Essensverschwendung, Schwarzmarkt und Lieferengpässe

McDonald‘s-Irrsinn wegen besonderer Aktion: Spezielles Happy Meal löst Hype aus

McDonald‘s, Hamburger und Pommes Frites, angebissen.
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Typisches McDonald‘s-Essen: Pommes Frites und Burger.

Eine Kooperation zwischen McDonald‘s und Pokémon löst in Amerika einen regelrechten Ansturm auf die Restaurants aus. Der Konzern ruft inzwischen dazu auf, unbenötigtes Essen zu spenden.

  • Eine Kooperation der Fastfood-Kette McDonald‘s mit Pokémon-Karten in Happy Meals hat in Amerika einen regelrechten Run verursacht.
  • Limitierte Karten können in Sammlerkreisen hohe Preise erzielen.
  • Die Boxen erfreuen sich sehr großer Beliebtheit - für sie wird viel getan. Zu viel?

USA - Das „Happy Meal“ von McDonald‘s ist für jedes Kind das Highlight eines Besuchs beim Fastfood-Riesen. Freude löst insbesondere das darin enthaltene Spielzeug aus, wofür sich die Kette aus den USA immer wieder verlockende Aktionen ausdenkt. Von süßen Plüschtieren bis hin zu Kooperationen mit großen Spielzeugherstellern wechselt der Hersteller immer wieder das verlockende Gadget.

McDonald‘s kooperiert mit der Pokémon Company

In den USA hat sich McDonald‘s nun für eine besonders gefragte Kooperation entschieden. Das Unternehmen kooperiert mit der Pokémon Company, die zu Nintendo gehört. Das Ganze ist eine Sonderaktion zum 25. Geburtstag des Anime-Klassikers, am 27. Februar 2021. 

Neben Hauptspeise, Beilage, Getränk und „Vitaminkick“ finden die Kids in der derzeitigen Edition Pokémon-Karten. Eine Zugabe, die in den USA jetzt einen regelrechten Hype ausgelöst hat - und zwar nicht nur bei den Kindern, sondern auch bei den Erwachsenen. Besonders bei Sammler:innen hat das „Happy Meal“ in Form des gelben Hauptcharakters „Pikachu“ einen regelrechten Run auf die Restaurants verursacht. Auf Twitter posten User:innen, wie sie gleich sechs oder auch zehn statt nur eines „Happy Meals“ kaufen.

Ein Twitter-User kauft gleich sechs „Happy Meals“ der Pokémon-Edition.

Pokémon-Karten: Nicht nur ein Hype, sondern auch richtig viel Geld wert

Grund dafür sind aber nicht nur die Sammelleidenschaften Einzelner. Die Viererpackungen der Karten enthalten jeweils eines der 25 Starter-Pokémon, inklusive „Pikachu“. Sie werden mit einem Logo zum 25. Geburtstag versehen und kommen in einer folierten und normalen Papier-Version. Insgesamt gibt es 50 Sammel-Karten in der limitierten Edition. Bekannterweise zählen einzelne alte Pokémon-Karten aus der ersten Generation inzwischen zu den teuersten Karten der Welt.

Laut der Plattform gamepro.de ist die teuerste Karte die sogenannte „1st Edition Charizard Holo“ (dt. „Glurak“) in einer schattenlosen Hologramm-Version aus dem Jahr 1999. Ursprünglich sollte das „Glurak“-Tier nämlich einen Schatten haben, der in nachfolgenden Druckversionen ausgebessert wurde. Bei einer Auktion ging die Karte am 13. Dezember für 369.000 US-Dollar weg, wie Goldin Auctions damals auf Twitter verkündete. Kurz zuvor wurden noch 350.000 Dollar für ein Exemplar gezahlt. Aber auch YouTuber:innen griffen zum Geburtstagsanlass für einige der Karten tief in die Tasche - so plant beispielsweise der YouTuber Logan Paul sechs „1st Edition Booster Boxen“ live zu öffnen, für welche er laut eigenen Angaben insgesamt stolze zwei Millionen US-Dollar hinblätterte.

Ein Twitter-User teilt seine Eroberungen.

Pokémon-Aktion bei McDonald‘s: Schwarzmarkt boomt, Engpässe gemeldet

Kein Wunder also, dass Sammler:innen nun alles aufkaufen und auch der Schwarzmarkt floriert. Einzelne fangen Boxen mit den begehrten Karten ab und verkaufen sie für teures Geld auf EBay. McDonald‘s Amerika veröffentlichte zur aktuellen Situation nun mehrere Statements: „Mit einer solchen signifikanten Nachfrage für unsere werblichen ‚Pokémon TCG cards‘ und einigen Fans, die extreme Strecken zurücklegen, um welche zu bekommen, arbeiten wir schnell daran, die Engpässe zu bearbeiten. Wir appellieren außerdem stark an die Restaurants, nur eine begründete Menge an ‚Happy Meals‘ pro Kunde zu verkaufen“.

Ein Tweet zeigt die horrenden Summen, für die abgefangene Boxen unter der Hand verkauft werden.

McDonald‘s-Aktion mit Pokémon sorgt für Kritik bei Essensverschwendung

Aber nicht nur das, es gibt noch weitere Probleme. Der Pokémon-Inhalt übertrumpft in mehreren Fällen nämlich auch den eigentlichen Grund, weswegen man sich ein Gericht kaufen sollte: das Essen. Kund:innen beschweren sich über die Essensverschwendung, die entsteht, da viele dieses einfach wegwerfen. McDonald‘s machte währenddessen in einem Statement noch einmal klar, dass kein Spielzeug ohne Essen verkauft wird und fügt hinzu: „Kunden sollten zweimal Nachdenken, bevor sie exzessiv ‚Happy Meals‘ kaufen“. „Nicht benötigtes Essen und Zutaten“ sollte an Familien und Gemeinden in Not gespendet werden. (jh)

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