Mordprozess gegen falschen bayerischen "Rockefeller"

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Zuerst gab er sich als Rockefeller aus, dann entführte er seine Tochter. Nun droht dem 50-jährigen Bayer ein Mordprozess.

Los Angeles - Ein Bayer gab sich jahrelang in den USA als Rockefeller-Nachkomme aus. Wegen Entführung seiner Tochter sitzt der 50-Jährige schon im Knast. Nun kommt ein Mordprozess auf ihn zu - 27 Jahre nach der Tat.

Ein als “falscher Rockefeller“ bekannter Hochstapler aus Bayern muss in Kalifornien wegen Mordvorwürfen vor Gericht. Nach einer mehrtägigen Anhörung in Los Angeles gab ein Richter am Dienstag grünes Licht für einen Prozess gegen den 50-Jährigen. 27 Jahre nach dem mysteriösen Verschwinden eines kalifornischen Ehepaares brachte die Anklage nach Ansicht des Richters genügend Beweise vor, um den Mann vor Gericht zu stellen. Laut einem Bericht der “Los Angeles Times“ soll er am 9. Februar vor den Haftrichter treten.

WANTED! Die Top Ten der US-Fahndungsliste

Die Top Ten der US-Fahnungsliste
Robert William Fisher, auf der Liste seit dem 29. Juni 2002. Er soll seine Ehefrau und seine zwei Kinder ermordet haben. Außerdem soll er anschließend das eigene Haus in die Luft gejagt haben. Alle Informationen: Stand: 23. November 2011 © 
Die Top Ten der US-Fahnungsliste
Jason Derek Brown, auf der Liste seit dem 8. Dezember 2007. Er soll einen bewaffneten Raubüberfall auf einen Geldtransporter begangen und dabei einen Wachmann erschossen haben. © 
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Eduardo Ravelo, auf der Liste seit dem 20. Oktober 2009. Er soll der Leader der Barrio Azteca Gang gewesen sein. Diese Bande soll in Drogengeschäfte involviert gewesen sein und Morde im Auftrag des Drogenkartells des berüchtigten Vicente Carrillo Fuentes begangen haben. © 
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Semjon Judkowitsch Mogilewitsch, auf der Liste seit dem 23. Oktober 2009. Er ist momentan der einzige mutmaßliche Wirtschaftsstraftäter auf der Liste. Er soll Tausende von Investoren um viele Millionen US-Dollar gebracht haben. Der Vorwurf: Betrug! © 
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Víctor Manuel Gerena, auf der Liste seit dem 14. Mai 1984 - gesucht wegen eines bewaffneten Raubüberfalls auf eine Sicherheitsfirma. Dabei soll er etwa sieben Millionen US-Dollar erbeutet und zwei Angestellten eine rätselhafte Flüssigkeit gespritzt haben. © 
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Joe Luis Saenz, auf der Liste seit dem 19. Oktober 2009. Er soll zwei Gangmitglieder erschossen sowie seine Freundin gekidnapped, vergewaltigt und anschließend ermordet haben. Auch bei einem weiteren Mord soll er die Finger im Spiel gehabt haben. © 
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Alexis Flores, auf der Liste seit dem 2. Juni 2007. Er soll eine 5-Jährige entführt und umgebracht haben. © 
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Glen Stewart Godwin, auf der Liste seit dem 7. Dezember 1996. Er ist aus dem Hochsicherheitsgefägnis von Folsom in Kalifornien geflohen. Dann landete er wegen Drogenhandels in Mexiko im Knast. Auch dort gelang ihm die Flucht, wobei er auch noch einen Mithäftling ermordet haben soll. © 
Fidel Urbina wird unter anderem wegen vorsätzlichen Mords, Entführung und sexuellen Missbrauchs gesucht. Eine Frau soll er im März 1998 in Chicago, Illinois, geschlagen und missbraucht haben, eine andere im Oktober des Jahres geschlagen, missbraucht und zu Tode stranguliert haben. Ihre Leiche wurde im Kofferraum eines Autos gefunden, das in Brand gesteckt worden war. © 
Eric Justin Toth, auf der Liste seit dem 10. April 2012. Der ehemalige Lehrer an einer Privatschule soll kinderpornografische Werke besessen und produziert haben. Er gilt als Computer-Experte. © 

Der Mann war bereits im vergangenen März wegen Mordes angeklagt worden. Im Juli hatte er auf “nicht schuldig“ plädiert. Der Fall dreht sich um das Verschwinden eines jungen Ehepaares im Jahr 1985. Damals soll der Deutsche im kalifornischen Gästehaus von Linda und Jonathan Sohus gewohnt haben. Die Leiche des Mannes wurde 1994 zufällig bei Bauarbeiten im Garten des Hauses gefunden. Von der Frau fehlt weiterhin jede Spur. Dank neuer DNA-Untersuchungsmethoden waren die Ermittlungen wieder ins Rollen gekommen.

Angeklagter wollte blutverschmierten Teppich verkaufen

In den letzen fünf Tagen waren Zeugen zu Wort gekommen, die mit dem Deutschen in den 80er Jahren Kontakt hatten. Ein Ehepaar sagte aus, der Mann habe ihnen einen Teppich mit Blutflecken verkaufen wollen. Eine Ex-Freundin berichtete, dass er sich die Haare gefärbt und einen neuen Namen zugelegt habe, als ihm Ermittler auf die Spur gekommen seien.

Der Mann sitzt bereits im Gefängnis. Er war 2009 wegen Entführung seiner Tochter in Boston nach einem Sorgerechtsstreit zu mindestens vier Jahren Haft verurteilt worden. Jahrelange hatte er sich als “Clark Rockefeller“, Nachfahre der legendären amerikanischen Industriellen-Dynastie, ausgegeben und sich so Zugang zu wohlhabenden Kreisen in den USA verschafft.

dpa

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