Mordanklage gegen zwei "Hells Angels"

+
Angehörige der Hells Angels: Zwei Mitglieder der Rockergruppe wurden nun angeklagt. (Symbolbild)

Kaiserslautern - Drei Monate nach der Ermordung eines führenden Mitglieds der Rockergruppe “Outlaws“ hat die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern zwei Mitglieder der konkurrierenden “Hells Angels“ angeklagt.

Wie die Ermittler am Mittwoch erklärten, handelt es sich bei den Beschuldigten um einen 42-jährigen Maschinenschlosser aus dem pfälzischen Rockenhausen und einen 28-jährigen Nachtclubbetreiber aus Mannheim. Ein 27-jähriger Mannheimer, der ebenfalls unter dringendem Tatverdacht steht, ist noch flüchtig.

Großalarm für Polizei: Hells Angels kommen

Hells Angels
Wer sie nicht kennt: Die Hells Angels sind ein Rocker- und Motorradclub, dessen Mitglieder öfter mit dem Gesetz in Konflikt geraten. © dpa
Hells Angels
Die Werte der „Höllenengel“ lauten Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Respekt und Freiheit. © dpa
Hells Angels
Gegründet wurde der Club 1948 in Kalifornien. © dpa
Als „Backpatch“, also Logo auf der Lederjacke, wird ein Totenkopf mit Flügeln verwendet, der als „Deathhead“ bezeichnet wird. Der Schriftzug, und damit die Clubfarben, ist rot auf weiß.
Als „Backpatch“, also Logo auf der Lederjacke, wird ein Totenkopf mit Flügeln verwendet, der als „Deathhead“ bezeichnet wird. Der Schriftzug, und damit die Clubfarben, ist rot auf weiß. © dpa
Rocker der Hells Angels auf dem Weg zu einem Treffen in Prag.
Rocker der Hells Angels auf dem Weg zu einem Treffen in Prag. © dpa
Hells Angels
Vor einem Treffen werden zwei Hells Angels von der Polizei durchsucht. © dpa
Hells Angels
Ein Rocker macht mit seinem Motorrad den „Burn out“. © dpa
Hells Angels
Mitglieder der Hells Angels werden auf dem Weg zur Autobahn von Polizeifahrzeugen eskortiert. © dpa
Hells Angels
Mitglieder der Hells Angels werden auf dem Weg zur Autobahn von Polizeifahrzeugen eskortiert. © dpa
Hells Angels
Ein Polizist überwacht ein Treffen der Hells Angels. © dpa
Hells Angels
Ein Treffen der Hells Angels. © dpa
Hells Angels
Ein Polizist überwacht ein Treffen der Hells Angels. © dpa
Hells Angels
Europatreffen der Hells Angels mit Kaffeefahrt: Die Mitglieder sitzen in einem Boot, einem so genannten "Auswanderer", um zu der Insel Wilhelmstein im Steinhuder Meer überzusetzen. Dort gibt es erst Kaffee und Kuchen. Anschließend beginnt eine Party. © dpa
Hells Angels
Rund 1500 Mitglieder waren mit ihrem Motorrädern zum Europatreffen gekommen. Dafür ist extra ein Gelände in einem Industriegebiet angemietet worden. © dpa
Hells Angels
Hells Angels © dpa
Hells Angels
Eine Kutte der Hells Angels und bei einer Razzia beschlagnahmte Waffen in der Asservatenkammer des Polizeipräsidiums in Kassel. © dpa
Hells Angels
Nach einer Gerichtsverhandlung haben sich Mitglieder der früher verfeindeten Rockergruppen Bandidos und Hells Angels eine Schlägerei geliefert. Die Polizei hat einige von ihenn verhaftet. © dpa
Hells Angels
Nach der Schlägerei auf offener Straße wurde dieses Mitglied der Hells Angels verhaftet. © dpa
Hells Angels
Hells Angels auf ihren schweren Maschinen. © dpa
Hells Angels
Ein festgenommener Rocker. © dpa
Hells Angels
Die „Kutte“ der Hells Angels. © dpa

Wie der Leitende Oberstaatsanwalt Helmut Bleh berichtete, geriet das 45-jährige Tatopfer am 26. Juni zufällig in das Visier der Beschuldigten. Der 42-Jährige sei drei Tage zuvor in Bad Kreuznach von einem Mitglied der “Outlaws“ verprügelt worden und habe sich dafür an einem anderen Mitglied desselben Clubs rächen wollen. Die drei Beschuldigten hätten daher am Abend des 26. Juni ein Lokal im pfälzischen Marnheim beobachtet, das als Treffpunkt der “Outlaws“ bekannt sei. Als das spätere Tatopfer das Lokal verließ, um zunächst nach Kirchheimbolanden und später nach Hause zu fahren, sei ihm das Trio in einem Auto gefolgt. Bei Stetten hätten die Tatverdächtigen das Motorrad des 45-Jährigen mit dem Auto überholt und gestoppt. Der 28-Jährige soll mit einem Teleskop-Schlagstock auf ihn eingeprügelt, der 27-Jährige soll ihm mit einem Messer insgesamt sieben Stiche in den Rücken und in die Seite versetzt haben. Anschließend nahm der 28-jährige “Höllenengel“ dem Schwerverletzten noch seine Lederweste mit den Club- und Rangabzeichen der “Outlaws“ ab. Die Anklage lautet auf Mord, Raub mit Todesfolge sowie räuberischen Angriff auf einen Kraftfahrer.

Beide Beschuldigte in U-Haft

Das Opfer starb zwei Stunden später im Krankenhaus. Der Getötete war Präsident einer regionalen Untergliederung der “Outlaws“ und führte das sogenannte Chapter Donnersberg. Zu seiner Beerdigung am 30. Juni kamen im pfälzischen Mettenheim rund 1.000 Rocker aus ganz Deutschland zusammen. Der 42-jährige Beschuldigte wurde am gleichen Tag in der Pfalz festgenommen, der 28-Jährige am 6. August in Portugal. Beide sitzen in Untersuchungshaft. Die “Outlaws“ wurden nach eigener Darstellung 1935 in McCook, einem Vorort von Chicago, gegründet und sind damit einer der ältesten Motorradclubs der Welt. Der deutsche Zweig geht auf die 1973 im fränkischen Kitzingen gegründeten “Ghost Riders“ zurück, die sich 2001 den “Outlaws“ anschlossen. Der Club hat im Bundesgebiet knapp 40 regionale Untergliederungen, die sogenannten Chapter.

ap

Auch interessant

Meistgelesen

Nach Bombendrohung in Köln: Auch München und Bremen betroffen - Täter aus dem rechten Spektrum?
Nach Bombendrohung in Köln: Auch München und Bremen betroffen - Täter aus dem rechten Spektrum?
Bei seiner Beerdigung: Verstorbener bringt Trauergäste mit Botschaft zum Lachen
Bei seiner Beerdigung: Verstorbener bringt Trauergäste mit Botschaft zum Lachen
Lotto-Millionärin inzwischen noch reicher - mit ihrem Körper verdient sie tausende Euro
Lotto-Millionärin inzwischen noch reicher - mit ihrem Körper verdient sie tausende Euro
Bräutigam vergeht sich an Brautjungfer - seine Zukünftige reagiert unbegreiflich
Bräutigam vergeht sich an Brautjungfer - seine Zukünftige reagiert unbegreiflich

Kommentare