Kaltblütiger Mord in USA

Teenagerin wird während Kinofilm erschossen – und keiner hat etwas gehört

18-jährige Teenagerin in Kinosaal erschossen – doch ihre Leiche wird erst nach der Vorstellung gefunden (Symbolbild)
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18-jährige Teenagerin in Kinosaal erschossen – doch ihre Leiche wird erst nach der Vorstellung gefunden (Symbolbild)

Erst nach der Filmvorstellung wurde die Leiche der 18-Jährigen von den Putzkräften gefunden. Die tödlichen Schüsse während des Films hatte wohl niemand gehört.

Corona/USA – In einem Kino des „The Crossings Shopping Center“ im südlich von Kalifornien gelegenen Corona, USA, kam es während einer Vorstellung zu einer schrecklichen Gewalttat. Während der Film „The Forever Purge“ lief, der finalen Fortsetzung der „Purge“-Filmreihe, wurde eine 18-Jährige erschossen, ihr Begleiter überlebte verletzt. Bei dem Opfer handelt es sich um die Teenagerin Rylee Goodrich, einer Studentin der Grand Canyon University in Arizona, die für die Sommerferien in Corona war. Bei ihrem verwundeten Begleiter handelt es sich um Anthony Barajas, ein bekannter TikTok-Influencer mit rund einer Million Follower, schreibt CBS Los Angeles.

Mord im Kinosaal: Niemand hörte die tödlichen Schüsse

In der „Purge“-Reihe geht es um ein dystopisches Amerika, in der für eine Nacht kein einziges Gesetz mehr gilt. Bürger dürfen also tun, was sie wollen – auch morden. „The Forever Purge“ ist der Abschluss der Horror-/Thriller-Filmreihe. Für die verhängnisvolle Abendvorstellung am Montag waren gerade einmal sechs Tickets verkauft worden – zwei davon gingen an Goodrich und Barajas, ein Ticket an den späteren Mörder.

Die während der 21:30 Uhr-Vorstellung abgegebenen Schüsse hatten die anderen Kinobesucher anscheinend nicht mitbekommen. Erst die Putzkräfte, die nach der Filmvorstellung des Saal aufräumten, fanden die Leiche der 18-jährigen Goodrich sowie den verwundeten Barajas.

Dass der Täter mit der Waffe in den Kinosaal gelangen konnte, wundert Kaylin Dillon, eine Mitarbeiterin des Kinos, die an dem Tatabend jedoch nicht arbeitete. Sie würden eigentlich tägliche Taschenkontrollen durchführen, erzählt sie CBS Los Angeles. Ob die Waffe dabei übersehen wurde oder der Täter sie in einem Halfter am Gürtel führte und sie so unbemerkt in den Kinosaal schmuggelte, könne sie nicht sagen, so Dillon.

Mord im Rahmen eines Raubüberfalls? Die Vermutung der Polizei

Dringend tatverdächtig ist der 20-jährige Joseph Jimenez. Laut Mitteilung des Polizeidepartements von Corona führten Beamte am Tag nach dem Mord eine Hausdurchsuchung in der Wohnung des Verdächtigen durch. Dabei fanden sie unter anderem eine Schusswaffe, deren Kaliber zu den tödlichen Schüssen der Kinovorstellung passte und den Verdacht stark erhärtete. Kurze Zeit später nahm die Polizei Jimenez fest, nachdem Nachbarn mögliche Aufenthaltsorte des 20-Jährigen an die Beamten weitergegeben hatten.

Wie die Polizei mitteilt, geht der derzeitige Ermittlungsstand nicht davon aus, dass sich Opfer und Täter vorher kannten. Auch eine Verbindung mit örtlichen Gangs schließen die Ermittler aus. Ein klares Mordmotiv ist also unklar, Jimenez wird aber angeklagt wegen Mordes, versuchten Mordes und Raubüberfalls. Nicht unwahrscheinlich ist also ein eskalierter Raubversuch, der zum Tod der jungen Frau geführt hatte. Jimenez befindet sich derzeit in Untersuchungshaft, seine Kaution wurde auf zwei Millionen Dollar festgesetzt. (fh)

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