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Mann meldet vergrabene Waffen: Polizei entdeckt daraufhin wertvollen Schatz

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Von: Marcella Moschini

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Vermutlich 1500 Jahre alte Tonfiguren und Gefäße aus der mexikanischen Maya-Kultur.
Vermutlich 1500 Jahre alte Tonfiguren und Gefäße aus der mexikanischen Maya-Kultur. © Ronny Hartmann/dpa

Im Keller eines Bauernhauses in Sachsen-Anhalt hat die Polizei einen alten Maya-Schatz ausgegraben. Die Raubgräberstücke sind ein kleines Vermögen wert.

Klötze (Sachsen-Anhalt) - Was in Filmen und Büchern meist als aufregendes Abenteuer beschrieben wird, endet im echten Leben oft enttäuschend. Die Rede ist von Schatzsuchen. Doch nun wurde im Städtchen Klötze zur Abwechslung eine wahre Kostbarkeiten geborgen. Die Polizei fand im Keller eines Bauernhauses 13 Artefakte aus Mexiko und Guatemala. Ihr Wert: rund 100.000 Euro. Dahinter verbirgt sich ein ungewöhnlicher Kriminalfall.

Ungewöhnlicher Kriminalfall: Polizei findet alten Maya-Schatz in deutschem Bauernhaus

Doch von Beginn an: Vor einigen Monaten klingelte bei der Polizei in Salzwedel das Telefon, wie die Magdeburger Volksstimme zuerst berichtete. Am anderen Ende der Leitung war ein 66-jähriger Mann, der zwar aus Klötze stammt, aber seit vielen Jahren in Frankreich* lebt. Er berichtete, im Jahr 2007 die Artefakte zusammen mit zwei Waffen seines Großvaters in einer Kunststofftonne in seiner Heimat vergraben zu haben.

Anhand seiner Beschreibung des Verstecks in dem Keller machte sich die Polizei im November 2020 an die Arbeit - und barg den Schatz. In der Tonne befanden sich laut Volksstimme zwei alte Waffen, Zeitungen aus dem Jahr 2007 und 13 Figuren, Scherben und Geschirrteile aus Ton. Die neuen Eigentümer des Hauses hatten von dem Schatz im Keller nichts geahnt. Das Landeskriminalamt wurde hinzugerufen und begann zu ermitteln.

Wertvoll und alt: Die Fundstücke stammen aus Mexiko und Guatemala

Schnell stellte sich heraus, dass die Artefakte etwas Besonderes sind. Es handelt sich bei den Figuren, Bechern und Scherben um Fundstücke, die der Kultur der Maya zuzuordnen sind. Der renommierte Maya-Experte Professor Nikolai Grube von der Universität Bonn bestätigte die Echtheit des Fundes. Zwei der Figuren stammen dabei wohl aus der antiken mexikanischen Stadt Teotihuacán. Die anderen Stücke stammen aus dem Norden Guatemalas. 1500 Jahre sind manche Teile alt.

Vermutlich stammen sie aus illegalen Ausgrabungen in Mexiko und Guatemala. Möglicherweise erwarb der frühere Besitzer die Stücke bei einem Aufenthalt in Südamerika auf dem Schwarzmarkt. Juristische Folgen hat das für den 66-Jährigen nicht. Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen wegen des inzwischen verjährten Waffendelikts und des Verstoßes gegen das Kulturgutschutzgesetz, das es zur Tatzeit noch nicht gab, ein.

Momentan werden die Maya-Skulpturen noch in der Staatskanzlei in Magdeburg verwahrt.
Momentan werden die Maya-Skulpturen noch in der Staatskanzlei in Magdeburg verwahrt. © Ronny Hartmann/dpa

Rücküberführung geplant: Die Artefakte sollen zurück in ihre Heimatländer

Eine Art Happy End gibt es für die 13 Artefakte dann aber doch. Momentan liegen die reich verzierten Fundstücke zwar noch im Tresor der Magdeburger Staatskanzlei, bald aber sollen sie in ihre Heimatländer zurückkehren. Die Staatskanzlei will sie zeitnah an Mexiko und Guatemala übergeben, berichtet die Magdeburger Volkstimme weiter.

Über das Auswärtige Amt* wurden die Botschaften von Guatemala und Mexiko informiert und der Rücktransport organisiert. Die offizielle Übergabe ist für Donnerstag kommender Woche (20. Mai) geplant. (mam/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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