Wattmeer-Ausflug

Vom Aussterben bedroht: Seltenes Arktis-Tier auf deutscher Insel gesehen

Biosphärenreservat und Nationalpark Wattenmeer
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Die ostfriesische Insel Spiekeroog.

Macht ein vom Aussterben bedrohtes Tier gerade eine Deutschlandreise? Es sieht so aus. Erneut wurde ein Arktis-Bewohner auf einer deutschen Insel gesichtet.

Spiekeroog - Eine ungewöhnliche Reise durch das deutsche Wattenmeer betreibt wohl ein vom Aussterben bedrohtes Tier aus der Arktis. Schon vor wenigen Tagen wurde der Meeresbewohner schlafend auf Baltrum gesehen. Jetzt genießt er die Sonnenstrahlen auf Spiekeroog.

Vom Aussterben bedroht: Seltenes Arktis-Tier erneut auf deutscher Insel gesehen

Wie die dpa berichtet, ist auf der ostfriesischen Insel Spiekeroog, die zu Niedersachsen gehört, ein Walross gesichtet worden. Das massige Tier ruhte sich auf der Kaimauer im Hafen der Insel aus. Eigentlich leben Walrosse in der Arktis rund um den Nordpol - zuletzt wurde vor 23 Jahren eine Walross-Sichtung in deutschen Gewässern dokumentiert. Den seltenen Anblick teilten einige Inselbewohner und Touristen in den sozialen Medien wie Facebook. Die zu erwartende Reaktion ließ nicht lange auf sich warten.

Ein Walross auf Spiekeroog: Hier liegt es auf einer Kaimauer.

Walross zieht Schaulustige an - Tierschützer sind besorgt

„Es sind viele Schaulustige, unter anderem Tagestouristen vor Ort“, sagte ein Sprecher der Inselverwaltung von Spiekeroog am Freitag. Einige Menschen wollten einen Blick auf den Besucher aus dem ganz hohen Norden werfen. Einige Tierschützer kritisierten die Schaulustigen. Andere sorgten sich um das Tier: Muss dem Nordpol-Bewohner nicht dringend geholfen werden, um im deutschen Meer überleben zu können?

Walross auf Spiekeroog: Expertin spricht über Gesundheitszustand

Nein, sagt die Meeressäuger-Expertin Ursula Siebert gegenüber der dpa. Die Mitarbeiterin der Tierärztlichen Hochschule Hannover erklärt, dass sich ein Walross relativ lange in der südlichen Nordsee aufhalten kann, ohne gesundheitliche Probleme zu bekommen. Wichtig ist nur, dass es - das gilt aber nicht nur im deutschen Meer - ausreichend Nahrung findet. Walrosse ernähren sich hauptsächlich von Muscheln, fressen aber auch Würmer, Schnecken, Fische und Krabben - all das gibt es auch an den ostfriesischen Inseln. Das Walross ist nicht der erste besondere Nordsee-Tourist dieses Jahr: Auf Sylt wunderten sich Urlauber über einen „Monster“-Fund.

Walross auf Wattwanderung: Zweite deutsche Insel angesteuert

Nach seinem Besuch auf der Insel Baltrum war noch nichts über das Wohlergehen der nordischen Besucherin bekannt. Die Meerestier-Spezialistin Siebert geht davon aus, dass es dem Walross gut geht. Das Tier habe zwar Hautabschürfungen an den Flossen, wirkte aber weder davon noch anderweitig gesundheitlich beeinträchtigt. Das sind gute Nachrichten für die vielen Tierschützer, die sich nach der ersten Sichtung der Walross-Dame um den Gesundheitszustand des Säugers sorgten.

Vom Aussterben bedroht: Meerestiere leiden unter dem Klimawandel

Walrosse sind vom Aussterben bedroht. Die bis zu eine Tonne schweren, 3,50 Meter langen Meeressäuger leiden unter dem Klimawandel. Die damit einhergehende Eisschmelze in der Arktis bringt die Raubtiere laut Naturschützern besonders in die Bredouille. Von hiesigen Meeressäugern kann man Walrosse relativ leicht unterscheiden: Sie sind deutlich größer und schwerer als Seehunde und Kegelrobben und haben Stoßzähne.

Vor wenigen machte eine weitere seltene Tiersichtung auf einer beliebten Urlaubsinsel Schlagzeilen - das Tier war leider schon tot.

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