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Diese neue WhatsApp-Funktion wird viele Nutzer freuen - „Wir führen sie auf breiterer Basis ein“

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Von: Anna Lehmer

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Der Messengerdienst WhatsApp erhält eine neue Funktion. Mittels Ende-zu-Ende-Verschlüsselung können von nun an auch Back-ups geschützt werden.
Der Messengerdienst WhatsApp bekommt eine neue Funktion. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung soll von nun an auch für Back-Ups gelten. ©  IMAGO/Cris Faga

Safety first heißt es in Zukunft beim Messengerdienst WhatsApp. Eine neue Funktion soll die Nutzer besser schützen, Strafermittler freut das aber weniger.

Kassel - Vor fünf Jahren führte WhatsApp die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ein. Konkret hieß das für die Nutzer: Nachrichten, die gesendet oder empfangen wurden, konnten automatisch auf dem Gerät als sogenannte Back-ups gespeichert werden. Besonders interessante Chats wurden so für die Ewigkeit aufbewahrt, doch ausgereift war die Idee nicht. Wer sein Handy verloren hatte, verlor auch seine Nachrichten. WhatsApp führt deshalb eine neue Funktion ein, die das Problem lösen soll.

WhatsApp mit neuer Funktion: Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auch für iCloud und Google Drive

WhatsApp ist der meistgenutzte Messengerdienst der Welt. Pro Tag werden über 100 Milliarden Nachrichten geschrieben, die von mehr als 2 Milliarden Benutzer verschickt werden. Um die Privatsphäre ihrer Kunden zu schützen, erfand WhatsApp die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Nun forderten die User aber mehr, denn das Problem mit dem Verlust konnte nur durch zwei suboptimale Möglichkeiten gelöst werden: Entweder man speicherte all seine Chats einzeln als ZIP-Dateien auf dem lokalen Rechner, was jedoch sehr zeitaufwendig war. Oder man lud die Unterhaltungen in eine Cloud, wo sie dann unverschlüsselt herumlagen. Beides sehr zum Ärger mancher User, sodass WhatsApp nun eine neue Funktion entwickelt hat, die Abhilfe verschaffen soll.

Mit der Neuerung sollen nicht nur die Chats mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt werden, auch die Back-ups bekommen diese Funktion. Mit diesem Schritt sollen Clouds wie iCloud oder Google Drive sichere Speicherplätze für Nachrichten werden, auf die nicht einmal WhatsApp selbst greifen kann. „Weder WhatsApp noch dein Backup-Anbieter können deine Backups auslesen oder auf den zur Entsperrung benötigten Schlüssel zugreifen“, so der Messengerdienst auf seiner Homepage.

Messengerdienst führt persönlichen Code ein, Strafermittler freut das nicht

Ab sofort kann das Back-up mittels eines persönlichen Passwortes oder einem 64-stelligen Verschlüsselungsschlüssel gesichert werden. Diesen langen Code muss der User immer dann händisch eintragen, wenn er seine Chats in die Cloud hochladen oder sie von ihr herunterladen möchte. Für Strafermittler bedeutet diese Funktion nichts Gutes. Ihnen wird von nun an die Bequemlichkeit genommen, schnell und einfach an unverschlüsselte Daten zu gelangen, die sie für ihre Ermittlungen benötigen. In der Vergangenheit konnten sie ohne viel Aufwand auf die Clouds und Back-ups ohne Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zurückgreifen. Viele Straftaten, wie beispielsweise rechtsextreme Gruppenchats von Polizisten, wurden auf diese Weise aufgedeckt.

Funktion von WhatsApp noch nicht bei allen Geräten verfügbar

Noch ist der neue Dienst nicht auf allen Geräten verfügbar. Klickt man auf Einstellungen, Chats und Chat-Backup, erscheint die Information, dass per Back-up gesicherte Medien und Nachrichten noch nicht mit der WhatsApp Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt werden können. Auf Twitter äußert sich Will Cathcart, Chef des Messengerdienstes, zur Einführung der Funktion:

„Wir führen diese Funktion jetzt auf breiterer Basis ein. Wir werden es langsam angehen - wir wissen, wie wichtig Backups für die Menschen sind und wir müssen es richtig machen - aber wir arbeiten hart daran, diese Option so schnell wie möglich für alle verfügbar zu machen“, so Cathcart.

WhatsApp-Nutzer dürften sich auf einen reibungslosen Start freuen, nachdem sie vor wenigen Wochen von einem mehrstündigen Zusammenbruch des Nachrichtendienstes heimgesucht wurden. Auch Instagram und Mutterfirma Facebook waren davon betroffen. (ale)

 

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