Die Ermittler fanden ihn auf Facebook

Mafioso nach fast 20 Jahren Flucht in Mexiko gefasst

Ciudad Madero - In Mexiko endet ein Ermittlungskrimi: Einer der meistgesuchten Verbrecher Italiens wird in Ciudad Madero gefasst. Die Mafia-Jäger kamen dem Flüchtigen über Facebook auf die Spur.

Ein hochrangiger Mafioso ist in Mexiko nach fast 20 Jahren Flucht gefasst und an die Behörden in Italien übergeben worden. Auf die Schliche kamen ihm die Ermittler über ein falsches Facebook-Profil. Am Freitagabend landete Giulio Perrone am Flughafen Fiumicino bei Rom und wurde von Polizisten abgeführt, wie ein am Samstag veröffentlichtes Video der Polizei zeigt. Er war im Osten Mexikos verhaftet worden.

Der 65-Jährige war der italienischen Polizei zufolge in den 80er und 90er Jahren ein bedeutsamer Kopf der Mafia in Neapel und in internationalen Kokain-Schmuggel verwickelt. In Italien droht ihm nun eine lange Haftstrafe.

Im Januar 1993 war Perrone der Polizei zufolge schon einmal festgenommen worden, weil er gemeinsam mit seiner Frau und einem weiteren Komplizen über Deutschland mehr als 16 Kilogramm Kokain nach Italien geschmuggelt hatte. Die Ware war für den Verkauf durch Familien des Auftrag gebenden Camorra-Clans vorgesehen. Perrone wurde zu einer mehr als 20-jährigen Haftstrafe verurteilt, dann gelang ihm aber die Flucht.

In Mexiko hielt sich der Mafioso illegal auf und verschaffte sich eine neue Identität. Diese machten die italienischen Ermittler auf Facebook aus. In dem sozialen Netzwerk nannte er sich Saverio Garcia Galiero - Galiero sei in Wirklichkeit der Nachname seiner Mutter, teilte die Polizei mit. Bis zu seiner Festnahme lebte er mit einer neuen Ehefrau und Kindern in Tampico im Bundesstaat Tamaulipas, der als Hochburg der mexikanischen Kartelle gilt. 

Mexiko, eine Hochburg von Drogenanbau und Drogenschmuggel, leidet seit Jahren unter einem innerländischen Krieg der Drogenkartelle. Diese fordern immer wieder viele Menschenleben. Erst vor wenigen Tagen hatten Ermittler sechs Menschen tot aufgefunden, die vermutlich dem Bandenkrieg zum Opfer gefallen sind.

dpa/kah

Rubriklistenbild: © AFP

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