n Bahn schaltet die Staatsanwaltschaft ein / Rücktritt erst nach der Bundestagswahl?

Mehdorn in der Klemme

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Will von der Bespitzelung nichts gewusst haben: Bahn-Chef Hartmut Mehdorn

Frankfurt/Main - Wegen des Bespitzelungsskandals von 173 000 Bahn-Mitarbeitern gerät Bahn-Chef Hartmut Mehdorn immer mehr unter Druck.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee kritisierte, dass er nur scheibchenweise über die Vorgänge bei der Deutschen Bahn informiert werde. Zwei Bahnexperten der CDU bringen bereits einen Rücktritt von Mehdorn nach der Bundestagswahl ins Spiel. Unterdessen trat der Bahn-Boss am Freitag die Flucht nach vorne an: Die Bahn schaltete die Staatsanwaltschaft ein, um die Vorwürfe über Verstöße beim Datenschutz der Bahn klären zu lassen.

Mehdorn beteuerte gleichzeitig, keinerlei Kenntnis von der heimlichen Überprüfung der Bahn-Mitarbeiter durch eine Detektei gehabt zu haben: „Ich persönlich wusste das nicht.“

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Der Vorstandsvorsitzende beschrieb die Maßnahme nicht nur als Routine, sondern auch als „von den Vereinten Nationen empfohlene“ Vorbeugung gegen Korruption. Auch der Aufsichtsrat habe von den Vorgängen, die sich in den Jahren 2000 und 2001 abgespielt haben, seinerzeit keine Kenntnis gehabt, sagte Mehdorn.

Die Bahn hatte nach eigenen Angaben 173 000 ihrer 240 000 Mitarbeiter heimlich überprüft. Sie hatte Mitarbeiter-Daten mit den Daten von 80 000 Lieferanten abgeglichen, ohne die betroffenen vorher oder danach davon in Kenntnis zu setzen.

CDU-Verkehrsexperte Dirk Fischer erhob trotz der Unschuldsbeteuerung Mehdorns weiter schwere Vorwürfe gegen den Bahnchef: „Mehdorn kann auf keinen anderen zeigen und sagen, der hat das gemacht, ohne dass ich das wusste.“ Die verantwortlichen Mitarbeiter seien Mehdorn unmittelbar zugeordnet. Alles habe in Abstimmung mit dem Vorsitzenden stattgefunden, sagte Fischer.

Enak Ferlemann, Bahnsprecher der Union, brachte Mehdorns Rücktritt ins Spiel: „Ich gehe davon aus, dass vor der Bundestagswahl kein Wechsel an der Bahn-Spitze mehr stattfindet. Weder Union noch SPD haben derzeit ein Interesse an einer Personalrochade. Ich gehe aber davon aus, dass man nach den Wahlen sehr schnell über einen neuen Vorstandsvorsitzenden der Bahn entscheiden wird. Schließlich handelt es sich bei der Bahn um das größte Vermögen, das der Bund verwaltet.“ Der bevorstehende Wahlkampf und das Interesse beider großen Parteien, die Bahnspitze mit einem eigenen Favoriten zu besetzen, rettet Mehdorn nach Ansicht von Ferlemann über das Jahr 2009.

uf.

Quelle: tz

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