Mutter wohl ermordet

Horror-Fund in verlassenem Auto ohne Kennzeichen - Ermittlungen führen schnell zu Verdacht

Auto am Straßenrand
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In diesem Auto wurde die Leiche entdeckt.

Eine Verkehrssache wurde zum Fall für die Kripo: In einem abgestellten Auto in NRW fanden Polizisten das Unvorstellbare.

  • Ein in Königswinter (NRW) abgestelltes Auto wurde von der Polizei näher untersucht.
  • Im Kofferraum befand sich eine Frauenleiche.
  • Offenbar wurde sie von ihrer Tochter umgebracht.

Königswinter - Polizisten haben im Kofferraum eines in Königswinter (Rhein-Sieg-Kreis, Nordrhein-Westfalen) abgestellten Autos eine Leiche gefunden. Es handelt sich um eine 48-jährige Frau, die offenbar eines gewaltsamen Todes starb, wie die Polizei am Donnerstag (7.1.) in Bonn mitteilte. Die 22-jährige Tochter der Toten und eine 15-Jährige wurden unter dringendem Tatverdacht festgenommen. Gegen sie wurden Haftbefehle wegen Totschlags erlassen. Zu der Tat kam es demnach an den Weihnachtsfeiertagen.

Wie die Polizei mitteilte, hat die Tochter in ihrer Vernehmung einen Streit mit ihrer Mutter an Weihnachten und Gewalthandlungen zugegeben. Anlass sei gewesen, dass die 15 Jahre alte Freundin bei der 22-Jährigen übernachten wollte. „Die Mutter wollte, dass sie das Haus verlässt“, sagte der Bonner Staatsanwalt Robin Faßbender.

Königswinter (NRW): 48-Jährige wohl von Tochter umgebracht

Daraus soll sich in der Nacht vom ersten auf den zweiten Weihnachtsfeiertag ein mit Gewalt ausgetragener Streit entwickelt haben, bei dem die Mutter starb. Nach Angaben der Polizei wurde die 48-Jährige erwürgt oder erstickt. Der Tatort liegt im ländlichen Gebiet von Königswinter, weitab vom Rhein hinter dem Siebengebirge. Während die 22-Jährige bei der Polizei aussagte und eine Beteiligung der 15-Jährigen angab, machte die Jüngere keine Angaben. Beide sind Deutsche.

Als die Tote weggebracht werden sollte, kam den Ermittlungen zufolge der 16-jährige Freund der Jüngeren ins Spiel: offenbar weil er der einzige war, der Auto fahren konnte, auch wenn er wegen seines Alters noch keinen Führerschein haben kann.

Königswinter (NRW): Auto blieb liegen - und wurde mit der Leiche zurückgelassen

Allerdings hatte der abgemeldete Wagen mit der Leiche darin nach kurzer Zeit eine Panne. Das Auto blieb liegen und wurde an Ort und Stelle, einer Straße in den Bergen von Königswinter, stehen gelassen. Gegen den 16-Jährigen wird nun wegen versuchter Vereitelung einer Straftat und Fahrens ohne Führerschein ermittelt. Er habe zugegeben, dass er den Wagen gefahren habe.

Das Auto wurde wohl in Folge einer Panne dort abgestellt.

Der Wagen war den Angaben zufolge drei Tage vor Silvester von Zeugen bei der Polizei gemeldet worden, weil er ohne Kennzeichen halb auf der Fahrbahn stand. Als die Beamten an dem Fahrzeug frische Unfallspuren entdeckten, versuchten sie die Halterin an ihrer Wohnadresse in Königswinter zu erreichen. Dies blieb erfolglos, weshalb der beschädigte Wagen zur Beweissicherung bei einem Abschleppunternehmen abgestellt wurde.

Als das Auto bei einem Abschleppunternehmen in Königswinter geöffnet wurde, wusste der Ermittler sofort Bescheid. „Das war ein eindeutiger Geruch“, sagte ein Sprecher der Bonner Polizei am Donnerstag. Laut Bild war die Leiche in Tücher gewickelt.

Was als Ermittlung in einer Verkehrssache begonnen hatte, war ein Fall für die Kriminalpolizei geworden. Diese übernahm die Ermittlungen. Die Leiche wurde obduziert.

Königswinter (NRW): Tochter räumt gewalttätigen Streit mit Mutter ein

Schnell geriet die 22-jährige Tochter der Frau, die mit ihr in einer gemeinsamen Wohnung in Königswinter lebte, ins Visier der Ermittler. Auch deren Freunde wurden vernommen. Am Dienstagabend räumte die 22-Jährige schließlich einen Streit mit ihrer Mutter in der Nacht vom ersten auf den zweiten Weihnachtsfeiertag ein, in dessen Verlauf es zu Gewalthandlungen gegen die Atemwege der Mutter gekommen sei.

Vor Ort herrscht Fassungslosigkeit über die unglaubliche Tat. Notfallseelsorger Albi Roebke erklärt gegenüber dem General-Anzeiger: „Üblicherweise haben wir Menschen eine Hemmschwelle, die uns zurückhält, aus Wut Gewalt werden zu lassen. Die ist aber bei unterschiedlichen Menschen verschieden ausgeprägt. Und so kann bei mehreren Beteiligten eine Dynamik in Gang gesetzt werden, bei der einer weitermacht, wo der andere verharrt. Und in einem späteren Moment kann sich das umkehren.“

Auf Antrag der Bonner Staatsanwaltschaft erließ der zuständige Haftrichter gegen die Tochter und ihre Freundin Haftbefehle wegen Totschlags. Auch das Coronavirus beschäftigt die Menschen in NRW - von Armin Laschet gab es nun eine deutliche Aussage. (dpa/AFP/lin)

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