Drama in Harthausen

Gasexplosion: Mehrfacher Brandstifter verdächtig

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Polizeibeamte begehen nach der Gasexplosion in Harthausen das Gelände (Archivbild).

Ludwigshafen - Nach einer Gasexplosion mit 17 Verletzten in Harthausen sitzen zwei Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Einer davon war einst mit der Tochter des Firmeninhabers liiert.

Zweieinhalb Monate nach einer verheerenden Gasexplosion im pfälzischen Harthausen sitzen zwei Verdächtige in Untersuchungshaft. Der 40-jährige Mann und seine 26-jährige Freundin aus dem Raum Burgbernheim in Mittelfranken werden dringend verdächtigt, für die Explosion mit 17 Verletzten verantwortlich zu sein, wie der Frankenthaler Oberstaatsanwalt Hubert Ströber am Freitag in Ludwigshafen sagte. Die Frau habe ein Geständnis abgelegt und dabei auch den Mann belastet. Der mutmaßliche Haupttäter schweige zu den Vorwürfen.

Ende September waren auf dem Gelände eines Flüssiggasversorgers in Harthausen zunächst zwei Lastwagen in Flammen aufgegangen, kurz danach explodierte ein Gastank. 17 Feuerwehrleute, die gerade im Einsatz waren, wurden teils schwer verletzt. Drei von ihnen sind noch heute in Behandlung. Mehrere Tanks wurden Hunderte Meter weit in die Luft geschleudert und teils in Gebäude katapultiert. Harthausen musste wegen der anhaltenden Explosionsgefahr evakuiert werden - erst nach über einem Tag durften die rund 3000 Bewohner zurück in ihre Häuser. Dass es keine Toten und unter der Bevölkerung auch keine Verletzten gab, grenzt nach Angaben der Polizei an ein Wunder.

Der 40-Jährige war schon kurz nach der Tat ins Visier der Ermittler geraten. Er war bis März mit der Tochter des Firmeninhabers in Harthausen liiert und soll der Familie über ein Soziales Netzwerk gedroht haben. Gegen ihn wurde Haftbefehl wegen Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und vorsätzlicher Brandstiftung erlassen. Er ließ sich widerstandslos festnehmen. Die 26-Jährige sitzt wegen Beihilfe in Untersuchungshaft. Sie habe ein „sehr weitgehendes Geständnis“ abgelegt, das keine Fragen offengelassen habe, sagte Ströber.

Zum Motiv des Verdächtigen wollte sich der Oberstaatsanwalt nicht weiter äußern. Eifersucht sei möglich, es kämen aber auch andere Motive in Betracht, sagte er. Gegen den Mann gebe es weitere Vorwürfe aus der Vergangenheit, mit denen sich die Polizei in Franken beschäftige. So werde er beschuldigt, zwei Lkw in Brand gesetzt zu haben, die offenbar zur Firma seiner Ex-Freundin in Franken gehörten.

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dpa

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