Mädchen (12) filmte ihre eigene Vergewaltigung

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Mit einer Videokamera hat ein Mädchen (damals 12) gefilmt, wie sie von ihrem Stiefvater missbraucht wurde. Der Film brachte den Mann vor Gericht.

Köln - Jahrelang soll ein Mädchen (heute 13) von ihrem Stiefvater (70) missbraucht worden sein. Vor vier Monaten zeichnete sie ihre eigene Vergewaltigung auf. Das brachte den Mann jetzt vor Gericht.

Die Staatsanwältin wirft dem Angeklagten Georgios A. schweren sexuellen Missbrauch in mindestens 17 Fällen vor. Vier Jahre soll das Martyrium des Mädchens laut Anklageschrift gedauert haben: Von 2006 bis Mai 2010 soll der Grieche seine Stieftochter in Mülheim (NRW) wiederholt vergewaltigt haben.

Im Mai dieses Jahres hatte die Schülerin schließlich eine Idee, wie sie ihre Qualen endlich beenden könnte. Wie der Kölner "Express" berichtet, versteckte die damals Zwölfjährige eine Videokamera in ihrem Kinderzimmer. Als ihr Stiefvater wieder über sie herfiel, wurde das Sex-Verbrechen aufgezeichnet.

Später zeigte das Mädchen den Film ihrer Lehrerin, die alles der Polizei meldete. Die Beamten nahmen den Stiefvater fest. Das Beweisstück spielt nun einen entscheidende Rolle beim Verfahren gegen Georgios A.

Seit Dienstag läuft der Prozess vor dem Landgericht in Köln. Obwohl dem Richter das Missbrauchs-Video vorliegt, streitet der Angeklagte alles ab.

Über seine Dolmetscherin ließ der Grieche erklären: "Nicht ich habe sie verführt, sondern sie mich, das schwöre ich." Außerdem wisse er ja gar nicht mehr, was da überhaupt passiert sei. "Sie muss mir was ins Getränk getan haben, ich erinnere mich nicht", zitiert der "Express" den Angeklagten.

Doch der Vorsitzende Richter Christoph Kaufmann betonte: „Man kann auf den Bildern klar erkennen, wer hier Täter und wer Opfer ist.“

Vor dem Landgericht schilderte das Mädchen auch, wie sich der Mann an ihr vergangen haben soll. „Ich will dich, wir machen es jetzt, mein Mädchen“, soll Georgios A. immer gesagt haben, bevor er über seine Stieftochter herfiel. Laut Anklageschrift soll der 70-Jährige sogar gedroht haben, das Missbrauchsopfer umzubringen.

Heute lebt die 13-Jährige in einem Heim. Der jahrelange Missbrauch hat sie traumatisiert. Ihre Mutter hatte sich ins Ausland abgesetzt, sobald die Vorwürfe gegen den Stiefvater bekannt wurden. Am 8. Oktober soll das Urteil fallen.

fro

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