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„Höllenhund“: Neue Corona-Subvariante BQ.1.1 sorgt wohl für bislang ungewöhnliche Symptome

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Von: Martina Lippl

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Wissenschaftler haben aktuell den „Höllenhund“ (Cerberus) im Visier. Die neue Omikron-Subvariante BQ.1.1. Die Symptome sind offenbar anders ausgeprägt.

Berlin – Der dritte Corona-Winter steht bevor. Viele Menschen haben inzwischen das Interesse an der Corona-Pandemie verloren. Wissenschaftler dagegen verfolgen die Entwicklungen sehr genau. Nun taucht eine neue Omikron-Sublinie BQ.1.1. mit dem Spitznamen „Höllenhund“ oder auch „Cerberus“ auf. Die Figur „Cerberus“ stammt aus der griechischen Mythologie und der Name ist natürlich nicht offiziell. Doch es gibt eine unfassbare Anzahl von Omikron-Sublinien BA.1, BA.2, BA.5 und da ist schon schwer den Überblick zu behalten.

Warum heißt BQ.1.1 auch „Höllenhund“ oder „Cerberus“?

Omikron-Subvariante BQ.1.1: Ist der „Höllenhund“ oder „Cerberus“ gefährlich?
Omikron-Subvariante BQ.1.1: Ist der „Höllenhund“ oder „Cerberus“ gefährlich? © Christian Ohde/imago

„Höllenhund“ oder „Cerberus“ für BQ.1.1 kursierte wohl erstmals auf Twitter. Auch andere Omikron-Sublinien bekamen einen speziellen Variantennamen verpasst: Die Omikron-Sublinie BA.2.75 hat den Spitznamen „Centaurus“, die Rekombinante XBB wird als „Gryphon“ bezeichnet.

Doch zurück zum „Höllenhund“. Trotz des bedrohlichen Namens gibt es zunächst keinen Hinweis darauf, dass BQ.1.1 gefährlicher ist, als andere. BQ.1.1. stammt von BQ.1 ab. Beides sind Nachkommen von Omikron BA.5.

„Höllenhund ist sicherlich kein geeigneter Name“, sagte Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie der Nachrichtenagentur dpa. Watzl schlug vor, für die Varianten, die vorherrschend werden, offizielle und einfachere Namen als BA.1, BA.2, BA.5 oder BQ.1.1 zu finden.

Ist die Omikron-Sublinie BQ.1 gefährlich?

Der „Höllenhund“ oder BQ.1.1 ist ein Abkömmling von der Omikron-Subline BA.5. In Deutschland dominiert aktuell genau dieser Sub-Typ das Infektionsgeschehen. Doch der Anteil der neuen Subvarianten wächst. BQ.1. verbreitet sich in Europa rasend schnell. Nach Angaben der britischen Gesundheitsbehörden ist BQ.1 um 29 Prozent besser übertragbar als der ursprüngliche Omikron-Stamm. Experten beobachten bereits einen exponentiellen Anstieg der Omikron-Untervariante.

Offenbar trickst die neue Subvariante BQ.1.1 das Immunsystem besser aus. Die Corona-Fallzahlen werden vermutlich wieder steigen, warnt die europäische Seuchenschutzbehörde ECDC vor Kurzem. Ob der „Höllenhund“ deswegen auch für schwerer Verläufe verantwortlich sein wird, lasse sich schwer abschätzen. Bisher gebe es keine Hinweise auf schwerere Verläufe im Vergleich zu BA.4 und BA.5.

Was sind die Symptome von BQ.1.1?

In Frankreich ist die Subvariante BQ.1.1 auf Rekordkurs. Offenbar treten im Zusammenhang mit dem „Höllenhund“ dort andere Symptome auf. Über diese neuen Symptome berichtet die französische Presse. So könnte die neue Omikron-Subvariante laut dem L´Indépendant Herzrhythmusstörungen und starke Kopfschmerzen verursachen. Folgende Symptome seien demnach alarmierend:

Das sind die häufigsten Omikron-Symptome laut RKI

Die häufigsten Symptome einer Omikron-Infektion zu Beginn einer Erkrankung sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) Husten (42 Prozent), Fieber (26 Prozent), Schnupfen (31 Prozent) sowie Störungen des Geruchs- oder Geschmacksinns (19 Prozent). Die Daten wurden dem RKI zufolge im deutschen Meldesystem erfasst.

Weitere Covid-19-Symptome laut RKI

Unter weiteren Symptomen zählt das RKI Halsschmerzen, Atemnot, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Bindehautentzündung (Konjunktivitis), Hautausschlag, Lymphknotenschwellung, Apathie und Somnolenz (Schläfrigkeit) auf.

Welche Rolle spielt BQ.1.1 in Deutschland?

In Deutschland flacht die Herbst-Welle von BA.5 getrieben gerade ab. Ob sich mit BQ.1 auch die häufigsten Symptome ändern, bleibt abzuwarten. Die neuen Omikron-Subvarianten könnten die nächste Corona-Welle in Deutschland anschieben, befürchten Virologen. Schon Ende Oktober warnte Charité-Impfstoffforscher Leif Erik Sander vor den Varianten wie BQ.1. „Der Winter kommt und er wird anscheinend echt anstrengend“, schreibt Sander auf Twitter. Trotz einer gewissen Immunflucht wird der neue angepasste Omikron-Impfstoff auch gegen die Subvariante BQ.1.1 wirken, jedenfalls in der Theorie. Davon gehen Experten aus. Ob das auch in der Realität so sein wird, wird sich zeigen. (ml)

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