17 Jahre nach dem Verschwinden 

Mordfall Peggy Knobloch: Was ist über den Verdächtigen bekannt?

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Wird der Mörder der kleinen Peggy bald überführt?

Rund zwei Jahre nach dem Fund der Leiche von Peggy Knobloch gerät nun ein Verdächtiger ins Visier der Ermittler. Manuel S. war bereits vor 17 Jahren im Kreis der Verdächtigen. 

Marktleuthen/Wunsiedel - Ein Schwammerlsucher machte vor zwei Jahren im bayerisch-thüringischen Grenzgebiet einen schrecklichen Fund: Skelettteile der seit dem 7. Mai 2001 verschwundenen, damals neunjährigen Peggy aus Lichtenberg (Kreis Hof). Jetzt, zwei Jahre später, ergab sich eine Spur aus dem Fund im Waldstück von Rodacherbrunn, die zu dem 41-jährigen Manuel S. aus Marktleuthen (Kreis Wunsiedel) führt. Dieser war Kinder- und Jugendfreund des später zu Unrecht wegen Mordes verurteilten Ulvi K. gewesen. 

Manuel S. hatte sich damals auch bei der Suche nach dem Mädchen beteiligt. Doch nun gilt er als Beschuldigter in einem Ermittlungsverfahren in einem Mordfall. Dringend tatverdächtig ist er nicht, nach einer Vernehmung kam er frei. Zuvor hatten den ganzen Tag über Einsatzkräfte Objekte durchsucht. Hintergrund ist eine laut Polizei „Neubewertung bereits bestehender polizeilicher Erkenntnisse zusammen mit jetzt vorliegenden Untersuchungsergebnissen von am Fundort in Rodacherbrunn sichergestellten Spuren“. Der Mann habe bereits im Zusammenhang mit dem Verschwinden der damals neunjährigen Peggy K. für die Ermittler zu einem relevanten Personenkreis gehört.

Mordfall Peggy: Was ist über Manuel S. bekannt?

7. Mai 2001: An dem Tag, als Peggy verschwand, hatte Manuel S.  seinen 24. Geburtstag. Der im Jahr 2004 verurteilte und in einem Wiederaufnahmeverfahren 2014 freigekommene Gastwirtsohn Ulvi K.  (heute 40) hatte ihn in einer seiner ersten Vernehmungen als Täter benannt. Es wurde ein Verfahren wegen Verdachts des Totschlags eingeleitet. Zu dem Zeitpunkt renovierte Manuel S. am Lichtenberger Marktplatz ein Haus, in unmittelbarer Nachbarschaft zu Peggy Knobloch. Das Verfahren wurde nach umfangreichen Ermittlungen im Mai 2002 eingestellt.

Was hat Manuel S. mit dem damals verurteilten Ulvi K. zu tun?

Manuel S. wiederum hatte als Zeuge angegeben, er habe Ulvi K., der an einer geistigen Behinderung leidet, am Tag von Peggys Verschwinden gegen 13 Uhr gesehen, wie er den Schlossberg in Lichtenberg hinunterging. Ulvi K., der später in seinem falschen Geständnis von einem letztlich fatalen Aufeinandertreffen mit Peggy an jener Örtlichkeit sprach, habe einen Blaumann angehabt.

Hat der Verdächtige Manuel S. ein Alibi?

Manuel S. gab an, er sei an jenem Tag vormittags auf dem Landwirtschaftsamt in Münchberg gewesen, was bestätigt ist. Dann sei er zum Finanzamt nach Hof gefahren und schließlich nach Naila. Nachmittags habe er seinen Geburtstag gefeiert und mit seiner Mutter Blumen umgetopft. Aufzeichnungen der Sparkasse Lichtenberg zeigen, dass er am 7. Mai 2001 um 15.17 Uhr ein Bankgeschäft erledigte. Im April 2002 wollte die Polizei Manuel S. erneut vernehmen. Der wollte aber nicht mehr kooperieren. Er sagte, er habe schon genug mitgemacht.

Im Mai 2002 sagte die Mutter von Manuel S. plötzlich aus, sie habe Ulvi am 7. Mai 2001 ebenfalls gesehen. Gegen 12.55 Uhr während einer Besorgungsfahrt auf einer Holzbank im Bereich des Henri-Marteau-Platzes in Lichtenberg. Dem Platz, an dem das Mädchen um 13.15 Uhr zum letzten Mal auch anderen auffiel. Die Mutter sagte zudem aus, sie habe ihn auch um 13.10 Uhr dort gesehen, bekleidet mit blauem Arbeitsoverall.  Sie habe beobachtet, dass sich der Gastwirtsohn mit zwei Schülerinnen unterhielt. Diese kannte sie nicht, beide hatten einen Schulranzen dabei. 

Ulvi K. wurde in einem ersten Prozess verurteilt. 

Zu dem Zeitpunkt, um 13.15 Uhr, stand Ulvi K. aber der Aussage seiner Eltern zufolge erst vom Mittagessen auf. Diese neue Aussage der Mutter von Manuel S. wurde zum wichtigsten Baustein zu K.s späterer Verurteilung. Die Ermittler hatten sich zwar gewundert, dass Ulvi K. trotz Regens auf der Bank gesessen sein soll, dennoch wurde der Mutter geglaubt. Die Verteidiger empörten sich darüber im Prozess, für sie  hatte die Mutter diese Aussage nur gemacht, um sich dafür zu rächen, dass ihr Sohn beschuldigt worden war.

Mordfall Peggy Knobloch: Ulvi K. wird freigesprochen

Ulvi K. wiederum hatte in seinem Geständnis vom Juli 2002  zunächst seinen Vater beschuldigt, ihm beim Beseitigen der Leiche geholfen zu haben. Dann beschuldigte er auch Manuel S. des gleichen Vergehens. Im selben Monat räumte er auf einer Fahrt Beamten gegenüber aber ein, dass er dies zu Unrecht gemacht habe.

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