817.000 Euro Beute in 79 Sekunden

Nach Blitz-Überfall auf KaDeWe: Frau verurteilt

Berlin - Maskierte erbeuten spektakulär Schmuck und Uhren im Wert von 817.000 Euro - innerhalb von 79 Sekunden. Von der Beute taucht nur ein Collier wieder auf. Die Spur führt zu einer ehemaligen Wirtin. Nun fiel das Urteil.

Ein Beutestück aus einem spektakulären Raubüberfall auf das Luxuskaufhaus KaDeWe Ende hat einer Frau in Berlin eine Geldstrafe von 1350 Euro gebracht. Die 35-Jährige habe das wertvolle Diamant-Collier von einer bislang unbekannten Person zur Aufbewahrung bekommen, begründete das Amtsgericht Berlin-Tiergarten am Montag. Die Frau habe sich der Begünstigung schuldig gemacht.

Die Angeklagte hatte zuvor erklärt, sie habe das Schmuckstück im Herbst 2015 in ihrem damaligen Restaurant gefunden und Monate später mit in ihre Wohnung genommen. Weil niemand nach der Kette gefragt habe, sei sie von Modeschmuck ausgegangen, erklärte die Ex-Wirtin. „Wenn ich gewusst hätte, dass das Collier aus einem Raub stammt, wäre ich von Anfang an zur Polizei gegangen.“ Der Anwalt plädierte auf einen Schuldspruch wegen Fundunterschlagung.

So lief der Überfall im KaDeWe ab

Es war der letzte Samstag vor Weihnachten 2014, als fünf Maskierte bewaffnet mit Hammer, Axt, Machete und Reizgas das Kaufhaus in der City West überfielen. Im Einkaufstrubel erbeuteten die Räuber in 79 Sekunden Uhren und Schmuck im Wert von 817.000 Euro. Ein Haupttäter wurde im Mai 2016 zu sechs Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Zwei 20-Jährige erhielten im Oktober Gefängnisstrafen. Ein dritter KaDeWe-Prozess läuft seit einigen Wochen.

Ein Bekannter der Angeklagten hatte im Sommer 2016 versucht, das Collier mit einem Verkaufspreis von mehr als 277.000 Euro bei einem Pfandhaus zu beleihen. Die Inhaberin hatte die Beleihung wegen eines fehlenden Eigentumszertifikats abgelehnt und sich an den Hersteller gewandt. Die Polizei fand das beschädigte Diamant-Collier schließlich bei einem anderen Pfandleiher. Dieser hatte dem Bekannten der Frau 4000 Euro dafür gegeben. Bislang sind keine weiteren Beutestücke aus dem KaDeWe-Raub aufgetaucht.

Das Gericht folgte im Wesentlichen der Staatsanwältin, die 1500 Euro Strafe verlangt hatte. Die Version der Angeklagten von einem Fund am Tresen sei „zu schön, um wahr zu sein“. Vielmehr sei ihr „eine Sache aus trüber Quelle zur Aufbewahrung gegeben worden - ohne dass sie Einzelheiten wusste“, hieß es im Urteil. Der Richterspruch ist noch nicht rechtskräftig. Im Januar 2017 waren dann erneut Einbrecher in das Luxuskaufhaus eingestiegen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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