Niederländische Kirche ließ Jungen kastrieren

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Der Erzbischof von Utrecht, Wim Eijk, entschuldigte sich bei den Opfern

Amsterdam - Die katholische Kirche der Niederlande soll in der 1950er-Jahren mehrere Jungen kastrieren lassen haben, um deren angebliche homosexuellen Neigungen „zu heilen“.

Wie die Zeitung „NRC Handelsblad“ am Samstag schrieb, sind mindestens zehn solcher Fälle bekannt. Dabei habe es sich um Minderjährige gehandelt, die zuvor in katholischen Schulen und Internaten von Kirchenangehörigen sexuell missbraucht worden seien. Die chirurgischen Eingriffe seien in kirchengeführten psychiatrischen Kliniken vorgenommen worden. Zur Begründung hieß es, die Kinder sollten von ihrer Krankheit befreit werden.

Die Zeitung beruft sich auf Aussagen von Opfern, ärztliche Berichte, Privatbriefe und Anwaltsdokumente. Im Dezember 2011 war in den Niederlanden der Bericht einer Untersuchungskommission vorgestellt worden, aus dem hervorging, dass in dem Land seit 1945 Zehntausende Kinder in Einrichtungen der katholischen Kirche sexuell missbraucht wurden. Obwohl es damals schon den Verdacht auf Kastrationen als „therapeutische Maßnahme zur Heilung der Homosexualität“ gab, war dieser Aspekt nicht in dem Bericht aufgenommen worden.

Der Erzbischof von Utrecht, Wim Eijk, bat die Opfer im Dezember um Verzeihung. „Im Namen der Katholischen Kirche in den Niederlanden möchte ich mich aufrichtig entschuldigen.“ Nach der Veröffentlichung des Berichts sagte er: „Das erfüllt uns mit Scham und Schmerz.“

dpa

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