Etiketten aus Kleidung entfernt

Nun sucht auch Netflix nach der Wahrheit: 25 Jahre nach Leichenfund in Osloer Hotel - Stammt „Jennifer“ aus Deutschland?

Wer kennt die tote Frau aus Oslo? Sie checkte als „Jennifer Fergate“ im Hotel ein.
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Wer kennt die unbekannte Tote aus Oslo? Stammt „Jennifer Fergate“ aus Deutschland?

Wer ist die Tote aus dem Plaza Hotel in Oslo? Seit mehr als 25 Jahren rätseln Ermittler aus Norwegen, denn die Identität der Frau ist noch immer nicht geklärt. Doch die Spur führt offenbar nach Deutschland.

  • Vor rund 25 Jahren entdecken Ermittler in einem Luxushotel in Oslo eine weibliche Leiche.
  • Die Identität der Frau ist bis heute nicht geklärt.
  • Doch die mysteriösen Spuren führen nach Deutschland. Wer kennt „Jennifer“?

Oslo/Berlin - Es ist ein mysteriöser Todesfall der sich vor über 25 Jahren in Oslo ereignet hat. Noch immer rätseln Ermittler, ob es sich bei dem Fall der toten Frau im „Oslo Plaza“ um einen Suizid oder doch um ein Verbrechen handelt. Die Identität der jungen Frau ist bislang ungeklärt, doch die Spur führt offenbar nach Deutschland. Durch eine Ausstrahlung in der Netflix-Serie „Unsolved Mysteries“ könnte es nun neue Hinweise geben.

Cold Case aus Oslo: Wer tötete die Frau im Luxushotel? Nun sucht auch Netflix nach Hinweisen

Als am 3. Juni 1995 gegen 9.58 Uhr ein Notruf bei der Polizei in Oslo eingegangen war, dürfte vermutlich niemand damit gerechnet haben, einen der mysteriösesten europäischen Kriminalfälle vor sich zu haben. Drei Tage nachdem eine Frau in dem Luxushotel am Hauptbahnhof in Oslo eingecheckt hatte, entdeckt ein Hotelangestellter die Leiche der Unbekannten. Nur wenige Minuten zuvor hörte der Mann einen Schuss in dem Hotelzimmer. Um Einsatzkräfte zu alarmieren, verlässt der Angestellte für wenige Minuten die Etage, was in dieser Zeit passiert, wirft bis heute Rätsel auf. Denn für Ermittler ist noch immer nicht geklärt, ob sich die junge Frau in dem Hotelzimmer mit einer Waffe selbst das Leben genommen hat oder ob ein Unbekannter die Frau getötet hatte.

Netflix-Serie „Unsolved Mysteries“: Wer ist „Jennifer Fergate“? Ermittler finden mysteriöse Spuren

Als die Polizei versucht die Identität der Unbekannten zu klären, wird deutlich: im Hotelzimmer sind keinerlei Ausweispapiere, keine Geldbörse und kein Pass. Und auch die Angaben, die die Unbekannte im Hotel beim Check-In hinterlegt hatte, entpuppen sich als Falsch. Demnach checkte die Frau als „Jennifer Fergate“ in dem Luxushotel ein - doch eine Person mit diesem Namen gab es zur damaligen Zeit nicht. Und auch ihre Adresse, der Ort Verlaine in Belgien, stimmt nicht. Hotelmitarbeiter können sich jedoch erinnern, die Frau beim Check-In in Begleitung eines Mannes gesehen zu haben. Dabei soll die Unbekannte Englisch und Deutsch gesprochen haben.

Netflix-Doku sucht Hinweise in Cold Case aus Oslo - und die Spur führt nach Deutschland

Auch das angegebene Alter der Frau wirft Fragen auf. So behauptete die Unbekannte beim Check-In, 21 Jahre alt zu sein. Doch die Obduktion legt den Verdacht nahe, dass „Jennifer Fergate“ vermutlich 1971 geboren sein muss. Zum Zeitpunkt ihres Todes sei sie deshalb etwa 24 Jahre alt gewesen. Bei der Untersuchung stellt sich ebenfalls heraus, dass die Unbekannte blaue Augen, dunkle Haare und etwa zwischen 150cm und 166cm groß gewesen sein muss. Durch die Zahnfüllungen lässt sich das Lebensumfeld der Frau dann erstmals eingrenzen, denn diese werden überwiegend in den USA, der Schweiz, in den Niederlanden und auch in Deutschland verwendet.

Doch da Ermittler zunächst von einem Suizid ausgehen, wird die Frau nach rund einem Jahr beerdigt, bis dahin wurde ihre Leiche zunächst verwahrt. Doch wie Ermittler in der Netflix-Doku „Unsolved Mysteries“ erklären, scheint den Ermittlern der Verdacht eine Verbrechens auch weiterhin keine Ruhe gelassen zu haben.

Cold Case aus Oslo: Stammt die unbekannte Frau aus Deutschland? TV-Zuschauer könnten Fall bald aufklären

Obwohl in dem Hotelzimmer keinerlei Fingerabdrücke von fremden Personen festgestellt worden waren, sorgte vor allem die Tatwaffe für Zweifel bei den Ermittlern. Demnach lag „Jennifer Fergate“ bei dem Auffinden ihrer Leiche rücklings auf dem Bett, die Pistole habe sie dabei noch in der Hand gehalten. Jedoch verkehrt herum. So hätte die junge Frau den Schuss mit dem Daumen abdrücken müssen. Die Seriennummer der Waffe war außerdem nicht erkennbar, sie wurde bis zur Unkenntlichkeit verätzt. Auch Schmauchspuren wurden nicht an der Hand der Toten entdeckt, dafür jedoch 25 weitere Patronen in einer Aktentasche. Und ebenfalls suspekt: Hotelangestellte glaubten sich erinnern zu können, die Unbekannte mit mehr Gepäck beim Check-In gesehen zu haben, als letztendlich in dem Hotelzimmer gefunden wurde.

Oslo: Frau wird tot in Luxushotel gefunden - die Etiketten wurden aus ihrer Kleidung geschnitten

Und auch die Etiketten in der Kleidung der unbekannten Toten werfen Rätsel auf. Wie Ermittler in der Netflix-Doku nämlich erklären, waren diese alle fein säuberlich herausgetrennt. Sogar die Marke der Schuhe wurde bis zur Unkenntlichkeit herausgetrennt. Wie Bild berichtet, habe als einzige Ausnahme eine Jacke der deutschen Modemarke Rene Lezard im Schrank gehangen. Und auch die Reisetasche, der Marke Travelite, konnte einem Fabrikat aus Deutschland zugewiesen werden. Wie das Blatt weiter berichtet, habe die unbekannte Tote an ihrem Finger einen goldenen Ring getragen. Und: dieser soll ebenfalls aus Deutschland stammen. Auch eine DNA-Analyse legt den Schluss nahe, dass die Frau in Deutschland, vermutlich in Ostdeutschland, gelebt haben muss.

Netflix-Doku „Unsolved Mysteries“: Wer kennt „Jennifer Fergate“ aus Deutschland? Ermittler mit dringendem Appell

Um den Fall einem breiten Publikum in Deutschland bekannt zu machen, und um somit möglicherweise den entscheidenden Hinweis zu bekommen, wenden sich Ermittler 2016 an die Bild-Zeitung. Doch auch ein Bericht in der großen Tageszeitung bringt nicht den erhofften Durchbruch.

In der Netflix-Doku erklären Ermittler, dass es „Jennifer Fergate“ verdient habe, dass ihr Name auf ihrem Grabstein steht. „Ich bin nach all diesen Untersuchungen zu dem Schluss gekommen, dass wir diesen Fall nur lösen werden, wenn jemand ‚Jennifer‘ wieder erkennt. Ich bin mir absolut sicher, dass es da draußen Leute gibt, die sie kennen“, erklärt ein mit dem Fall vertrauter Ermittler am Ende der Doku. Und auch Netflix appelliert im Abspann der Doku an die TV-Zuschauer: „Wenn Sie Informationen über ihre Identität haben, dann kontaktieren Sie die Zeitung VG unter Jennifer@vg.no“

Die Polizei Berlin sucht aktuell nach einem 39-jährigen Familienvater*. Von Tim fehlt auch nach Wochen noch jede Spur. Und auch Rebecca Reusch gilt noch immer als vermisst. Nun machten Spaziergänger eine unheimliche Entdeckung in einem Wald. Nach fast 20 Jahren erhoffen sich Ermittler aus Deutschland auch Hinweise im Fall einer getöteten Mutter*. Der Täter hatte die Frau gebissen, verprügelt und dann mit einem Messer getötet.*tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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