Missbrauch und Mord an Baby: Angeklagter soll gestanden haben

Bielefeld - Der wegen Missbrauchs und Mordes an einem Baby angeklagte 25-Jährige hat angeblich einem Häftling das Verbrechen gestanden.

Dieser sagte am Donnerstag als Zeuge vor dem Landgericht Bielefeld, es sei “abartig“ gewesen, was der Angeklagte ihm während eines Gespräches durch die Zellenfenster der Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Brackwede erzählt habe: Es sei “über ihn gekommen“, als er den Säugling auf dem Arm gehalten habe. Faktisch schilderte er eine Vergewaltigung. Der 25-Jährige hat nach seiner Aussage auch zugegeben, das Baby geschlagen und geschüttelt zu haben.

Anschließend sei ihm “kotzübel“ gewesen, sagte der Zeuge, und fügte hinzu, nach langem Überlegen habe er schließlich den Leiter der Justizvollzugsanstalt und die Vorsitzende Richterin per Brief über das Gespräch informiert, weil er das “dem kleinen Mädchen und der Mutter schuldig“ sei.

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Der Angeklagte hatte in den polizeilichen und staatsanwaltlichen Vernehmungen stets Bemühungen beschrieben, wie er dem angeblich bereits leblosen Baby helfen wollte. Vor Gericht aber schweigt er bislang zum Tatvorwurf, trotz mehrfacher gegenteiliger Ankündigungen seiner Rechtsanwälte.

Der Arbeitslose war allein mit der kleinen Tochter seiner 21-jährigen Freundin in deren Wohnung in Herford. Er hatte in der Nacht zum 25. Februar die Polizei alarmiert. Der leblose Säugling wurde in der Klinik wiederbelebt, starb danach aber.

Innere Blutungen durch stumpfe Gewalt

Die Rechtsmedizinerin, die den Leichnam obduziert hatte, bescheinigte, dass die Aussage des Zeugen zu den medizinischen Befunden passe. Zum Tod des Mädchens geführt haben demnach innere Blutungen, hervorgerufen durch stumpfe Gewalteinwirkung, sowie Kopfverletzungen und ein Schütteltrauma. Diese Verletzungen seien durch missglückte Wiederbelebungsversuche nicht vollständig zu erklären.

Ein Fachmann für forensische Molekulargenetik stellte am Donnerstag außerdem die Ergebnisse der DNA-Analysen vor. Danach wurden am Körper des Säuglings Blut und geringe Ejakulatspuren gefunden. Er schloss aber nicht aus, dass Letztere auch durch eine zwischengeschaltete dritte Person übertragen worden sein könnte.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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