Missbrauchsopfer wehrten sich gegen “Maskenmann“

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Der mutmaßliche Kindermörder Martin N.

Stade - Einige Missbrauchsopfer des mutmaßlichen Kindermörders Martin N. haben mit ihrer abwehrenden Haltung womöglich schlimmere Straftaten verhindern können.

Ein 28-jähriger Zeuge sagte am Montag im Prozess gegen den in der Öffentlichkeit als Maskenmann bezeichneten 40-Jährigen vor dem Landgericht Stade, er sei als Neunjähriger auf einer Klassenfahrt von einem Unbekannten aufgefordert worden, sein Bett zu verlassen. Das habe er aber nicht getan. Der Angeklagte sagte über seine Verteidiger, er könne sich an die Vorfälle zum Teil nicht erinnern.

Zwei Mal habe nachts an seinem Bett in einem Schullandheim ein maskierter Mann gestanden, erinnerte sich der 28-Jährige. Dieser habe einen silbernen Gegenstand, möglicherweise ein Messer, bei sich getragen. Der Mann habe ihn am Rücken berührt und ihn aufgefordert mitzukommen. “Ich komme nicht mit“, habe er damals geantwortet. Daraufhin habe der Fremde den Schlafraum verlassen.

Prozessbeginn gegen den Maskenmann

Am Landgericht Stade in Niedersachsen beginnt am Montagmorgen der Prozess gegen den mutmaßlichen Kindermörder Martin N. © dapd
In einem Gefahrentransporter wird... © dapd
... der 40-jährige Angeklagte zum Landgericht Stade gebracht. © dapd
Dem Angeklagten wird von der Staatsanwaltschft vorgeworfen, ... © dpa
... drei Jungen im Alter von 8 bis 13 Jahren ermordet zu haben. Außerdem werden ihm 20 Missbrauchstaten an Kindern zur Last gelegt. © dapd
Er soll seine Opfer von 1992 an in Schullandheimen, Zeltlagern und in Bremer Wohnhäusern missbraucht oder sie von dort aus verschleppt haben. Aus diesem Landheim war Dennis K. entführt worden. © dapd
Der als "schwarzer Mann" oder "Maskenmann" Gesuchte war im April in Hamburg nach einer neuen Zeugenaussage eines frueheren Missbrauchsopfers festgenommen worden. Der Angeklagte hat bei polizeilichen Vernehmungen die Taten gestanden. © dapd
Im September 2001 durchsuchte die niedersächsische Polizei ein Waldstück bei Wulsbüttel nach dem vermissten Dennis K. © dapd
In einem Buschwerk bei Kirchtimke (Kreis Rotenburg-Wümme) wurde die Leiche schließlich gefunden. © dapd

Ein 26-Jähriger, dessen Aussage bei der Polizei vor Gericht verlesen wurde, berichtete, wie er 1995 in einem Schullandheim von einem Unbekannten missbraucht worden sei. Ein Maskierter sei an sein Bett gekommen. Als er zur Toilette habe gehen müssen, habe ihn der Mann begleitet. Er habe dem Unbekannten gesagt, er fühle sich schlecht. Daraufhin sei der Mann wieder gegangen.

Ein heute 27 Jahre alter Zeuge sagte, er sei Anfang der 1990er Jahre von einem Unbekannten abgefangen worden und sexuell belästigt worden. Er habe ihm zu verstehen gegeben, dass er dies nicht wolle. Kurze Zeit danach sei er freigelassen worden. Erst später habe er erfahren, dass neben dem Bett seines Bruders mehrmals ein fremder Mann gestanden habe.

Der 40-jährige Martin N. ist angeklagt, drei Jungen im Alter von acht bis 13 Jahren ermordet und 20 Missbrauchstaten verübt zu haben. Zwischen 1992 und 2001 soll er maskiert in Schullandheime, Zeltlager und Wohnhäuser eingedrungen sein.

dapd

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