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Mord-Geständnis bei „Wahrheit oder Pflicht“: Freunde halten es erst für einen Scherz

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Von: Patrick Huljina

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Mary Gregory aus Heysham in England.
Mary Gregory starb im Alter von 94 Jahren. (Archivbild). © Lancashire Police

Im englischen Heysham starb eine Frau nach einem Brand. Zunächst ging man von einem Unfall aus – ehe sich der Täter bei einer Runde „Wahrheit oder Pflicht“ verriet.

Heysham - Mary Gregory war 94 Jahre alt, als im Mai 2018 ihr Haus in der englischen Kleinstadt Heysham in Flammen stand. Die Frau litt an Demenz und war zudem starke Raucherin. Wenige Tage nach dem Brand starb sie in einem Krankenhaus in der Stadt Lancaster an den gesundheitlichen Folgen des Feuers. Ein tragischer Unfall, dachten alle – bis eine Gruppe von Studenten „Wahrheit oder Pflicht“ spielte.

England: Mord-Geständnis bei „Wahrheit oder Pflicht“

Wenige Wochen nach der Beerdigung seiner Oma traf sich Tiernan Darnton mit Freunden. Bei einer Runde „Wahrheit oder Pflicht“ sollte der 20-Jährige sein dunkelstes Geheimnis verraten. „Ich habe ein Geheimnis, das ich noch niemandem erzählt habe. Ich habe vielleicht jemanden umgebracht“, verriet Darnton seinen Freunden daraufhin. Das berichteten mehrere britische Medien, unter anderem The Sun.

Demnach erklärte der 20-Jährige seinen Freunden, dass er seine Oma getötet habe. Er wollte sie „von ihren Leiden befreien“, soll Darnton ihnen gesagt haben. Die Freunde hielten es zunächst für einen schlechten Scherz, behielten das dunkle Geheimnis des jungen Engländers für sich – bis er sich schließlich selbst verriet.

Bei einem Therapie-Gespräch im Mai 2019 packte Darnton aus. Ein Freund könne ihn „ins Gefängnis bringen, wegen der Dinge, die er weiß“, erzählte er seinem Betreuer. „Ich weiß nicht genau, was Sie sagen, aber ich glaube, Sie wollen mir sagen, dass Sie jemanden umgebracht haben“, soll der Therapeut laut Sun daraufhin gesagt haben. Darnton nickte nur.

England: Student tötete seine Oma – Ermittlungen dauern an

In einer weiteren Sitzung schilderte der 20-Jährige, dass er die Vorhänge im Haus seiner Oma angezündet habe. Im Mai 2019 wurde Darnton schließlich von der Polizei festgenommen. Die Ermittler konnten seinen Google-Suchverlauf rekonstruieren. Im Juni 2018 suchte der Engländer unter anderem nach: „Mörder voller Verzweiflung“, „Ich bin ein Mörder“ und „Ich bin ein Monster und ich fahre zur Hölle“. Im August 2018 soll er demnach nach „Ich fühle mich schuldig, weil ich einen geliebten Menschen von seinem Elend erlöst habe“, gesucht haben.

Die Ermittlungen dauern laut Sun aktuell immer noch an. Der 20-Jährige bestreitet allerdings nun die Tat. Er behauptet, seine Aussagen beim „Wahrheit oder Pflicht“-Spiel mit seinen Freunden müssten „im Kontext meiner psychischen Probleme und insbesondere meines aufmerksamkeitssuchenden Verhaltens zu dieser Zeit verstanden werden“. In einem Statement an die Polizei erklärte Darnton, er wollte seine Freunde dazu bringen, ihn durch die schockierenden Aussagen mehr zu mögen.

Ein renommierter Archäologe aus Bayern und seine 14-jährige Tochter sind in Paraguay getötet worden. Der Mörder ist auf der Flucht. Zwölf Jahre nach Tod von Dominik Brunner muss sein Mörder im Dezember erneut vor Gericht. (ph)

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