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Nutella und andere betroffen: Organisation findet krebserregenden Stoff - er soll auch Erbgut verändern

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Von: Leyla Yildiz

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Nutella selber machen.
Nutella (Symbolbild) © Panthermedia/Imago

Eine Untersuchung von Foodwatch hat ergeben, dass jedes achte Produkt mit Mineralöl belastet ist. Der gefährliche Stoff ist auch in einigen beliebten Lebensmitteln zu finden.

München - Die Organisation Foodwatch hat bei einer Untersuchung von insgesamt 152 Lebensmitteln aus den verschiedensten Ländern Europas herausgefunden, dass jedes achte Produkt mit aromatischen Mineralölen (MOAH) belastet ist. Sie stehen unter Verdacht, Krebs zu fördern und das Erbgut zu verändern. Darum fordert die Organisation nun vom neuen Bundesernährungsminister Cem Özdemir und der EU-Kommission einen Grenzwert für diesen Stoff festzulegen, der künftig für alle europäischen Länder gilt - am besten eine MOAH-Nulltoleranz.

In der Bundesrepublik sind die Produkte Nusspli Nuss-Nougat-Creme, Brühwürfel und Bratensauce von Knorr sowie Nutella betroffen. Hier fordert Foodwatch, diese Lebensmittel sofort zurückzuziehen. Das Problem ist laut Saskia Reinbeck, zuständig für Kampagnen und Recherchen bei der Organisation, dass diese Verunreinigungen mit Mineralöl schon „seit Jahren bekannt und vollständig lösbar ist“. Es gäbe immer noch keinen Grenzwert, der die Verbraucher schütze. „Das ist ein echtes Politikversagen“, macht sie klar.

Mineralölbelastung in beliebten Produkten: Es kommt immer wieder zu Nachweisen

Eigentlich ist im EU-Lebensmittelrecht festgelegt, dass nichts auf den Markt kommt, das nicht sicher für die Menschen ist. In Deutschland hat sich die Lebensmittelindustrie gegenüber der Aufsichtsbehörde sogar verpflichtet, mehrere Produktkategorien an den Verbraucher weiterzugeben, die nicht mit Mineralöl belastet sind. Dennoch kommt es immer wieder zu Nachweisen des gefährlichen Stoffes.

Doch es ist nicht das erste Mal, dass die Organisation auf MOAH-belastete Produkte aufmerksam geworden ist. Die aktuellen Labortests waren bereits die dritten in Folge. Darin sind 152 Lebensmittel aus Österreich, Deutschland, Belgien, Frankreich und den Niederlanden genauestens untersucht worden. 19 Produkte wiesen laut Foodwatch Mineralrückstände auf. Der Grenzwert liegt in den meisten Fällen bei 0,5 Milligramm pro Kilogramm.

Knorr-Produkte besonders mit Mineralöl belastet: Diese zwei Produkte sind betroffen

Einen besonders hohen Wert erreichte der Knorr Bratensaft Basis aus Deutschland - satte 82 Milligramm pro Kilogramm. Der Knorr Bouillonwürfel hat in allen fünf Ländern und bei mehreren Chargen einen viel zu hohen Wert aufgewiesen - somit gilt das Produkt als besonders stark kontaminiert.

Gründe für die Verunreinigung eines Produktes können laut Foodwatch entweder Maschinen bei der Verarbeitung oder Ernte und beziehungsweise sogar die Verpackung sein - etwa die aus Altpapier. Hier ist meist Mineralöl in der Druckerfarbe enthalten, die sich wiederum auf die Produkte überträgt. (ly)

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