 2009: Die Eltern von Maddie sind in der Talkshow von Oprah Winfrey in den USA zu Gast und flehen den oder die mutmaßlichen Entführer vor Millionenpublikum an, ihre Tochter frei zu lassen.
  • April 2012: Aufgrund reihenweiser Hinweise veröffentlicht die britische Polizei Bilder vom möglichen Aussehen des Mädchens. Nach wie vor hoffen Ermittler und Eltern, dass Maddie noch am Leben ist. Die Theorie von der Entführung für Kinderprostitution ist allgegenwärtig.

Fall Maddie: Verdächtigungen zu Entführung erweisen sich als haltlos

  • Oktober 2013: Laut Sunday Mirror gibt ein in Manchester verhafteter Mann an, Madeleine McCann sei ihm vor wenigen Wochen auf einer Mittelmeerinsel vorgestellt worden. Doch auch diese abenteuerliche Theorie verpufft.
  • Juni 2015: Mutter Kate McCann führt eine 800 Kilometer lange Radtour von Edinburgh nach London an, um Spendengelder für die Suche nach Maddie zu sammeln. Aber auch Argwohn und Missgunst begleiten die Eltern schon seit Langem.
  • 2012 bis 2020: Immer wieder gibt es im Fall Maddie neue Verdächtigungen, die sich letztlich als haltlos erweisen - und dem Kriminalfall mit der Zeit einen faden Beigeschmack verleihen.

Fall Meggie: Streit zwischen Kate und Gerry McCann mit Netflix

pm

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