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Lauter Knall weckte sie: Frau um ein Haar in eigenem Bett von Meteorit erschlagen

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Von: Anna Lehmer

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Deutschlands schwerster Steinmeteorit liegt vor einem Pressegespräch im Planetarium, wo der Meteoritenexperte des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Heinlein, über die Geschichte und den Stein berichtet. Der Stein wurde bereits 1989 in Blaubeuren gefunden
Eine Frau wurde mitten in der Nacht von einem Weltallbesucher geweckt. Plötzlich lag ein Meteorit neben ihr. © dpa/Felix Kästle

Das war knapp! Eine Frau aus Kanada wurde mitten in der Nacht von einem kuriosen Besucher geweckt. Doch statt Mann, Kind oder Hund liegt plötzlich ein Meteorit neben ihr.

Golden - Unsanft geweckt wurde eine Frau im kanadischen Golden: Ein Meteorit durchbohrte die Schlafzimmerdecke und landete nur wenige Zentimeter entfernt von ihr auf dem Kopfkissen. Ruth Hamiltons neues Kuscheltier wird der Weltraumbrocken nicht, denn um ein Haar hätte er sie erschlagen. Jetzt soll er Teil eines großen Forschungsprojektes werden.

Meteorit schlägt neben schlafender Frau ein: Polizei ist ratlos

Ein tiefer Schlaf ist goldwert. Am 04. Oktober versetzte ein vorbeizischender Feuerball den kanadischen Ort Golden in den Rocky Mountains in Erstaunen. Doch Einwohnerin Ruth Hamilton ließ sich davon wenig beeindrucken und ging trotz einzigartigen Meteoritenspektakels am Himmel schlafen. Verpasst hat sie trotzdem nichts, denn das Phänomen kam ihr näher, als ihr wohl lieb war. Im Moment des Tiefschlafes wurde sie plötzlich von einem lauten Knall geweckt. Auf ihr hätte sie kleine Trümmerteilchen gespürt, erzählt sie der amerikanischen Zeitung Victoria News, und wusste nicht, was passiert war. Mit einem Meteoriten konnte sie kaum rechnen, sodass sie erst einmal das Licht einschaltete und sich umblickte. Kein Dieb, kein ungebetenes Tier und keine Enkelkinder konnte sie entdecken.

„Helles Licht am Himmel“, das explodierte: Meteorit besucht Frau im Tiefschlaf

Den ungebetenen Gast entdeckte sie dann auf ihrem Kopfkissen. Ein grauer Stein lag darauf. Sofort hätte sie die örtliche Polizei alarmiert, doch der Beamte sei genauso ratlos über die Herkunft des nächtlichen Besuchers gewesen wie Hamilton. Er vermutete zunächst den Ursprung des Steines in einer benachbarten Baustelle, doch schloss diese Möglichkeit nach einem Anruf aus: „Wir riefen beim Canyon-Projekt an, um zu erfahren, ob dort Sprengungen durchgeführt wurden. Das war nicht der Fall, aber sie sagten, sie hätten ein helles Licht am Himmel gesehen, das explodiert sei und einen Knall verursacht habe“, so Hamilton.

Frau ist froh, dass Meteorit „nur vom Himmel gefallen“ ist

Der Groschen fiel und der Stein wurde als Meteorit identifiziert. Hamilton sei mehr als erleichtert gewesen: „Ich habe gezittert und hatte Angst, als es passierte. Ich dachte, jemand sei hineingesprungen oder es sei ein Gewehr oder so etwas. Es ist fast eine Erleichterung, als wir merkten, dass es nur vom Himmel gefallen sein kann.“

Ruth Hamilton: Spirituelle Erfahrung durch Nahtodmoment

Die Kanadierin sieht trotz der Nahtoderfahrung und der Beschädigung ihres Daches etwas Gutes im Meteoriten-Vorfall. Sie hat erkannt, „dass das Leben kostbar ist und jeden Moment vorbei sein kann, auch wenn man denkt, dass man sicher und geborgen in seinem Bett liegt“, sagte Hamilton Victoria News. „Ich hoffe, dass ich es nie wieder als selbstverständlich ansehe.“ Es ist schließlich auch etwas sehr Besonderes, neben einem Jahrmillionen alten Stern aufzuwachen. Dennoch findet sie, dass ein Weltallbesuch im Leben genug ist.

Meteorit wird wichtiger Bestandteil der Weltallforschung

Gerade wird der Stein vom Department of Physics and Astronomy der Western University in London, Ontario untersucht. Peter G. Brown, Professor für Physik und Astronomie ist sich über die Herkunft und das Alter relativ sicher. In einem Interview mit der Vancoucer Sun erzählt er, dass der 4,5 Milliarden Jahre alte Meteorit älter als alles sei, was auf der Erde vorkommt. Er hätte ein ungewöhnliches Gewicht für ein Gestein dieser Größe, denn der Anteil an Eisen und Nickel sei größer als bei allen bisherig untersuchten Meteoriten. Der kuriose Fund der Frau sei wichtig für die Menschheit, denn der Stein werde "ein kleines Teil eines größeren Puzzles" sein. Er soll ein wichtiger Bestandteil der Erforschung um die Bildung des frühen Sonnensystems werden. Danach bekommt Ruth Hamilton ihren Meteoriten selbstverständlich wieder zurück, schließlich hat er sie auch fast erschlagen.

Nur mit der Versicherung muss sich Hamilton noch herumschlagen, denn es könnte etwas schwierig werden, einen Meteoriten-Schaden zu melden. Ihre Versicherungsgesellschaft wolle erst einmal eine Hausbegehung durchführen, um zu sehen, ob die durch Weltraummüll verursachten Löcher im Dach finanziell gedeckt werden können, erzählt Hamilton.

Vor Kurzem wurde auch in Deutschland ein rätselhafter Feuerball am Himmel gesichtet. (ale)

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