Rarität in Dortmund entdeckt

Sensationsfund im Dreck? Rätselhafte Münze wirft Fragen auf

Ein Metalldetektor wird suchend über ein Feld geführt.
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Ein Mann hat in Dortmund ein seltenes Stück in einem Acker gefunden. (Symbolbild)

Eine kleine Silbermünze sorgt in Dortmund für Begeisterung. Auf einem Acker hat ein Mann einen besonderen Fund gemacht.

  • Ein Ehrenamtlicher findet eine Silbermünze in einem Acker in Dortmund.
  • Der Fund stammt aus dem 13. Jahrhundert.
  • Für die Stadt ist es „eine Rarität“.

Dortmund - Mit dem bloßen Auge wäre sie im frisch umgepflügten Acker wohl kaum aufgefallen. Gut, dass ihr Finder professionell ausgestattet war: Mit seinem Metalldetektor sucht ein Bodendenkmalpfleger aus Dortmund regelmäßig ehrenamtlich nach seltenen Fundstücken. Was er fand, hielt er zunächst für einen Kronkorken.

Fund auf Acker in Dortmund: Kronkorken oder Schatz?

„Meistens ist es ja nichts Besonderes - ein Kronkorken oder ein Stückchen Stanniolpapier“, so der glückliche Finder. Doch bei diesem Fund handelt es sich um eine kleine Sensation. Nur einen Millimeter dick und 1,35g schwer ist der kleine Silberling aus Dortmund.

Auf der einen Seite zeigt die Münze einen thronenden Herrscher mit Lilienzepter und Reichsapfel. Auf der anderen Seite lassen sich in einem Dreieck Kreuze und ein bärtiger Kopf erkennen. Dabei handelt es sich um den heiligen Reinoldus, den Stadtpatron von Dortmund. Auch eine rätselhafte Umschrift ist nicht zu übersehen, aber aufgrund des Alters der Münze nicht mehr vollständig lesbar. „Es ist dem weichen Silber und dem langen Umlauf des Geldstücks geschuldet, dass die Silbermünze an den Rändern stark abgerieben ist“, erklärt die Stadt in ihrer Mitteilung.

In Dortmund fand ein Hobby-Denkmalpfleger diese Münze auf einem Acker - sie ist 700 Jahre alt.

Münze in Dortmund sogt für Rätsel: Schrift kaum noch lesbar

Doch dank besser erhaltener Parallelfunde lässt sich das Rätsel lösen. Auf der Herrscherseite steht wohl RVDOLF VSREX und TREM ONIA CIVI auf der Gegenseite. Demnach handelt es sich bei der Silbermünze um einen Dortmunder Denar oder Pfennig aus der Regierungszeit von Kaiser Rudolf von Habsburg (1273-1291).

Im Mittelalter war Dortmund eine blühende Handelsstadt und der Denar in ganz Westfalen ein beliebtes Zahlungsmittel. Eine solche Münze jedoch auf Dortmunder Boden zu finden ist „eine Rarität“, sagt die Stadt. In umliegenden Gemeinden und weiter entfernten Orten wurden bereits mehrmals Münzen mit dieser Prägung gefunden, aber in Dortmund selbst nur ein Mal. Bis jetzt.

Münze aus Dortmund schon im Mittelalter wertvoll

Seit dem späten 10. Jahrhundert wurde in der königlichen Münzstätte in Dortmund Geld mit verschiedenen Prägungen herausgegeben: Denare, Hälblinge und Vierlinge, sprich Pfennige, Halbe- und Viertelpfennige. Auch wenn die Währung heute wenig wertvoll erscheint, konnte man im Mittelalter von einem Pfennig zwei Brote und zweieinhalb Pfund Ochsenfleisch kaufen. Das Dortmunder Denkmalamt hat den Wert der Münze nochmals erhöht und den seltenen Fund zum Denkmal des Monats Dezember 2020 gekürt. (ij)

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