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Filter-Kaffee im „Öko-Test“: Fast die Hälfte der Produkte fällt durch – „Krebsverdächtige Schadstoffe“

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Von: Patrick Huljina

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Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat insgesamt 20 Filter-Kaffees genauer unter die Lupe genommen. Fast die Hälfte fiel durch, nur ein Produkt erhielt die Note „gut“.

Frankfurt - Kaffee ist für viele Menschen ein alltäglicher Begleiter, für manche fast schon eine Sucht. Espresso, Cappuccino, Latte Macchiato, „Schwarz“ – die Leute konsumieren ihn in unterschiedlichsten Variationen. Pro Tag werden Schätzungen zufolge weltweit mehr als zwei Milliarden Tassen getrunken. Deutschland befindet sich neben den USA und Brasilien demnach unter den Top-3-Ländern der Kaffeekonsumenten. Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat nun gemahlenen Kaffee getestet. Die Ergebnisse sind teilweise erschreckend.

Filter-Kaffee im „Öko-Test“: Gehalt krebsverdächtiger Stoffe in 13 von 20 Produkten „erhöht“

Öko-Test nahm in seinem Test insgesamt 20 Produkte aus (Bio-)Supermärkten und Discountern wie Aldi, Edeka und Kaufland unter die Lupe. Dabei wurden den Angaben des Magazins zufolge „besonders absatzstarke Marken“ berücksichtigt. Das Ergebnis: Lediglich ein Produkt erhielt die Note „gut“ und ist damit empfehlenswert. Etwa die Hälfte der getesteten Filter-Kaffee-Produkte ist durch den Test durchgefallen. „Das hat vor allem zwei Gründe: Krebsverdächtige Schadstoffe und fehlende Bemühungen um Menschenrechte und Umweltschutz in den Produktionsländern“, teilte Öko-Test mit.

„Viele Kaffees im Test haben ein Problem mit Acrylamid und Furan“, schrieb das Magazin zudem. Zwei Schadstoffe, die beim Rösten des Kaffees entstehen. Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) erhöht Acrylamid potenziell das Krebsrisiko. Furan schädigt laut Efsa langfristig die Leber und erzeugte bei Tierversuchen in hohen Dosen ebenfalls Krebs. In insgesamt 13 der 20 getesteten Produkte wurde der Gehalt der beiden Stoffe als „erhöht“ bewertet.

Filter-Kaffee im „Öko-Test“: Zustände beim Anbau in der Kritik – Geschmack als Lichtblick

Ein weiteres Problem: Missstände im Anbau des Kaffees. „Menschenrechtsverletzungen und illegale Zerstörung von Wäldern zulasten des Klimas“, hebt Öko-Test besonders hervor. Lediglich sechs Anbieter konnten im Test die Lieferkette ihres Kaffees vollständig transparent machen und belegen. Zudem konnte keiner der Anbieter eine Entwaldung sicher ausschließen.

Beim Geschmack konnte immerhin mehr als die Hälfte der getesteten Produkte überzeugen. Die Sensorikexperten von Öko-Test vergaben allerdings auch einigen Produkten nur die Noten „befriedigend“ oder „ausreichend“. Der Filter-Kaffee „Rösta Classic Kräftig“ der Norma-Eigenmarke schloss in diesem Punkt mit „mangelhaft“ am schlechtesten ab. Laut den Prüfern roch er alt und schmeckte derb und ohne Aroma.

Ein Tasse Kaffee mit Bohnen und gemahlenem Kaffee.
Öko-Test hat gemahlenen Kaffee getestet. (Symbolbild) © Dusan Zidar/IMAGO

Filter-Kaffee im „Öko-Test“: Ein Sieger – viele Verlierer

Das einzige Produkt, das laut Öko-Test die Gesamtnote „gut“ erhielt, ist „Faires Pfund Bio Kaffee aus Fairem Handel, gemahlen“ von der Marke Gepa (8,49 Euro für 500 Gramm). Es war auch das beste unter den sechs Bio-Produkten.

Acht gemahlene Kaffee-Produkte bekamen die Note „mangelhaft“: darunter fanden sich neben dem oben bereits genannten Norma-Produkt auch Markenprodukte wie „Dallmayr Classic“, „Jacobs Krönung“ sowie „Mövenpick - der Himmlische“. Öko-Test bemängelte hier insbesondere den Punkt Kaffee-Anbau. Der absolute Testverlierer mit der Note „ungenügend“ ist „Eilles Kaffee Gourmet“. Neben dem Kaffee-Anbau bemängelten die Prüfer zu hohe Acrylamid- und Furan-Werte. Zudem schnitt der Geschmack des Filter-Kaffees nur mittelmäßig ab. (ph)

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