Er war zu weit gegangen

MH17: Reporter entschuldigt sich für Kofferwühlen

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Colin Brazier entschuldigte sich für seine Tat.

München - Es war ein fürchterlicher Fehler. Ein Sky-Reporter hatte vor laufender Kamera in den Sachen eines Opfers des Fluges MH17 gewühlt. Jetzt entschuldigt er sich ausführlich und erklärt seine Tat.

Es ist eine Szene, die die Internet-Gemeinde heftig erregte. Ein Sky-Reporter steht inmitten von Gepäckstücken und Wrackteilen des Fluges "MH17" und wühlt vor laufender Kamera im Koffer eines Opfers. Er holte eine Flasche heraus und einen Schlüssel. Noch während er das macht, fällt ihm auf, wie falsch sein Verhalten ist. Er entschuldigt sich kurz für seine Aktion.

Jetzt hat Colin Brazier im britischen "Guardian" einen ausführlichen Artikel geschrieben, in dem er versucht seine Gedanken und seine Gefühlslage zu erklären. "Wenn ich mich bei jemanden persönlich entschuldigen könnte, würde ich es sofort tun", steht in dem Bericht. Er kann sich selbst kaum erklären, was ihn zu dieser Dummheit trieb, bittet jedoch auch um Verständnis für seine Situation.

Sky entschuldigt sich ebenfalls

Auf dem Trümmerfeld durften sich die Journalisten frei bewegen, erzählt er. Keine Polizei, kein Militär, keine Sicherheitsleute und auch kein Fernsehstudio waren da, um für Ordnung zu sorgen. Dann sah er andere TV-Reporter, die Gegenstände in der Hand hatten und in die Kamera sprachen. "Ich nahm dummerweise an, dass sei ein Präzedenzfall", begründet Brazier seine respektlose Handlung.

Während er die auf dem Boden liegenden Sachen für den TV-Zuschauer beschreibt, sieht er im Augenwinkel eine pinkfarbene Trinkflasche. "Sie kam mir bekannt vor. Meine sechs Jahre alte Tochter hat eine ähnliche", schreibt er in seiner Erklärung. Er hob sie hoch und realisierte zu spät, dass er die Grenze von Anstand und Geschmack überschritten hatte.

Auch sein Arbeitgeber Sky entschuldigte sich öffentlich für die Handlung von Brazier. Der Sender hatte jedoch auch Verständnis für sein Handeln, wie er schreibt.

Alle Informationen zur Aufklärung und weiteren Entwicklungen finden Sie in unserem Ticker vom Montag.

ms

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