Tierschutzorganisation Peta mischt sich ein

Junge macht Sensationsfund an der Nordsee - jetzt gibt‘s Riesen-Stress

Ein Seepferdchen in einem Aquarium in Niedersachsen. Der Finder, ein Junge aus Borkum, präsentiert das seltene Meerestier aus der Nordsee.
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In Borkum (Niedersachsen) hat ein Junge einen seltenen Fund gemacht. Das Seepferdchen aus der Nordsee ist nun in einem Aquarium untergebracht.

In Niedersachsen macht ein Junge einen überraschenden Fund in der Nordsee - und bringt diesen in ein Aquarium. Damit löst er prompt eine hitzige Debatte aus.

  • Ein Neunjähriger aus Niedersachsen hat beim Keschern im Hafen ein seltenes Meerestier gefunden.
  • Mit seinen Eltern brachte er das Seepferdchen in das Nordsee Aquarium Borkum.
  • Daraufhin entbrannte eine Diskussion über den Tierschutz - bei der auch Peta mitmischt.

München / Borkum - Eine Junge aus Borkum hat Mitte des Jahres ein seltenes Meerestier in der Nordsee gefangen. Das Kurzschnäuzige Seepferdchen landete im Kescher des Neunjährigen, als dieser im Hafen von Borkum fischen war.

Zusammen mit seinen Eltern brachte er das kleine Meerestier in ein örtliches Aquarium. Marie Oetjen, Betreiberin des Nordsee Aquariums Borkum, berichtete von der Situation: „Das hat es bei uns seit 50 Jahren nicht gegeben, dass ein Seepferdchen lebend gefangen wurde. Wir sind natürlich happy.“ 

Kurzschnäuzige Seepferdchen: Seit 2000

Das Besondere am Fund des Jungen: Die Kurzschnäuzigen Seepferdchen galten zwischen 1930 und 2000 als ausgestorben. Ihr Lebensraum, unter anderem die Seegraswiesen in der Nordsee, soll durch eine Pilzinfektion zerstört worden sein. Dadurch wurden auch diese Art der Seepferdchen als gefährdet und dann als ausgestorben angesehen.

Art:Kurzschnäuziges Seepferdchen
Wissenschaftlicher Name:Hippocampus hippocampus (Linnaeus, 1758)
Lebensraum:Seegraswiesen (nordöstlicher Atlantischer Ozean, u. a. Nordsee)

In den Jahren 2003, 2008 und 2020 wurde jeweils mindestens eins der seltenen Meerestiere gefunden, wodurch Forscher die Rückkehr der Seegraswiesen und somit auch der kurzschnäuzigen Seepferdchen vermuteten. Zwei Funde aus 2020 leben nun in dem Aquarium in Borken.

Video: Spektakulärer Nordsee-Fund - Weiteres seltenes Tier entdeckt

Auf der Nordsee-Insel Baltrum wurde ein weiteres, seltenes Meerestier entdeckt: Auch dieses Tier galt als ausgestorben. Grund dafür soll Überfischung und eine damit einhergehende Minderung des Bestandes sein.

Nach Sensationsfund: Debatte um Tierschutz entbrennt

Wie Peta im September 2020 berichtet, wurde das gefundene Seepferdchen schon nach einem Tag in Gefangenschaft auf der Seite treibend gefunden. Nach Angaben der Tierschutzorganisation hatte sich das Tier „so stark verletzt, dass es nicht mehr geradeaus schwimmen konnte. Vermutlich hatte es Luftblasen in die Kiemen bekommen.“

Obwohl das Tier medizinisch betreut wurde und es ihm bald besser ging, setzt sich Peta weiterhin für die Freilassung dieses und eines weiteren Kurzschnäuzigen Seepferdchens aus dem Aquarium in Borken ein. Nachdem das Aquarium jedoch nicht auf die Forderungen reagierte, wandte sich Peta nun an die Behörden in Niedersachsen.

Artenschutz oder Tierattraktion? Peta fordert Freilassung von seltenen Seepferdchen

Artenschutz sollte nicht als Rechtfertigung herhalten, die Seepferdchen der Nordsee zu entnehmen und sie lebenslang in enge Glasbecken einzusperren. Ein örtliches Fischereiverbot wäre sehr viel sinnvoller als die Entnahme der seltenen Tiere aus dem Meer, wo sie dann als Fortpflanzungspartner fehlen“, sagt Dr. Tanja Breining, Petas Fachreferentin für Fische und Meerestiere, in der Pressemitteilung der Tierschutzorganisation.

Ein seltenes Meerestier fand ein Junge aus Borkum beim Keschern in der Nordsee. Mit seinen Eltern brachte er das Seepferdchen ins Aquarium - dagegen will Tierschutzorganisation Peta vorgehen.

Peta schaltete nun auch die Behörden in Niedersachsen ein und forderte die Freilassung der gefangenen Tiere. Darüber hinaus machten sie den Vorschlag eines örtlichen Fischereiverbots - das nicht nur die lokalen Fischbestände als solche, sondern auch seltene Arten schützen könnte. Eine Reaktion auf Petas Pressemitteilung wurde derzeit nicht bekannt. (jey)

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