Eltern weisen Vorwürfe zurück

Behindertes Baby: Vater missbrauchte Kinder

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Die Leihmutter kümmert sich rührend um den kleinen Gammy.

Bangkok - Während die biologischen Eltern des behinderten Babys Gammy Vorwürfe von dessen thailändischer Leihmutter zurückweisen, kommt heraus: Der Vater ist ein verurteilter Kinderschänder.

Das Arrangement mit der Leihmutter in Thailand und ihre Erfahrungen hätten sie schwer traumatisiert, ließen David und Wendy Farnell aus Bunbury bei Perth in Westaustralien mitteilen. Sie hätten den Säugling nicht wegen seiner Behinderung im Stich gelassen. „Gammy war sehr krank und den biologischen Eltern wurde gesagt, dass er allenfalls einen Tag leben werde“, sagte eine Freundin im Auftrag der Farnells der Lokalzeitung „Bunbury Mail“ am Dienstag.

Den Vorwurf, die Farnells hätten eine Abtreibung verlangt, als Gammy Behinderung während der Schwangerschaft festgestellt wurde, wies die Freundin zurück.

Vater war wegen Kindesmissbrauch im Knast

Zeitungen berichteten unterdessen am Dienstag, Farnell habe in den 90er Jahren zwei Mädchen unter 10 Jahren sowie ein 13-jähriges Kind missbraucht. Dafür war er drei Jahre im Gefängnis gesessen. Das schrieb der „Australian“ am Dienstag unter Berufung auf Gerichtsunterlagen. Die Frau des Mannes bestätigte die Vorwürfe, meldete der Sender „Channel Nine News“: „Menschen machen Fehler, dass heißt nicht, dass sie für immer schlecht sind“, zitierte der Sender die Frau.

Die Leihmutter war nach Medienberichten entsetzt über die Vorwürfe gegen den Vater. Sie wolle nun auch um die Rückgabe des Mädchens kämpfen, hieß es. Nach thailändischem Gesetz gilt sie als Mutter der Kinder, nicht die Eispenderin. Die Thailänderin dürfte aber Papiere unterschrieben haben, die das alleinige Sorgerecht dem Vater zusprachen, sonst hätte er mit dem Mädchen nicht aus Thailand ausreisen können.

Der Säugling wurde mit Down Syndrom und einem Herzfehler geboren. Nach Angaben der thailändischen Leihmutter hatten die Eltern lediglich Gammys gesunde Zwillingsschwester mit nach Australien genommen. Die 21-Jährige, die schon Kinder im Alter von drei und sechs Jahren hat, willigte in die Leihmutterschaft ein, um Schulden abzuzahlen. Sie habe dafür etwa 10.000 Euro bekommen.

Thailändischen Fruchtbarkeitskliniken droht Schließung

Thailands Gesundheitsbehörden kündigten unterdessen hartes Durchgreifen gegen Kliniken an, die künstliche Befruchtung anbieten. Fünf der zwölf Kliniken, die künstliche Befruchtung anbieten, drohe die Schließung, teilte das Ministerium am Dienstag mit. Die Kliniken hätten offenbar nicht die nötigen Genehmigungen, um diesen Service anzubieten. Ob das Baby Gammy in einer dieser fünf Kliniken gezeugt wurde, war zunächst unklar.

dpa

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