Obwohl er keinen Cent hat: Schnaps-Prinz kauft Freizeitpark

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Da hatte er noch große Pläne: Matthäus Ziegler im Fort Fun.

Bestwig - Dreist: Matthäus Ziegler (28) kaufte für einen Millionenbetrag den Freizeitpark "Fort Fun"in Nordrhein-Westfalen. Dummerweise hat er gar kein Geld. Er konnte eine ganze Region narren - und sitzt nun im Knast.

Manchmal öffnet einem ein großer Name doch einige Türen: So auch im Fall von Matthäus Ziegler. Er ist Nachkomme der baden-württembergischen Edelbrenner-Dynastie Ziegler. Deren Kirschbrand hat es zu Weltruhm gebracht. Die Marke wird von Fluglinien und der gehobenen Gastronomie als Spezialität kredenzt.

Mit diesem Namen assoziert man auch Geld, das Matthäus Ziegler gar nicht hat. Seine Familie hat schon lange nichts mehr mit dem Vermögen des Schnaps-Imperiums zu tun. Sein Vater musste 1992, nachdem das damals tatsächlich vorhandene Millionenvermögen durchgebracht worden war, an einen Konzern verkaufen. Er verfiel dem Alkohol und lebte bis zu seinem Tod von den Almosen anderer.

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Allerdings schaute man offenbar nicht weiter genau hin, als der vermeintliche Edelschnaps-Prinz Ende 2011 bei der Compagnie des Alpes, die europaweit mehrere große Skigebiete und Freizeitparks betreibt, in Frankreich anklopfte, um das Fort-Fun-Abenteuerland in Bestwig Wesserfall (Hochsauerlandkreis) zu kaufen. Kaum war der Deal unter Dach und Fach, versprach Ziegler, den Freizeitpark innerhalb weniger Jahre zu einer internationalen Tourismus-Destination auszubauen. Jeweils zweistellige Millionen-Beträge wollte er im Jahr investieren. Den Bestwiger Bürgern versprach er zudem auf dem Neujahrsempfang freien Eintritt für die kommende Saison. Die Region jubelte: Endlich einer, der was tut, um den Tourismus auf Hochtouren zu bringen.

Doch die Ernüchterung folgte rasch: Matthäus Ziegler leistete beim Kauf des Fort-Fun-Abenteuerlandes lediglich eine kleine Anzahlung. Der Rest sollte folgen, Sicherheiten einer Bank wurden vorgelegt. Doch die waren gefälscht, das Kreditinstitut erstattete Anzeige. Am Freitagabend wurden die Geschäftsräume in Bestwig durchsucht und Matthäus Ziegler festgenommen.

Der 28-Jährige muss sich nun vor der Justiz verantworten. Die Mitarbeiter des Fort-Fun-Abenteuerlandes können indes aufatmen: Die Compagnie des Alpes teilte bereits mit, dass der Kaufvertrag rückgängig gemacht wurde und sie die Regie im Fort Fun wieder übernehmen wird.

zr

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