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Wegen einer Lappalie: Mann schraubt mit Holzlatten die Wohnungstür der Nachbarin zu

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Blaulicht
Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach eines Polizeiwagens. Bei einem Nachbarschaftsstreit in der Kurstadt Bad Säckingen musste am Wochenende die Polizei anrücken. © David Inderlied/dpa/Symbolbild

In einem Mehrfamilienhaus schraubte ein Mann die Wohnungstür seiner Nachbarin zu - weil sie ihm zuvor die Tür nicht aufgehalten hatte. Die Polizei musste anrücken.

Bad Säckingen - In der baden-württembergischen Kurstadt Bad Säckingen kam es am Wochenende zu einem außergewöhnlichen Nachbarschaftsstreit. Der Auslöser scheint für Aussenstehende trivial: Eine Frau hatte ihrem Nachbarn die Tür nicht aufgehalten. Der reagierte mit drastischen Mitteln.

Mann schraubt Nachbarin Wohnungstür zu, weil sie ihm die Tür nicht aufgehalten hatte

Mit Holzlatten hat ein 44-jähriger Mann am Samstag die Wohnungstüre seiner Nachbarin in einem Mehrfamilienhaus in Bad Säckingen zugeschraubt. Die Polizei war deshalb gegen 12:45 Uhr benachrichtigt worden. Der Nachbar entfernte im Beisein der Polizei die Latten wieder, hieß es in einem Bericht der Polizei Freiburg. An der Wand sei leichter Sachschaden entstanden. Der 44-Jährige gab an, sich über das Verhalten der Nachbarin geärgert zu haben. So soll die Frau ihm die Türe nicht aufgehalten haben und soll Fenster und Türen des Hauses immer offenstehen lassen.

Polizei Freiburg teilt Vorfall auf Twitter: Nutzer reagieren ungläubig

Die Polizei Freiburg teilte die Meldung zu dem Nachbarschaftsstreit ebenfalls auf dem Kurznachrichtendienst Twitter und erhielt prompt ungläubige Rückmeldungen verschiedener Nutzer. „Normale Nachbarn: kleben passiv-agressive Zettel an die Tür. Er: Schraubt die Tür zu“ kommentiert ein Nutzer etwa. Ein anderer vermutet einen Artikel des Satiremagazins Postillon hinter dem Vorfall. „Der war doch vom Postillon, oder?“ fragt er. Dieser Beitrag bekam sogar eine direkte Antwort der Polizei Freiburg: „Das könnte man vermuten, ist aber nicht so... Schöne Grüße“, schrieben die Beamten.

Nachbarschaftsstreits sind in Deutschland keine Seltenheit. Immer wieder kommt es dabei zu skurrilen Vorfällen, aber auch ernsten Handgreiflichkeiten und Gewalt. Der Psychologe Rolf Schmiel rät zu „herzlicher Distanz“, um Streits unter Anwohnern zu vermeiden, wie er gegenüber BR erklärte. „Wenn ich schon im Vorfeld merke, möglicherweise passen wir gar nicht so gut zueinander - herzliche Distanz aufrecht erhalten. Das heißt freundlich sein, nett lächeln, freundlich grüßen, hilfsbereit sein.“ Gleichzeitig könne man aber auch klarmachen, dass man Privatsphäre brauche und so Konflikte mit Nachbarn umgehen.

Der Landesverband Haus & Grund Rheinland Westfalen rät indes zu einem direkten Gespräch - etwa vor einer Grillparty. Um Nachbarschaftsstreit oder gar rechtliche Konflikte zu vermeiden, empfiehlt der Landesverband Haus & Grund Rheinland Westfalen, das Gespräch mit den Nachbarn zu suchen - und zwar bevor der Grill angeworfen wird. „Dann können sich die Nachbarn auf den Grillabend einstellen und rechtzeitig ihre Fenster schließen“, meint Landesverband-Präsident Konrad Adenauer.

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