„Haben Sie mal versucht...“

Lidl begeistert Kunden mit Neuerung - Sie könnte vieles bewirken - „Wie geil ist Lidl eigentlich?“

Ein Kunde entdeckt bei Lidl eine Neuheit, die viele begeisterte. Sie steht für mehr Inklusion. Kunden fingen sogar an ihre persönlichen Geschichten zu teilen. Es wird klar: Es muss sich etwas verändern.

  • Einkaufen mit Rollstuhl ist nicht das einfachste Unterfangen.
  • Daher zeigte sich ein Jodel-Nutzer von einer Innovation bei Lidl sichtlich erfreut.
  • Mittlerweile gibt es die Gefährte auch bei anderen Supermärkten.

München - In den Supermarkt gehen, einkaufen und den Wagen vollfüllen. Gesagt, getan - klingt einfach. Doch nicht für jeden. Denn wer im Rollstuhl sitzt und keinen Einkaufswagen schieben kann, hat es nicht leicht. „Haben Sie mal versucht, mit einer Hand den Rollstuhl und mit der anderen Hand den Einkaufswagen zu bewegen? Das ist sehr schwierig“, erklärt beispielsweise die Behindertenbeauftragte Janine Malik, gegenüber der Morgenpost. „Wir müssen die Verpackungen irgendwie auf unseren Beinen balancieren.“ Ein schwieriges Unterfangen.

Janine Malik ist selbst betroffen. Sie leidet an Multiple Sklerose. Aktuell geht es ihr gut, sagt sie, doch der Rollstuhl steht allzeit bereit.

Neue Einkaufswagen im Supermarkt: Jodel-Nutzer sind begeistert - „Wie geil ist Lidl eigentlich?“

Es gibt Abhilfe für die Einkaufs-Problematik, die auch ein Nutzer auf Jodel entdeckte. Er postete ein Bild der neuartigen Einkaufswagen bei Lidl. Die Körbe hängen höher als üblich, sodass ein Rollstuhl ohne Probleme unter den Wagen passt. „Wie geil ist Lidl eigentlich?“, kommentierte der Nutzer. Doch eine Frage bleibt: „Würde mich interessieren, wie das geht, wenn man mit zwei Händen den Rollstuhl antreiben muss. Wie hält man dann den Einkaufswagen?“

Lidl hat neben herkömmlichen Einkaufswagen nun auch Rollstuhlgerechte im Angebot. Jodel-Nutzer feiern es.

„Mit den schwarzen Griffen unten, die werden wahrscheinlich am Rollstuhl befestigt“, vermutet ein Nutzer. Und richtig. Ebenso erklärt es auch Janine Malik: „Der Einkaufswagen wird an den Rollstuhl geklemmt. Bewegt man dann mit seinen Händen die Räder des Rollstuhls, bewegt sich der Einkaufswagen mit.“ Ein wichtiger Schritt, um Rollstuhlfahrern das Einkaufen zu erleichtern.

Neue Einkaufswagen im Supermarkt: Nutzer teilt persönliche Geschichte über seinen Bruder - Veränderung in Sicht

Wie wichtig die Einführung solcher Einkaufswagen ist, zeigt ein Alltagsbeispiel eines Jodel-Nutzers. „Mein Bruder ist Rollstuhlfahrer“, schreibt er. „Wenn er zum Einkaufen geht, dann schnallt er sich einen Rucksack auf den Bauch, aber das ist alles andere als optimal. Er geht aber eh selten selber alleine zum Einkaufen, u.a. weil er an die oberen Regale eh nicht hinkommt.“

Es besteht also Handlungsbedarf. „Neben der Bereitstellung von Behindertenparkplätzen, automatisch öffnenden Türen, breiten und freien Gängen sowie ausreichend Platz im Kassenbereich, können die Einkaufswagen dazu beitragen, den Alltag für Menschen im Rollstuhl besser zu machen“, meint Janine Malik. Mittlerweile haben mehrere Supermärkte die neuen Wagen eingeführt. Janine und ihr Team setzen sich für die Ausbreitung derer in Berlin ein. Und ein Jodel Nutzer hat sie auch schon bei Rewe gesehen. Aber nicht nur Einkaufswagen, auch das ein oder andere Corona-Schild sorgt aktuell für Aufmerksamkeit. (chd)

Rubriklistenbild: © Martin Wagner via www.imago-images.de

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