Tödlicher Wutanfall

Mordender Kontrollfreak tappt in eigene Falle

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Simon G. will Berufung gegen das Urteil einlegen.

Sydney - Heimlich installierte er Kameras im Haus, um seine Freundin zu überwachen. Das wurde einem Australier zum Verhängnis, als er sie in einem Wutanfall tötete.

Lisa H. war eine bildhübsche ehemalige Ballerina. Sie lebte in einem Appartement in Sydney mit ihrem Freund, Simon G. Doch die Beziehung bröckelte schon seit einiger Zeit. Schuld daran war die extreme Kontrollsucht des Australiers. So benutzte er unter anderem ein Computerprogramm, um ihre E-Mails und SMS zu lesen, die sie sendete und empfing.

Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, hatte die Kanadierin am Abend des 11. Juli 2011 genug von den Eifersüchteleien des 40-Jährigen und teilte ihm mit, dass sie ihn verlassen werde. G. flippte völlig aus, ging auf die Kanadierin los und schleppte sie auf den Balkon im 15. Stock des Hauses. Verzweifelt schrie die Frau um Hilfe, doch seine Hand auf ihrem Mund erstickte ihre Schreie. Dann stieß der Mann sie in die Tiefe. 

Das alles weiß man, weil der Kontrollfreak einen schweren Fehler machte: Die PC-Schnüffeleien waren ihm nämlich nicht genug. Er hatte ohne das Wissen seiner Freundin in der gemeinsamen Wohnung Kameras installiert, die sie auf Schritt und Tritt überwachten. Die schrecklichen letzten Augenblicke im Leben von Lisa H. auf Video waren in dem Mordprozess, der jetzt in Sydney zuende ging, als Beweismittel zugelassen. "Miss H. muss schreckliche Angst gehabt haben", sagte Richterin Lucy McCallum.

Auch wenn die Kameras den Todesstoß selber nicht eingefangen hatten, folgte McCallum am Dienstag der Anklage, die den Mord als erwiesen ansah, und verurteilte den Mann zu 26 Jahren Gefängnis. Neben dem Überwachungsvideo gab es weitere Indizien und belastende Aussagen: So hatte man auf dem Balkon seine Fingerabdrücke gefunden, ihre aber nicht. Ein weiterer Zeuge will gesehen haben, wie ein Mann auf dem Balkon stand und "etwas Dunkles" in die Tiefe fiel. Der Mann habe darauf einen Geste des Sieges gemacht.

Den Ausführungen des 40-Jährigen, der bereits Ende 2013 schuldig gesprochen war, schenkte das Gericht keinen Glauben. Der hatte erklärt, H. habe Selbstmordgedanken gehabt und sei ausgerutscht, nachdem sie über die Balkon-Brüstung geklettert sei. Laut einer Zeugenaussage hatte der Verurteilte aber früher bereits gedroht, er werde seine Freundin umbringen und die Tat wie einen Selbstmord aussehen lassen. 

Der Angeklagte habe während des Prozesses keinerlei Reue gezeigt, weshalb es auch kaum Hoffnung gebe, dass er nach Absitzen seiner Strafe wieder sozial integrierbar sein werde, erklärte die Richterin. Der Australier jedoch beteuerte seine Unschuld und will Berufung einlegen.

hn/afp

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