Filiale hat genug

Edeka ist sauer auf Kunden und greift durch: „So sieht es dann aus ...“

Kunden machen es immer wieder und Edeka hat genug. Eine Filiale greift jetzt durch. Die besondere Maßnahme erregt viel Aufmerksamkeit.

Norderney - 12 Millionen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland jährlich im Müll. Über die Hälfte davon (6,1 Mio. Tonnen) in privaten Haushalten. Das zeigt eine Studie des Johann-Heinrich-von-Thünen-Instituts im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

Ganz nach dem Firmenmotto „Wir lieben Lebensmittel“ hat eine Edeka-Filiale auf Norderney jetzt zu einer besonderen Maßnahme. Die Verantwortlichen wollen nicht mehr, dass ihre Kunden die Ware in die Tonne schmeißen. Und möchte „ein Zeichen für mehr Lebensmittelwertschätzung setzen“, stellt die Marktleitung auf Nachfrage von „moin.de“ klar.

Edeka: Kunden schmeißen zu viel weg - Filiale baut Sonder-Regal auf

„So sieht das dann aus“, postet der Markt auf Facebook. Für bereits abgelaufene aber noch genießbare Produkte wurde ein spezielles Regal aufgestellt. „Zu schade für die Tonne“, steht unmissverständlich darüber.

„Als verantwortungsvoller Lebensmittelhändler endet unsere Wertschätzung nicht zum Zeitpunkt, an dem sie nicht mehr verkäuflich sind“, erläutert Edeka, das ursprünglich einen sehr langen Unternehmensnamen hatte, weiter, „hier finden Produkte Platz, die noch verzehrfähig aber nicht mehr verkaufsfähig sind.“

Edeka-Markt setzt sich gegen Lebensmittelverschwendung ein - Kunden sind begeistert

Und die Maßnahme kommt gut an. Auf Facebook loben die Kunden das Engagement gegen Verschwendung durch die Bank. „Super. Tolle Idee. Nutze ich sehr gerne“, schreibt eine Frau, „außerdem nutze ich sehr gerne die Möglichkeit an der Frischetheke, Fleisch, Wurst und Käse unverpackt in mitgebrachten Dosen einkaufen zu können. Zwei Schritte in die richtige Richtung. Top!“

„Eine Mega-Idee“, freut sich eine andere, „ich werde das gerne nutzen. So viele Angst-Lebensmittel (Milch und Ei) werden einfach viel zu früh weggeschmissen. Meistens leider auch noch im Plastikgefäß.“

Zwei User haben sogar noch eigene Ideen. Haben an der bisherigen Umsetzung der Edeka-Filiale aber auch nichts auszusetzen. „Großartig“, schreibt eine Userin, „vielleicht darf dies ja irgendwann auch um aussortiertes Obst und Gemüse erweitert werden.“ „Super Idee! Ich hätte noch einen weiteren Vorschlag“, regt ein Mann an, „vielleicht direkt daneben eine Spendenbox installieren, wo jeder, der diesen Service nutzt, freiwillig eine Spende leisten kann, die - für was auch immer - genutzt wird. Vielleicht für das lokale Altersheim, Sportvereine, ...“

Den Kampf gegen Lebensmittelverschwendung führen viele Menschen an den Mülltonnen. Beim sogenannten „Containern“ fischen sie noch verzehrbare Waren aus den Abfällen der Firmen. Dass das gesetzlich immer noch als Straftat behandelt wird, führte bereits zu großem Protest.

Mit einem Produkt der Eigenmarke hatte Edeka jüngst allerdings viel Wut auf sich gezogen. Die fiese „Mogelpackung“ entsetze eine Kunden regelrecht.

Rubriklistenbild: © Facebook / Edeka Norderney

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