Wegen falscher Corona-Panikmache

Mann bezahlt Corona-Infizierten fürs Ware ablecken: FBI ermittelt - Lange Haft droht

Ein Zaun wird vor der Kundgebung „Justice for J6“ (Gerechtigkeit für J6) in Washington DC um den US-Kapitolhügel aufgestellt.
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Ein Mann steht wegen falscher Corona-Panikmache vor Gericht. Es drohen 15 Monate Haft.

Ein Mann in den USA steht wegen falscher Corona-Panikmache vor Gericht. Er behauptete, einen Corona-Infizierten für das Ablecken von Supermarktware bezahlt zu haben. Nun drohen 15 Monate Haft.

San Antonio - Alles nur Spaß? Das Bundesgericht in Texas hat einen Mann zu 15 Monaten Haft verurteilt. Er hatte auf Facebook behauptet, seinen an Corona erkrankten Cousin dafür bezahlt zu haben, Ware in einem Supermarkt abzulecken. Später beteuerte er, es sei nur ein Scherz gewesen. Das Gericht fand das aber weniger lustig.

Corona: US-Amerikaner erlaubt sich einen Spaß, jetzt muss er ins Gefängnis

Der 40-jährige US-Amerikaner drohte gleich zweimal auf Facebook mit seinem „Spaß“: Um die Leute zu verscheuchen, hätte er einen mit Covid-19 infizierten Verwandten bezahlt, damit er in den Supermärkten in San Antonio Lebensmittel ableckt. In einer Pressemitteilung am Montag nahm die US-Staatsanwaltschaft Stellung zum Vorfall, denn die Drohungen stellten sich als falsch heraus. Der Mann hatte Panikmache betrieben, was ihm nun sehr teuer kommt.

Die Beiträge löschte der Mann bereits nach 16 Minuten, vielleicht hatte er doch etwas Angst. Einer seiner Facebook-Freunde machte jedoch einen Screenshot des ersten Posts und spielte ihn dem Southwest Texas Fusion Center (SWTFC) zu, das daraufhin das FBI-Büro in San Antonio für weitere Ermittlungen kontaktierte. Dieses befand den Mann für schuldig, sein Scherz ging nach hinten los. In zwei Fällen des Verstoßes gegen das Bundesgesetz erwartete ihn nun eine Anklage. Es sei ein Verbrechen, einen Scherz mit biologischen Waffen, in diesem Fall mit dem Coronavirus, zu begehen. Es droht lebenslange Haft, wenn ein Mensch dadurch sein Leben verliert.

Mann muss vor wegen Corona-Panikmache vor US-Gericht: Das „ist kein Scherz“

Gerade im April 2020, als sich das Coronavirus mit aller Wucht in den Vereinigten Staaten ausbreitete, erlaubte er sich seinen persönlichen Spaß. Zu diesem Zeitpunkt stand die gesamte Welt vor unsicheren Zeiten, man wusste kaum etwas über Covid-19. Viele Menschen waren verängstigt, wussten nicht mit der pandemischen Lage umzugehen. Zu diesem Zeitpunkt Corona-Scherze zu verbreiten, ist deshalb umso schuldbelastender für den Mann. „Der Versuch, Menschen mit der Drohung zu erschrecken, gefährliche Krankheiten zu verbreiten, ist kein Scherz“, sagte US-Staatsanwalt Ashley C. Hoff laut Gerichtsdokumenten, die der U.S. Staatsanwaltschaft im westlichen Bezirk von Texas vorliegen. „Dieses Büro nimmt Drohungen, die der Gemeinschaft schaden, ernst und wird sie mit der vollen Härte des Gesetzes verfolgen.“

Den Mann erwarten nun 15 Monate Haft. Zudem erhielt er eine Geldstrafe von 1000 Dollar (rund 865 Euro). Seine Strafe möchte er aber nicht antreten, denn er beteuert seine Unschuld. Bei einer Befragung durch das FBI gab der Mann an, dass er die Menschen nur schützen wollte. Sein Motiv sei gewesen, „sie von der Verbreitung des Virus abzuhalten“. Der zuständige Staatsanwaltschaft teilt aber weniger den Humor des Mannes: „Zu versuchen, Menschen mit der Drohung zu erschrecken, gefährliche Krankheiten zu verbreiten, ist kein Spaß“, teilte der zuständige Staatsanwalt Ashley C. Hoff mit.

Corona-Scherz in USA: Soziale Medien schützen nicht vor Strafverfolgungen

Soziale Medien schützen nicht vor Strafverfolgungen. Alles, was man postet, veröffentlicht und teilt, muss auch persönlich vertreten werden. Der Geschäftsführer des Center for Countering Digital Hate, das Fehlinformationen im Zusammenhang mit Corona im Internet verfolgt hat, stellt deshalb klar, der Vorfall sei „ein gutes Beispiel dafür, dass das, was man in den sozialen Medien tut, auch im wirklichen Leben Konsequenzen hat“.

Auch in Deutschland kam er durch den Ausbruch des Coronavirus zu etlichen Straftaten. Unter anderem feierte ein Jugendlicher in einem Club in Bayern, obwohl er bereits infiziert war. (ale)

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