Fatale Verwechslung im OP

Ärztin amputiert falsches Bein: Klinik gesteht tragischen Fehler ein - Irrtum erst zwei Tage später bemerkt

Eine tragische Verwechslung kostete einem Patienten aus Österreich nun sein Bein. Bei einer Operation wurde dem Mann versehentlich das falsche Bein amputiert.

Freistadt - Ihm sollte sein linkes Bein abgenommen werden, doch stattdessen wurde ihm sein rechtes Bein amputiert. Genau diese tragische Verwechslung ereignete sich nun in einer Klinik in Österreich. Der dramatische Fehler passierte offenbar kurz vor der Operation, wurde jedoch erst zwei Tage später bemerkt.

Wie das österreichische Portal Krone den Chefarzt des Klinikums Freistadt in Österreich zitiert, wurde einem Patienten im Rahmen einer Operation ein Bein amputiert. Zwei Tage nach der OP entdeckten Klinikmitarbeiter dann den fatalen Fehler: die behandelnde Ärztin nahm das falsche Bein ab.

Freistadt in Österreich: Ärztin amputiert falsches Bein - Irrtum erst nach zwei Tagen bemerkt

Wie das Portal weiter berichtet, soll es sich bei dem betroffenen Patienten um einen 82 Jahre alten Mann handeln. „Leider haben wir heute einen sehr tragischen Fall entdeckt“, hatte der Chefarzt der Klinik, Norbert Fritsch, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz erklärt. Demnach sei der Patient bereits am 18. Mai operiert worden, kurz zuvor habe sich die tragische Verwechslung ereignet. Der Fehler sei bei der Vorbereitung der Operation passiert, dabei handele es sich um „menschliches Versagen“.

Wie Fritsch weiter erklärt, sei vor der Operation das falsche Bein markiert worden. Zwei Tage später, am Donnerstag, 20. Mai, sei der tragische Irrtum dann beim planmäßigen Verbandswechsel aufgefallen. Wie der Chefarzt weiter erklärt, sei dem Patienten selbst die Verwechslung entweder nicht aufgefallen, oder er habe sie einfach nicht angesprochen. Bei dem 82-jährigen Patienten handele es sich um einen Patienten mit vielen Erkrankungen, beide Beine seien durch Vorerkrankungen betroffen gewesen. Das linke Bein sei jedoch besonders stark erkrankt, aus diesem Grund sei eine komplette Oberschenkelamputation notwendig gewesen.

Österreich: „Verkettung unglücklicher Umstände“ - Patient verliert nun auch sein zweites Bein

Als hätte der Patient durch die Folgen der ersten Operation nicht schon genug Verluste erlitten, muss ihm nun auch noch sein zweites Bein abgenommen werden. Schließlich sei dies noch immer schwer erkrankt. Die genaue Ursache für den fatalen Fehler ist noch nicht bekannt, jedoch gesteht der ärztliche Direktor der Klinik bei der Pressekonferenz ein, dass „das Vier-Augen-Prinzip nicht eingehalten“ worden sei. Es habe sich bei der tragischen Verwechslung um eine „Verkettung unglücklicher Umstände“ gehandelt.

Wie das österreichische Portal den Chefarzt weiter zitiert, seien der Patient und seine Angehörigen umgehend über den fatalen Irrtum informiert worden. „Wir möchten uns bei dem Patienten öffentlich entschuldigen“, erklärte Fritsch am Donnerstag weiter. Als erste Konsequenz habe sich die verantwortliche Ärztin auf eigenen Wunsch sofort außer Dienst gestellt. Nun soll geklärt werden, wie es zu dem tragischem Irrtum kommen konnte.

Erst im März war eine Klinik in Österreich in die Schlagzeilen geraten, eine Krankenschwester war nach der Verabreichung einer Corona-Impfung verstorben.

Rubriklistenbild: © dpa / Waltraud Grubitzsch

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