Tierschützer protestieren

Müssen für den ESC 2017 tausende Hunde sterben?

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Kiew -In der Ukraine soll es wiederholt zu brutalen Tötungen von Straßenhunden kommen. Was bereits im Vorfeld zur EM 2012 für Furore sorgte, wird nun beim ESC 2017 wieder zum aktuellen Thema.

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew gibt es sehr viel Straßenhunde. Herrenlos streunen sie durch die Gassen der knapp Drei-Millionen-Einwohner-Stadt, wo am 13. Mai 2017der Eurovision Song Contest (ESC) stattfinden wird. Die Vereinigung Animal Rights Switzerland/ France informierte nun den NDR und die Europäische Rundfunkunion (EBU) über die "befürchtete Tötung von Straßenhunden für den Eurovision Song Contest 2017 in der Ukraine". 

In einem Schreiben gab der Tierschutzbund an, dass bereits im Vorfeld zur Fußball EM 2012 tausende ukrainische Straßenhunde einer Art „Säuberungsaktion“ zum Opfer gefallen sein sollen. Dies sei nun beim ESC 2017 erneut zu befürchten. Es lägen demnach Beweise vor, dass privat beauftragte Hundefänger bereits mit dem Töten erster Tiere begonnen hätten. 

Der Vorsitzende des ESC-Fanclubs der Ukraine, Paul Hrosul, weiß um die angeblichen Hundetötungen auf den Straßen Kiews, sieht darin aber nicht nur eine Reinigung des Stadtbildes sondern auch eine Art Erlösung für die Tiere:  „Ja, es stimmt, diese Praxis gibt es nicht nur in Kiew. Aber speziell zum ESC hat man sich das nicht ausgedacht. Alle Hunde, die auf der Straße wohnen, wurden eingesammelt und umgebracht, da es nicht viele Hundeheime gibt“, sagte er gegenüber der ARD.

Deutscher Tierschutzbund überwacht Situation in Kiew

Lea Schmitz, die Pressereferentin des Deutschen Tierschutzbundes e.V. plädierte bereits 2012 für eine sinnvollere Lösung des Straßenhund-Problems: „Das Einfangen und Töten von Straßenhunden ist nicht nur grausam, sondern auch sinnlos. Um die hohe Anzahl an Straßentieren langfristig und tierschutzgerecht zu verringern, sind andere Lösungen nötig“, erklärte sie auf ARD-Anfrage.

Mit dem Konzept "Einfangen, Kastrieren, Freilassen" habe man bei Projekten in der Ukraine sowie in anderen Ländern schon viel erreicht.

Schmitz berief sich auf Kontakte in der Ukraine, nach denen noch kein offizieller Auftrag zur vermehrten Tötung der Straßentiere wegen des ESC gegeben worden sei. Dennoch seien die sogenannten „Dog Hunter“ auch weiterhin auf Kiews Straßen unterwegs. Grausamkeiten seien also nicht ausgeschlossen.

EBU sieht sich nicht in der Verantwortung

Die ESC-Delegation unter ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber will das Thema im März bei einem Treffen aufarbeiten und auch mit der EBU darüber debattieren. Die EBU teilte in einer Pressemitteilung mit, dass sie in keinster Weise mit möglichen Hundetötungen auf Kiews Straßen in Verbindung stehe. Jedoch wolle sie sich auch nicht in stadtinterne Angelegenheiten einmischen. „Die EBU interveniert nicht in andere Arten von Rechtsvorschriften, die nicht spezifisch mit öffentlichen Medien in Verbindung stehen“, so ein Pressesprecher. Somit sei es der Stadt Kiew selbst überlassen, wie sie mit den Tieren umgehen will.

Vitali Klitschko, ehemaliger Profi-Boxer und mittlerweile Bürgermeister der Stadt Kiew, bat in einem Video seine Landsleute, die Straßenhunde zu schützen und das sinnlose Töten zu unterlassen. Auch die Petitionswebsite change.org startete einen Aufruf, um das brutale Vorgehen der Tierquäler zu verhindern.

Katharina Haase

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