Nach Babymord: Mutter gesteht und erklärt

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Ein Spezialkommando der Polizei verschaffte sich Zutritt zur Wohnung der Tatverdächtigen.

Berlin - Warum musste das Baby sterben? Polizei und Staatsanwaltschaft suchen nach dem Motiv der verdächtigen Berliner Mutter. Einen verwirrten Eindruck mache die Frau nicht, sagen Ermittler.

Eine Mutter in Berlin hat zugegeben, ihren neugeborenen Sohn aus dem Fenster geworfen zu haben. Der Junge, der nur wenige Stunden alt wurde, sei an seinen “multiplen Verletzungen“ durch den Sturz aus dem 5. Stock eines Wohnhauses im Stadtteil Charlottenburg gestorben, sagte ein Polizeisprecher am Montag. “Der Tatverdacht gegen die Mutter hat sich erhärtet.“

Die 40-Jährige sollte noch am Montag einem Richter zum Erlass eines Haftbefehls wegen Totschlags vorgeführt werden. Zunächst sollte die Frau noch einmal vernommen werden. Allmählich erhellt sich der Blick auf das Motiv der Frau für die schockierende Tat: Das Kind sei einfach nicht erwünscht gewesen, hieß es von der Berliner Staatsanwaltschaft. Die Frau soll zuvor bereits mehrere Kinder zur Welt gebracht haben und dann in fremde Obhut gegeben haben.

Am Sonntagmorgen hatte ein Anwohner den toten Säugling in einem Hinterhof entdeckt. Der Rentner berichtete in der “RBB-Abendschau“, ihm sei ein blauer Müllsack aufgefallen, aus dem kleine Füße und Hände ragten.

Mann und Tochter aus Polizeigewahrsam entlassen

Laut Polizei wurde das Kind in der Nacht zum Sonntag in der Wohnung des Mietshauses am Spandauer Damm geboren. Nach dem grausigen Fund des toten Babys führten blutige Spuren schnell zu der Wohnung. Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei stürmte sie. Die Mutter, ihre 15 alte Tochter sowie der 44-jährige Lebensgefährte ließen sich widerstandslos abführen.

Der Mann ist seit Sonntagabend wieder auf freiem Fuß. Der Tatverdacht richte sich nicht mehr gegen den 44-Jährigen, sagte der Sprecher. Der Polizei ist der Mann als Gewalttäter bekannt. Auch die Tochter wurde aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Sie kam bei Verwandten unter.

Die Mutter mache keinen verwirrten Eindruck - “eher einen kühlen“, sagte der Polizeisprecher. Die dringend Tatverdächtige habe ausgesagt, weder der Mann noch die Tochter hätten etwas mit dem Tod des Kindes zu tun. Die Frau sei am Sonntag ambulant medizinisch behandelt worden und befinde sich nun in Polizeigewahrsam.

Ein früheres Kind zur Adoption freigegeben?

Spekulationen, wonach Drogen eine Rolle gespielt haben könnten, bestätigte die Polizei am Montag nicht. “Ein Drogen- oder Trinkermilieu ist nicht erkennbar.“ Medienberichten zufolge soll die Frau vor schon zwei Jahren ein Kind zur Welt gebracht und zur Adoption freigegeben haben.

Es ist nicht das erste Mal, dass in Berlin ein Baby aus dem Fenster geworfen wurde. Weihnachten 2010 hatte ein ähnlicher Fall die Öffentlichkeit erschüttert. Eine 20-Jährige aus Rumänien hatte ihr Neugeborenes in den verschneiten Hof ihrer Berliner Wohnung geworfen. Der Kleine starb an Unterkühlung. Die Frau wurde im Juni zu einer Bewährungsstrafe wegen Totschlags von zwei Jahren verurteilt. Das Landgericht ging von einer extremen Ausnahmesituation der Frau aus.

dpa

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