Gute Nachrichten auf Helgoland

Fast ausgestorbenes Tier in Deutschland erlebt Boom: Menschen sollen sich höchstens auf 30 Meter nähern

Für Umweltschützer ist es ein Segen, für Fischer eher ein Fluch: Auf der Nordseeinsel Helgoland kam es zu einem großen Nachwuchs.

  • Kegelrobben waren an der Nordsee jahrelang fast gänzlich ausgelöscht.
  • Auf der Nordseeinsel Helgoland kam es zu viel Nachwuchs.
  • Zum Schutz der Robbenart wurden auf Helgoland bestimmte Maßnahmen erichtet.

Helgoland - Sie sieht so süß aus, dass man sie am liebsten streicheln würde, dennoch ist sie das größte Raubtier Deutschlands: die Kegelrobbe. Sie ist neben dem Seehund die zweite an deutschen Küsten verbreitete Robbenart. Ein Kegelrobben-Bulle kann bis zu 300 Kilogramm wiegen und 2,3 Meter lang werden. Sie sind also noch massiger als Seehunde. Zudem frisst ein erwachsenes Tier täglich bis zu sechs Kilogramm Fisch und andere Meerestiere.

Helgoland: Fischer rotteten die Robben in der Nordsee fast gänzlich aus

Es gibt gute Nachrichten von der Nordseeinsel Helgoland, denn wie jorsand.eu berichtet, nimmt der Bestand an Kegelrobben seit Mitte der 1990er Jahre immer weiter zu. Dies ist gerade für Umweltschützer ein großer Erfolg, da die Robbenart über Jahrhunderte in der Nordsee von Fischern regelrecht ausgerottet worden ist. Begründung dafür war, dass die Robben angeblich eine Konkurrenz der Fischer seien.

Auf der Nordseeinsel Helgoland gab es eine sehr erfolgreiche Wurfsaison der Kegelrobben

Tierliebhaber wird es also freuen zu hören, dass es an der Nordsee nun wieder mehrere Kolonien mit Kegelrobben-Jungen gibt. Die Wurfsaison der Kegelrobben beginnt im Winter und bereits einen Monat nach Beginn der Saison wurden auf Helgoland über 500 Jungen geboren. Seit der ersten Kegelrobben-Geburt im Winter 1996/97 stieg die Geburtenzahl jährlich an. Der Verein Jordsand, der die Kegelrobben gemeinsam mit der Gemeinde betreut, zählte im Winter 2019/20 sogar insgesamt 531 Geburten.

Kegelrobben können bis zu 300 Kilogramm schwer werden.

Seit Anfang November 2020 bis Anfang Dezember sind auf Helgoland genau 514 Kegelrobbenbabys geboren worden. Bei der Geburt haben die Jungen ein weißes und weiches Fell. Das sogenannte „Wollfell“ ist aber nicht wasserdicht und erschwert den Tieren somit das Schwimmen in der Nordsee. Aus diesem Grund sind die Robbenbabys darauf angewiesen auf hochwassergeschützten Strandabschnitten zu liegen. Durch Störungen könnte die Verbindung zwischen Mutter und Jungtier abreißen, was meist zu einer Flucht des Robbenbabys ins Meer führt und einen damit einhergehenden Tod verursacht. Menschen wird also nahe gelegt den Tieren nicht allzu nah zu kommen und einen Mindestabstand von 30 Metern einzuhalten.

Nordsee: Viele verschiedene Variationen an Fellfarben der Jungtiere auf Helgoland

Die meisten der im November geborenen Kegelrobbenbabys sind nach Rebecca Ballstaedt, die für die Robben zuständige Schutzgebietsleiterin, schon im Fellwechsel oder hätten ihn sogar ganz vollzogen. „Da sind schon ein paar lustig gescheckte dazwischen.“ Offenbar sind auf Helgoland zur jetzigen Zeit die wunderlichsten Fellkombinationen zwischen Woll- und adultem Fell zu finden.

Maßnahmen sollen Kegelrobben in Helgoland zukünftig besser schützen

Helgoland ist dank seiner einzigartigen Natur und Vielfalt an Tieren ein äußerst beliebter Ort für Naturliebhaber und Fotografen - gerade zur Wurfsaison. Damit die Kegelrobben mit ihren Jungen nicht gestört werden, wurde ein Bohlenweg in den Dünen angelegt. Dieser ermöglicht den Besuchern das Wandern in den Wintermonaten zum Beobachten der Tiere, ohne die Robben dabei zu beeinträchtigen. Es wurden sogar extra „Fotobuchten“ an passenden Standorten installiert, die dem sicheren Begutachten der Tiere für die Besucher dienen. Erst neulich wurde an der Nordsee nach einem Sturm eine riesige Kreatur entdeckt. (lp)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Sina Schuldt

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare