Ermittlungen gegen Uber in Indien nach Vergewaltigungsvorwurf

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Ärger in Indien für Uber-Gründer und Geschäftsführer Travis Kalanick. Foto: Will Olivier/Archiv

Neu Delhi (dpa) - Nach einer mutmaßlichen Vergewaltigung in einem Uber-Taxi in der indischen Hauptstadt Neu Delhi hat die Polizei Ermittlungen gegen den Taxi-Vermittler aufgenommen. Das US-Unternehmen soll nicht überprüft haben, ob die vermittelten Fahrer vorbestraft gewesen seien.

Das sagte ein Polizeisprecher. Laut dem Nachrichtensender NDTV war der verdächtige Fahrer bereits zweimal wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung festgenommen worden.

Die Stadtverwaltung von Delhi verbot neben Uber auch alle anderen Internet-basierten Taxivermittler. Fahren dürften von nun an nur noch an Taxi-Ständen und über Ruftaxis gebucht werden. Ein Sprecher der Verkehrsbehörde erklärte, dass kein einziger Taxi-Vermittler in der Millionenmetropole über eine offizielle Lizenz als Taxiunternehmen verfügt habe. Ob sie diese wirklich benötigen, war zunächst unklar. Bislang wurden die Firmen nicht bestraft. Lokale Medien bezeichneten das Verbot der Taxi-Plattformen als "Überreaktion".

Ein von Uber vermittelter Fahrer soll am Freitagabend eine 27-Jährige Inderin in seinem Auto vergewaltigt haben. Er wurde am Sonntag festgenommen. Bei den Recherchen fand die Polizei heraus, dass der Mann schon 2011 in seinem Taxi über eine Frau hergefallen sein soll. Nach sieben Monaten in Untersuchungshaft einigte er sich außergerichtlich mit der Frau. Laut NDTV wurde er 2013 noch einmal wegen mutmaßlicher Vergewaltigung verhaftet, kam aber gegen Kaution frei. Auch illegaler Waffenbesitz stehe in seinem Register.

Uber hatte eine fehlende staatliche Kontrolle bemängelt. Für eine gewerbliche Fahrer-Lizenz, wie die Uber-Fahrer sie nachweisen müssten, sei in Neu Delhi kein polizeiliches Führungszeugnis notwendig. Indiens Transportminister Nitin Gadkari sagte im Parlament in Neu Delhi, nach jüngster Schätzung seien sowieso ein Drittel dieser Lizenzen gefälscht. Das System werde nun verbessert.

"Es ergibt keinen Sinn, den Service zu verbieten", sagte Gadkari laut der indischen Agentur IANS. "Wenn morgen etwas in einem Bus passiert, dann können wir den nicht auch verbieten. Das gleiche gilt für Vorfälle im Flugzeug." Anders sah das Innenminister Rajnath Singh. Er forderte alle Landesregierungen auf, wie Delhi die Fahrer der Internet-basierten Taxi-Vermittler von den Straßen zu verbannen.

Unterdessen traf den Fahrdienstvermittler Uber auch in Spanien ein neues Urteil. Ein Handelsgericht in Madrid verbot am Dienstag bis auf weiteres die Vermittlung von Fahrdiensten durch das US-Unternehmen. Stein des Anstoßes für den Richter war die fehlende Lizenz zur Personenbeförderung.

Erst am Montag hatte ein Gericht in Den Haag ein ähnliches Verbot für die Niederlande erlassen. In Deutschland darf Uber per Gerichtsentscheid keine Fahrten mit privaten Fahrern in Berlin und Hamburg vermitteln.

Twitter-Account von Uber Delhi

Statement von Uber-Chef Kalanick zum Vorfall in Delhi

Statement von Uber zu Hintergrundchecks

Statement von Innenminister Singh

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