Hilferufe führen ins Leere

Mutter lässt ihr Kind sterben, weil sie lieber trinken geht - Vor Gericht zeigt sich dramatisches Ausmaß

In Schottland muss eine Mutter ins Gefängnis, weil sie lieber eine Kneipe besuchte, als sich um ihr Kind zu kümmern - mit tödlichen Folgen (Symbolbild)
+
In Schottland muss eine Mutter ins Gefängnis, weil sie lieber eine Kneipe besuchte, als sich um ihr Kind zu kümmern - mit tödlichen Folgen (Symbolbild).

Eine überforderte Mutter hält ihre Tochter für süchtig nach Aufmerksamkeit und lässt sie alleine. Als die Frau aus der Kneipe zurückkehrt, liegt das 13-jährige Mädchen im Sterben.

  • Tragisches Familienschicksal in Schottland: Ein Teenager muss sterben, weil die Mutter lieber eine Kneipe besucht.
  • Das Gericht arbeitet die Umstände des Todes der 13-Jährigen auf - und kommt zu erschreckenden Erkenntnissen.
  • Sharon Goldie vernachlässigte ihre Tochter und misshandelte sie. Dabei litt das Mädchen unter einer Erkrankung.

Wishaw - Ein tragischer Fall von Vernachlässigung hat in Schottland dazu geführt, dass eine 45-Jährige für mehr als drei Jahre im Gefängnis landet. Dabei deckte die Gerichtsverhandlung auf, dass die Frau selbst vom Schicksal gebeutelt ist und ließ in diesem dramatischen Todesfall eines jungen Mädchens mildernde Umstände gelten.

Die 13-jährige Robyn Goldie war krankheitsbedingt auf ärztliche Hilfe angewiesen, was durch die eigene Mutter jedoch verwehrt wurde. Im Juli 2018 kam es schließlich zum Drama: Statt ihre Tochter in ein Krankenhaus zu befördern, ließ Sharon Goldie ihren Nachwuchs auf der Couch alleine - und machte sich auf den Weg in ein Pub.

Schottland: Mutter lässt Tochter verwahrlosen - und verweigert ihr medizinische Hilfe

Es war die letzte Unterlassung nach einer Kette von Versäumnissen, die nun bei einer Gerichtsverhandlung aufgearbeitet wurden. Wie der Sheriff Court der Stadt Edinburgh feststellte, habe die Frau ihrer Tochter in erheblichem Ausmaß Grausamkeiten zugefügt. So wurde das Kind nicht ausreichend mit Nahrung und Kleidung versorgt, dazu sei es zuhause regelmäßig zu kalt gewesen. Auch hygienisch gab es Missstände: Das Mädchen sei regelmäßig Ausscheidungen von Katzen ausgesetzt gewesen, was zu einem Flohbefall führte. Schließlich verabreichte die Mutter ihrer Tochter auch noch Alkohol und ließ sie Cannabis rauchen.

Gestorben ist das Mädchen aus der schottischen Stadt Wilshaw letztlich an den Folgen eines Magengeschwürs. Dieses wäre laut Gutachten bei rechtzeitiger Behandlung keinesfalls tödlich verlaufen. Doch obwohl eine medizinische Versorgung unumgänglich war, ergriff die nun verurteilte Mutter keine Initiative und ignorierte den gesundheitlichen Zustand von Robyn. Am Tag vor ihrem Tod am 26. Juli 2018 habe die 13-Jährige einen Nachbarn gebeten, einen Krankenwagen zu rufen. Doch obwohl sie akute Atemnot besaß, schickte die Mutter sie zurück ins Haus.

Robyn Goldie (l.) auf einer privaten Aufnahme. Die 13-Jährige starb, weil ihre Mutter sie vernachlässigt hat.

Am Tag darauf bekam das kranke Mädchen Schmerzmittel verabreicht, ehe sich die Mutter auf den Weg in die Kneipe machte. Als sie Stunden später zurückkam, fand sie ihre Tochter zusammengesackt vor - zog es aber dennoch vor, im Garten einen Drink zu zu nehmen. "Eine Stunde später war das Mädchen tot", so die traurige Analyse der Gerichtsmedizin.

Schottland: „Süchtig nach Aufmerksamkeit“ - Vorgeschädigte Mutter bringt Tochter zu Tode

Warum hatte die 45-Jährige auf die Not ihrer Tochter nicht reagiert? Sie habe sie für „süchtig nach Aufmerksamkeit“ gehalten. Nun muss die Mutter büßen - und wurde zu einer Haftstrafe von 3 1/2 Jahren verurteilt. Bei der Urteilsverkündung flossen mildernde Umstände ein: Sharon Goldie erlitt als Neunjährige ein schweres Schädel-Hirn-Trauma, das sich mit zunehmendem Alter negativ auf die Handlungsfähigkeit auswirkte. Zudem sei eine weitere Tochter der dreifachen Mutter auf mysteriöse Weise in China ums Leben gekommen.

Ebenfalls tragisch: Im Alter von vier Jahren wurde die verstorbene Robyn ihrer Mutter entzogen, da diese eine Alkoholproblem hatte. Das Mädchen lebte bei ihrer Großmutter und soll dort in einem „stabilen Zustand“ gewesen sein. Doch im Jahr 2017 bekam Sharon Goldie das Sorgerecht zurück - eine Fehlentscheidung mit tragischem Ende.

Ebenfalls in Schottland gab es vor einigen Wochen einen Großeinsatz nach einem schlimmen Unglück: Ein Zug entgleiste, wodurch mehrere Menschen ums Leben kamen. Maddie McCann gilt noch immer als vermisst, doch könnte der Fall vor der Aufklärung stehen. Das ist bislang über das Verschwinden bekannt.  (PF)

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare