Kind aus Schullandheim entführt

Deutscher „Maskenmann“ nun auch in Frankreich unter Verdacht: Tötete Martin N. auch Jonathan (10)?

In den 1990er Jahren sorgte der Maskenmann in Deutschland für Angst und Schrecken.
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In den 1990er Jahren sorgte der Maskenmann in Deutschland für Angst und Schrecken.

Als „Maskenmann“ sorgte Martin N. in Deutschland für Schrecken, drei Jungen tötete der Deutsche. Nun wurde der 50-Jährige nach Frankreich überstellt. Dort erheben Ermittler einen weiteren Verdacht.

Celle - Der als „Maskenmann“ bekannte deutsche Kindermörder Martin N. soll sich nun auch in Frankreich wegen der Tötung eines Jungen verantworten. Die Staatsanwaltschaft in Nantes beschuldigt Martin N. der Entführung und des Mordes an dem zehnjährigen Jonathan, wie die Ermittler am Dienstag mitteilten. Vor seiner Überstellung nach Frankreich verbüßte der 50-Jährige in der JVA Celle wegen Mordes an drei Jungen eine lebenslange Haftstrafe.

„Maskenmann“ aus Deutschland nach Frankreich ausgeliefert - Tötete Martin N. ein weiteres Kind?

Bereits am Freitag war der frühere Jugendbetreuer aufgrund eines europäischen Haftbefehls an die französische Justiz überstellt worden. 2012 hatte ihn das Landgericht Stade wegen dreifachen Mordes und sexuellen Missbrauchs in 20 Fällen schuldig gesprochen.

Seit den 1990er Jahren hatte N. in ganz Deutschland für Schrecken gesorgt. Mit einer Maske vermummt war er in Schullandheime, Zeltlager und in Privathäuser in Norddeutschland eingedrungen. Dort missbrauchte der „Maskenmann“ dann Jungen, drei von ihnen tötete Martin N. dabei. Trotz zahlreicher Fahndungsaufrufe und Fernseh-Sondersendungen kamen ihm die Ermittler jahrelang nicht auf die Schliche. Dann die Wende: eines der Missbrauchsopfer erinnerte sich an einen Betreuer einer Ferienzeit, dieser hatte ihn in seiner Kindheit über seinen Wohnort ausgefragt.

„Maskenmann“ drang in Deutschland in Schullandheime ein - Tötete Martin N. auch Jonathan aus Frankreich?

Nun könnte der „Maskenmann“ für ein weiteres mögliches Opfer zur Rechenschaft gezogen werden. Wie die Anwältin der Familie des kleinen Jonathan gegenüber der Nachrichtenagentur AFP erklärte, gebe es „Ähnlichkeiten“ zu den Missbrauchstaten von Martin N. aus Deutschland. Catherine Salsac hoffe aus diesem Grund auf einen Prozess. Vor einigen Jahren stand auch eine Verbindung zum Fall der verschwundenen Maddie McCann im Raum.

Der zehnjährige Jonathan war im April 2004 nachts aus einem Schullandheim in der Nähe von Saint-Nazaire an der Westküste Frankreichs verschwunden. Seine gefesselte und mit Steinen beschwerte Leiche wurde Wochen später in einem Teich nahe der bretonischen Stadt Guérande entdeckt - etwa 25 Kilometer vom Ort seiner Entführung entfernt.

„Maskenmann“ soll Tat bereits gestanden haben - Ermittler haben Martin N. schon lange im Verdacht

Ermittler vermuteten schon länger, dass Martin N. den Mord beging, konnten dies aber bislang nicht beweisen. Der Familienanwältin zufolge gestand der Deutsche die Ermordung von Jonathan vor rund zwei Jahren einem Mithäftling. Dies habe die Ermittlungen in Frankreich „beschleunigt“, sagte sie. Auch in Frankreich beschäftigt sich eine Ermittlergruppe seit Jahren mit dem ungelösten Fall. Eine DNA-Spur auf dem Bett des getöteten Jonathan führte die Polizei jedoch nicht zu dem Deutschen. Auch ein Massentest in Frankreich verlief ergebnislos.

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