Stillen in der Öffentlichkeit

Frau schlägt Mutter ins Gesicht, weil sie ihr Baby stillt - jetzt kann sie keine Milch mehr geben

Eine Frau stillt ihr Kind.
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Einer Frau wurde ins Gesicht geschlagen, weil sie öffentlich ihr Kind gestillt hat.

Weil sie ihr Kind in der Öffentlichkeit stillte, wurde einer jungen Mutter aus Frankreich ins Gesicht geschlagen. Seitdem kann sie keine Milch mehr geben.

Bordeaux - Es gibt immer noch viele, die sich daran stören, wenn Mütter ihre Babys in der Öffentlichkeit stillen (*tz.de berichtete). Das belegt eine Vielzahl an Berichten zu stillenden Müttern, die angefeindet wurden.*

In Frankreich wurde kürzlich eine junge Mutter in einer Postfiliale attackiert, weil sie ihren Sohn für alle Anwesenden sichtbar stillte. Maÿlis aus Bordeaux wurde von einer anderen Frau einfach geschlagen - niemand ging dazwischen. Im Gegenteil: Eine weitere Frau in der Filiale schien den Angriff sogar zu befürworten, wie rtl.de berichtet.

Stillende Mutter weinte nach Ohrfeige und flüchtete nach Hause

Die Mutter hatte in der Postfiliale eigentlich nur ein Paket abholen wollen. Ihr Sohn fing während der Wartezeit jedoch an zu weinen, weil er Hunger hatte. Zunächst versuchte die Mutter, ihn zu beruhigen. Als das allerdings nicht half, entschied sie sich dafür, den Jungen vor Ort zu stillen.

Einer anderen Kundin in der Postfiliale schien das jedoch nicht zu gefallen. Zunächst soll sie die Frau beschimpft und angeschrien haben: „Schämst du dich nicht? Du bist eine Mutter! Du solltest deinen Sohn zu Hause füttern.“

Anschließend habe sie der Mutter ins Gesicht geschlagen, wie diese in einem Instagram*-Video erzählt. Was diese besonders störte: Sie hatte sich bewusst bedeckt gehalten, indem sie ein spezielles Still-T-Shirt trug, das die Brust versteckt.

Mutter Maÿlis war erschüttert über die Reaktionen

Kein anderer Kunde kam der Mutter zur Hilfe oder versuchte, sie zu verteidigen. Die Tat fand sogar Zustimmung: „Die Dame hinter ihr in der Schlange, gratulierte ihr dazu“, erzählt die Frau. Sie selbst wehrte sich nicht gegen den Angriff - aus Sorge um ihr Kind, das sie auf dem Arm trug.

„Meine einzige Reaktion war, meinen Sohn zurück in den Kinderwagen zu setzen, meine Sonnenbrille aufzuheben, die auf den Boden gefallen war, nach Hause zu fahren und zu weinen“, sagte die Mutter auf dem Instagram-Kanal  „doctissimo“.

Ohrfeige hat schwerwiegende Konsequenzen für die junge Mutter

Doch mit der öffentlichen Attacke sollte die Erniedrigung für die junge Mutter nicht enden. Nachdem sie ihren Mut zusammengenommen hatte, ging sie zur Polizei und wollte Anzeige erstatten. Das Unglaubliche: Selbst die Beamten waren auf der Seite der Täterin. Ihrer Meinung nach sei sie selbst schuld.

Die Aufregung hervorgerufen durch die Attacke und die Ignoranz der Polizei sorgte bei der Mutter für einen Anstieg der Stress-Hormone, was dazu führte, dass sich die Ausschüttung der Still-Hormone gleichzeitig reduzierte.

„Seitdem das passiert ist, habe ich keinen Tropfen Milch mehr gegeben“, erzählt die Mutter auf Instagram. Sogar auf ihren kleinen Jungen hatte der Vorfall Auswirkungen: Er soll seitdem eine Blockade im Hals haben. *tz.de ist ein Angebot der IPPEN.MEDIA.

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