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Grillwürste im Öko-Test: Nur Biofleisch überzeugt, Aldi-Wurst fällt komplett durch

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Von: Stella Henrich

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Das Verbraucherportal Öko-Test wollte es genau wissen: Ist Bio-Grillwurst besser als konventionelle Wurst aus Schweinefleisch? Das Ergebnis lässt keinen Zweifel.

München ‒ Getestet wurden insgesamt 19 gebrühte Grillwürste aus Schweinefleisch. Neun davon waren biologisch erzeugt. Die Öko-Tester untersuchten die Würste auf Qualität der Wurstmasse sowie auf Verunreinigung mit Mineralölbeständen (Heft 07/2022). Außerdem bewerteten sie Geschmack und Geruch. Entscheidend bei der Bewertung waren aber auch die Haltungsbedingungen der Tiere, das Tierwohl und Nachhaltigkeitsaspekte.

Grillgut auf einem Grill.
Öko-Test hat 19 Grillwürste im Labor untersucht. Nur Bio-Fleisch konnte die Tester überzeugen. © Martin Wagner/imago

Von den neun getesteten Bio-Produkten schnitten zwei mit der Bestnote „sehr gut“ ab. Vier mit der Note „gut“. Und immerhin weitere zwei erhielten noch die Note „befriedigend“ von den Testern. Die zehn konventionellen Würste erreichten dagegen nur die Note „ausreichend“ bzw. eines fiel sogar mit der Bewertung „mangelhaft“ durch.

Die Test-Sieger im Überblick:

Bio-GrillwürsteÖko-Test Bewertung
Alnatura Rostbratwurst von Biolandsehr gut
Edeka Bio Original Thüringer Rostbratwurst, gebrühtsehr gut
Gut Bio Thüringer Rostbratwurst von Aldi Nordgut
K-Bio Schweinebratwurst von Kauflandgut
Delikatess Bratwurst von Ökolandgut
Weimarer Thüringen Bio Thüringer Rostbratwurstgut

In den anderen Fällen schlagen den Öko-Testern nicht nur die beklagenswerten Haltungsbedingungen der Tiere auf den Magen. Auch die im Labortest gefundenen Mineralölbestandteile verderben den Verbraucherschützern gehörig den Appetit. So fanden die Tester in zwölf der 19 Bratwurst-Proben gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH). Diese MOSH können sich im Körper anreichern und „was das für die menschliche Gesundheit bedeutet, ist noch völlig ungeklärt“, warnt Öko-Test in seiner Juli-Ausgabe vor der Fleischware.

Eine mögliche Quelle für die Mineralöleinträge sind Schmierstoffe an Maschinen, die in der Wurstproduktion eingesetzt werden. Sie können aber auch über Wursthüllen, Gewürze oder Kräuter in die Grillwürste gelangen. Auch Phosphate in der Wurst müssten nicht sein. Dieser Zusatz ist in Bio-Lebensmitteln verboten, denn sie sind für Menschen mit Nierenproblemen nicht gut. Ein weiteres Ärgernis aus Sicht der Tester sind stark erhöhte Salzwerte.

Öko-Tester: Bratwurst von Aldi fällt mit „mangelhaft“ durch

Die „BBQ Bratwurst Herzhaft 10 Stück“ von Aldi Nord/Aldi Süd ist der Testverlierer und erhält die Note „mangelhaft“. Neben zu viel Salz und Phosphor wurden bei ihnen auch erhöhte Mineralölbestandteile nachgewiesen. Die beste konventionell erzeugte Grillwurst mit der Note „befriedigend“ wurde die „Original Thüringer Rostbratwurst“ von Wolf.

Grünes Licht gibt es, was die Keimbelastung angeht. Lediglich eine Bratwurst im Test - von Penny - überschreitet den Richtwert für sulfitreduzierende Clostridien: In dieser Menge machen die Keime zwar nicht unbedingt krank, der Fund deutet aber auf mangelnde Hygiene hin.

Konventionelle GrillwürsteÖko-Test Bewertung
BBQ Bratwurst Herzhaft 10 Stück bei Aldi Nord/Südmangelhaft
Penny Rost Bratwurstausreichend
Meica Bratmaxe 5 Stückausreichend
Wolf Original Thüringer Rostbratwurstbefriedigend

Möglicherweise wurden die Bratwürste nicht ausreichend gekühlt. „Für den Hersteller sollte das Anlass sein, seinen Produktionsprozess zu überprüfen“, so die Öko-Tester. Abgesehen davon fand das Labor in den Proben keine krankmachenden oder antibiotikaresistenten Keime.

Öko-Test kritisiert Haltungsbedingungen der Tiere

Auch bei den Haltungsbedingungen der Tiere schnitten konventionell erzeugte Grillwürste bestenfalls mit „befriedigend“ ab. Denn die Tester wollten ein Produkt, das ohne angemessenes Tierwohl erzeugt wurde, den Verbrauchern nicht empfehlen. Neben Mängeln in den Zutaten reagierten die Öko-Tester allergisch auf folgende Angaben der Hersteller zu Fragen der Haltung: kupierte Schwänze, kastrierte Ferkel, kein Auslauf, kaum Platz und viele Antibiotika.

Auch die Stiftung Warentest hat verpackte Rostbratwürste vom Schwein von Supermärkten und Discountern untersucht. Die Verbraucherschützer achteten bei der Bewertung der Würstchen insbesondere auf Herkunft und Zusammensetzung der Fleischqualität. Dabei überzeugten vor allem Nürnberger und Thüringer bei der Bewertung.

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